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Gemeinde Kupferzell
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Energiespartipps
Wichtige Beiträge zum Thema Energie sparen
Der Gemeinderat hat im Jahr 2008 die Teilnahme am European Energy Award (EEA) beschlossen. Das EEA ist ein Zertifizierungs- und Qualitätsmanagementsystem welches es ermöglicht den Energieeinsatz in Kommunen systematisch zu erfassen, zu bewerten und regelmäßig zu überprüfen. Dabei werden Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz identifiziert und genutzt. Ein wichtiger Beitrag ist dabei auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Veröffentlichung von Energiespartipps.
Heizgutachten - Prüfen Sie Ihre Heizkosten!
Wie aus einer Untersuchung von 12 500 Heizkostenabrechnungen hervorgeht, werden für die Versorgung mit Heizöl, Erdgas oder Fernwärme deutschlandweit 1,8 Mrd. Euro pro Jahr zu viel ausgegeben. Demnach könnten Mieter hierzulande ihre Heizkosten durchschnittlich um 120 Euro verringern. Das Gros der Heizkosten, rund 80 Prozent, machen die Brennstoffkosten aus. Dafür zahlt ein Mieter im Schnitt 644 Euro im Jahr. Das sei aber viel zu viel, konstatiert der Auftraggeber der Erhebung, die Berliner Beratungsgesellschaft co2online. „Vermieter wirtschaften häufig nicht im Interesse ihrer Mieter und beauftragen nicht den günstigsten Energieversorger“, sagt co2online-Geschäftsführer Johannes Hengstenberg. Mieter sollten sich zu Beginn der Heizperiode darüber informieren, ob sie zu viel für den Brennstoffkauf zahlen müssen. Das kann man kostenlos von einem Fachmann prüfen lassen. Das vom Bundesumweltministerium geförderte Heizgutachten zeigt den Mietern und Eigentümern, wie hoch die Überzahlungen in Euro und Cent bei ihren Brennstoff- und Heiznebenkosten sind. Es kann unter www.heizspiegel.dekostenlos bestellt werden. Mit den Ergebnissen des Gutachtens können sich Mieter an ihren Vermieter oder die Hausverwaltung wenden und diese auffordern, die Kosten zu reduzieren – so wie es das Wirtschaftlichkeitsgebot im Bürgerlichen Gesetzbuch vorsieht. „Das Gebot untersagt Vermietern,unverhältnismäßig hohe Kosten an ihre Mieter weiterzugeben“, sagt co2online-Chef Hengstenberg. Sein gemeinnütziges Unternehmen hat als zusätzliche Hilfe für den Dialog mit dem Vermieter oder der Hausverwaltung einen vorformulierten Musterbrief ins Internet gestellt, den Mieter gratis herunterladen können. Die verschiedenen Brennstoffe unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern wirken auch unterschiedlich auf das Klima: Die Energieträger Heizöl und Erdgas verursachen Emissionen von 302 bzw. 244 Gramm (g) CO2 pro erzeugter Kilowattstunde (kWh) Wärme. Das Heizen mit Fernwärme verursacht im Schnitt hingegen nur 219 g CO2. Wenn bei der Wärmeerzeugung auch Strom produziert wird, können diese sogar nur bei 70 g/kWh liegen. Im Fall der Fernwärme sorgten vor allem falsch kalkulierte Grundpreise für unnötige Kosten, heißt es bei co2online. Für Heizöl entstünden Überzahlungen meist, wenn es zum falschen Zeitpunkt gekauft werde. „Durch die Liberalisierung des Erdgasmarktes gibt es besonders große Sparpotenziale, die aber häufig noch nicht genutzt werden“, so Hengstenberg. Etwa 200 bis 300 Euro lassen sich nach Angaben des Verbraucherportals Verivox bei einem Wechsel des Gasversorgers im Schnitt sparen. Und bei einigen Anbietern können sich die Kunden vollständig oder teilweise mit klimafreundlichem Biogas versorgen lassen. von Tim Bartels
Weitere Informationen, Tipps und Formulare erhalten Sie unter www.heizspiegel.de
co2online gGmbH, Gemeinnützige Beratungsgesellschaft, Stefanie Jank Hochkirchstraße 9, 10829 Berlin, Tel.: 030 2102186-12, Fax: 030 767685-11, stefanie.jank(@)co2online.de, www.co2online.de
Zehn Heiztipps
- 1. Sparsam lüften. Gekippte Fenster erschweren den Luftaustausch und verschwenden unnötig Energie. Lüften Sie in der Heizsaison kurz mit weit geöffneten Fenstern: drei Mal täglich fünf Minuten.
- 2. Dicht statt luftig. Dichten Sie Ritzen und Spalten an Fenstern und Türen gut ab, damit nicht zu viel Heizenergie nutzlos verloren geht. An windigen Tagen zeigt Ihnen die Flamme einer Kerze den Weg zu Undichtigkeiten.
- 3. Auf Minimaltour. Auch die Pumpe Ihrer Heizungsanlage lässt sich regeln. Sie ständig auf Hochtouren laufen zu lassen, wäre verschwenderisch. Auf kleine Stufe gedreht reicht in der Regel aus, um die Wohnung sicher zu beheizen.
- 4. Heizungsregelung prüfen. Die Heizkurve sollte so niedrig wie möglich stehen. Stellen Sie die Verschiebung der Kurve auf drei bis fünf Grad ein, die Nachtabsenkung auf 16 Grad Innentemperatur, so dass der Kessel nachts herunterfährt.
- 5. Richtig möblieren. Verstellen Sie Ihre Heizkörper nicht durch Möbel oder Anderes, damit die Luft frei vom Heizkörper in den Raum zirkulieren kann
- .6. Türen zu. Sie verschwenden unnötig Heizkosten, wenn Sie die Türen zu unbeheizten Nachbarräumen offen lassen. Dann werden diese kälteren Zimmer nämlich über beheizte Räume mit erwärmt. Also: Türen immer zu.
- 7. Heizstufe dem Raum anpassen. Übliche Temperaturen sind: Bad 22 Grad, Küche, Wohn- und Kinderzimmer 20 Grad. Schlafzimmer und Flur 15 Grad.
- 8. Auf Sparflamme in Abwesenheit. Bleiben Räume ungenutzt oder sind Sie außer Haus, können Sie die Thermostate auf Sparflamme stellen: 15 Grad reichen aus. Das An- und Ausstellen kann Ihnen ein elektronisches Ventil abnehmen.
- 9. Kostenlose Wärmedämmung. Schließen Sie nachts die Rollläden und ziehen Sie die Vorhänge zu.
- 10. Entlüftung. Wenn Heizkörper gluckern, ist Luft drin. Die sollten Sie mit einem Schlüssel entweichen lassen. Davor die Heizungspumpe abstellen.
Weitere Tipps erhalten Sie in Energie für Verbraucher von Aribert Peters und Leonora Holling; das Buch (283 S.) gibt es für 18,50 Euro beim Bund der Energieverbraucher, Frankfurter Straße 1, 53572 Unkel, Tel. 02224 92270, Fax: 02224/10321, info@energie verbraucher.de oder auf der Homepage.
Heizspiegelkampagne - Mehr als 80 Kommunen nutzen seit 1995 kommunale Heizspiegel. Ist Ihre Kommune dabei? Schauen Sie nach auf der Homepage Heizspiegel
- Seit 2005 wird der bundesweite Heizspiegel veröffentlicht
- Bisher haben 45 000 Mieter und Hauseigentümer kostenlose Heizgutachten bestellt
Energiesparen - Billig kann teuer kommen
Billig kann teuer kommen Die Stromkosten um einige hundert Euro pro Jahr zu senken, ist für fast jeden Haushalt möglich. Sparen ist die ergiebigste Energiequelle. Komfortverlust ist damit nicht verbunden, und auch der finanzielle Aufwand hält sich meist in Grenzen. Schon wer eine 60-Watt-Glühbirne durch eine 11-Watt Energiesparlampe ersetzt, spart über die gesamte Lebensdauer rund 100 Euro, hat die Stiftung Warentest ermittelt. Um das gesamte Sparpotenzial im eigenen Haushalt zu erschließen, empfiehlt sich allerdings eine ganzheitliche, auf drei Säulen ruhende Herangehensweise: Bewusster Umgang mit Energie, Aufspüren und Eliminieren von Stromfressern und Investition in moderne Spartechnik. Wer dieses Konzept konsequent umsetzt, kann steigenden Strompreisen gelassen entgegensehen. Los geht´s mit einem Blick auf die letzte Stromrechnung: Dort ist der Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Mithilfe der untenstehenden Tabelle lässt sich feststellen, wie effizient im eigenen Haushalt mit Strom umgegegangen wird: Ist mein Stromverbrauch niedrig, mittelprächtig oder viel zu hoch? Je höher der Verbrauch, desto höher auch die mögliche Energie- und Kostenersparnis. Wer im Mittelfeld liegt, kann seinen Stromverbrauch weiter optimieren, indem er beispielsweise Standby-Verluste minimiert. In einem Vier-Personen-Haushalt gehen laut Stiftung Warentest dafür jährlich rund 500 kWh drauf. In Haushalten mit hohem oder sehr hohem Verbrauch sind sogar 20 bis 30 Prozent dauerhafte Ersparnis drin – ohne dass bei Kerzenschein gelesen oder das Geschirr von Hand gespült werden müsste. Sparen ist eben die ergiebigste Energiequelle.
Comeback der Wäscheleine Um den Sparhebel an der richtigen Stelle anzusetzen, muss man wissen, wie groß der Stromhunger der verschiedenen Haushaltsgeräte ist. Die Energieagentur NRW hat anhand der Daten von 28 000 Haushalten festgestellt, dass Kühl- und Gefriergeräte am meisten verschlingen – ihr Anteil liegt bei fast 16 Prozent des gesamten Verbrauchs. Dichtauf liegen Waschmaschine (5,1 Prozent) und Trockner (10,1 Prozent) mit zusammen gut 15 Prozent. Es folgen Bürogeräte wie Computer und Fax (12 Prozent), Radio und Fernsehen (11 Prozent), Beleuchtung (11 Prozent), Herd (8,4 Prozent) und Spülmaschine (5,5 Prozent). Der Reststrom geht für Umwälzpumpen, Warmwasserbereitung und diverse Kleingeräte drauf.
Die Aufstellung gibt bereits einige Hinweise, wo sich effektiv sparen lässt: Zum einen zeigt sie, dass es sich lohnt, vom elektrischen Wäschetrockner auf die gute alte Wäscheleine umzusteigen; zum anderen wird klar, dass es überlegenswert ist, den Elektroherd wo immer möglich durch einen Gasherd zu ersetzen. Ein moderner Gasherd sei zwar in der Anschaffung etwa 300 Euro teurer als sein elektrischer Konkurrent, schreiben die Elektrizitätswerke Schönau in ihrer Stromsparbroschüre, aber er benötige nur halb soviel Energie. Durch die Betriebskostenersparnis sei der Mehrpreis schließlich „finanziell schnell wieder hereingeholt“.
Auch wer veraltete Großgeräte wie Kühlschrank, Gefriertruhe oder Waschmaschine durch neue stromsparende Modelle ersetzen will, liegt goldrichtig: Aus Umweltsicht lohne sich beispielsweise der Austausch von Kühl- und Gefriergeräten gar schon, wenn sie älter als fünf Jahre seien, schreibt die Stiftung Warentest. Allerdings sollte man bei jeder Neuanschaffung zunächst die Frage beantworten: Brauche ich das Gerät wirklich? Wer das guten Gewissens bejahen kann, sollte vor dem Kauf des neuen Geräts die Betriebskosten unter die Lupe nehmen.
Ohne EU-Label: liegen lassen! Scheinbar geringe Unterschiede summieren sich über die etwa 15-jährige Lebensdauer von Kühlgeräten oder Waschmaschinen zu einem erklecklichen Mehrbetrag. Ein Gefriergerät, das 100 kWh mehr Strom pro Jahr verbraucht, verursacht Mehrkosten von etwa 300 Euro - etwaige Strompreissteigerungen nicht eingerechnet. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Ein etwas teureres Geräte mit geringem Verbrauch ist meist günstiger als ein billiges Gerät mit großem Stromhunger.
Auskunft über den Energieverbrauch gibt das EU-Energielabel. Es prangt auf Kühl- und Gefriergeräten, Waschmaschinen und Trocknern, Spülmaschinen, Elektrobacköfen, Klimageräten und Lampen und bewertet die Energieeffizienz des Gerätes anhand einer Farbskala und einer Einstufung in die Klassen „A“ für Stromsparer bis „G“ für Stromfresser. Für Kühl- und Gefriergeräte gilt in der A-Klasse eine weitere Effizienzsteigerung mit „A+“ und „A++“. Um Geräte, auf denen das EU-Label fehlt, sollte man einen großen Bogen machen. von Hartmut Netz Ob sich Ihr Stromverbrauch optimieren lässt? Klick unter www.ea-nrw.de/haushalt/energiecheck/. Die Broschüre Schönauer Strom- und Energiespartipps geht das Thema systematisch an. Ähnlich umfassend die Umweltbundesamtsbroschüre Energiesparen im Haushalt. Die Broschüren können unter www.umweltbriefe.de heruntergeladen werden. Das wohl umfassendste Angebot bietet der Bund der Energieverbraucher unter http://www.energieverbraucher.de/. Das geballte Know-how der Deutschen Energie-Agentur präsentieren die Portale http://www.stromeffizienz.de/ und http://www.thema-energie.de/ Energiespartipps gibt auch die Energieagentur in NRW unter www.ea-nrw.de/haushalt
Die Kilowattstunde Watt (W) steht für die physikalische Einheit der Leistung, die in der Physik als Arbeit pro Zeiteinheit definiert ist. 1 000 Wattstunden sind eine Kilowattstunde (kWh). Ein Gerät mit einer elektrischen Leistung von 1 000 W, das eine Stunde lang läuft, verbraucht 1 kWh Strom.
Mit 1 kWh Strom kann man 240 Frühstückseier kochen, 130 Scheiben Brot toasten, 17 Stunden lesen unterm Licht einer 60-Watt-Glühbirne, 91 Stunden lesen unterm Licht einer 11-Watt-Sparlampe.
Energiediebe - Viel Geld für nichts
Viel Geld für nichts Heimliche Energiediebe treiben ihr Unwesen im Haushalt: Computer dösen tagsüber im Schlummerbetrieb, Fernseher warten rund um die Uhr „standby“ auf die Tagesschau, CD-Spieler träumen nachts mit glimmenden Dioden von Mozart und Beethoven. Allzeit bereit, jederzeit erreichbar und always online – in vielen Haushalten ist das gelebte Wirklichkeit, die den Stromverbrauch hochtreibt. Die sogenannten Leerlaufverluste können sich in einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt auf 10 bis 15 Prozent des gesamten Verbrauchs summieren und die Stromrechnung um 100 bis 150 Euro erhöhen. Dabei ließe sich der alltägliche Stromklau mit einfachen Mitteln unterbinden. Zunächst macht man die Energiediebe dingfest. Dies geschieht am zuverlässigsten mit einem Strommessgerät, auch Energiemonitor genannt.
Das Messinstrument wird wie ein Verlängerungskabel zwischen Gerät und Steckdose geschaltet und zeigt an, wie viel Energie gerade verbraucht wird. Es erfasst den Verbrauch nicht nur im Betrieb, sondern auch im Standby-Modus und im ausgeschalteten Zustand. Denn eine ganze Reihe von Geräten zieht auch nach Ausschalten noch Strom. Der Fachmann spricht von Schein-Aus. Gute Messgeräte kosten 20 bis 30 Euro – oder gar nichts, wenn man sie ausleiht. Als einfache und billige Lösung gegen den Stromklau von Geräten ohne echten Aus-Schalter empfiehlt sich die schaltbare Steckerleiste: Sie trennt mehrere zusammengehörende Geräte zuverlässig vom Netz. So lassen sich beispielsweise HiFi-Anlagen aus verschiedenen Bausteinen wie Verstärker, CD-Spieler, Kassettenrecorder und Plattenspieler mit einem einzigen Knopfdruck abschalten. Auch Computer, Monitor, DSL-Router, Drucker und Scanner lassen sich in einer Steckerleiste zusammenfassen.
Statt Standby Stecker raus Will man weiter differenzieren, bietet sich die sogenannte Kaskaden-Schaltung an: Zwischen Steckerleiste und einem nur selten betriebenem Gerät, etwa einem Scanner, wird eine schaltbare Steckdose gesteckt. Damit sich niemand beim Ausschalten verrenken muss, werden Steckerleisten auch mit Fußschalter angeboten. Sie kosten zwischen 5 und 20 Euro und machen sich meist schon nach kurzer Zeit bezahlt. Auch für Standby-Geräte gilt: möglichst ganz abschalten. Den Standby-Modus erkennt man an rot oder grün brennenden Lämpchen; manchmal leuchtet auch eine Digital-Anzeige. Etwa bei Ladegeräten für Handy, MP3-Spieler, Rasierapparat oder elektrischer Zahnbürste, die nach dem Ladevorgang im Erhaltungsbetrieb weiter Strom ziehen. Ist der Akku geladen, gilt also: Stecker raus. Auch für die Dauerbereitschaft von Unterhaltungselektronik wie Fernseher, HiFi-Anlage, Computer oder DVD-Spieler gibt es keinen Grund für Standby – außer der eigenen Trägheit.
Anders bei Video- und DVD-Rekordern: Werden sie vom Netz getrennt, gehen unter Umständen wichtige Daten wie Uhrzeit und Programmierung verloren. Auch Faxgeräte lassen sich nicht ganz abschalten, denn ihre Aufgabe ist es, eingehende Meldungen jederzeit zu erkennen. Hat das Gerät keinen eingebauten Schlummer-Modus, hilft ein Vorschaltgerät, das den Standby-Betrieb zwar aufrechterhält, den Energieverbrauch jedoch minimiert. Ein Sonderfall sind elektrische Warmwasserspeicher: Diese Geräte halten das Wasser rund um die Uhr heiß, obwohl nur wenige Minuten pro Tag warmes Wasser benötigt wird. Auch in diesem Fall lässt sich der Verbrauch mithilfe eines Vorschaltgerätes optimieren.
Bei den meisten Neugeräten sind hohe Standby-Verluste übrigens kein Thema mehr. Seit Jahresanfang dürfen Elektrogeräte laut einer EU-Verordnung im Standby-Betrieb oder ausgeschalteten Zustand nur noch maximal ein Watt Strom verbrauchen. Haben die Geräte eine Informationsanzeige, dürfen es zwei Watt sein. Von 2013 an werden die Grenzwerte nochmals halbiert. Allerdings gilt die Verordnung nur für Geräte, die seit 6. Januar 2010 neu auf dem Markt kamen. Man sollte dem Verkäufer die Frage nach den Leerlaufverlusten also auch weiterhin nicht ersparen. von Hartmut Netz, Umweltbriefe 12/2010
Die Broschüre Ich verdien’ mein Geld auf Knopfdruck informiert über Leerlaufverluste in Haushalts- und Bürogeräten: Weiter zur PDF Auch das Umweltbundesamt geht in seiner Broschüre Energiesparen im Haushalt umfassend auf Leerlaufverluste ein: Weiter zur PDF Datenbank mit Verleihstellen für Strommessgeräte: www.no-e.de/html/energiemonitor.html Liste von Geräten, die im Aus-Zustand Strom ziehen: www.no-e.de/html/unglaublich.html Vorschaltgeräte, die Leerlaufverluste minimieren: www.energiespar-basar.de
Leerlaufverluste - Geräte im „Standby“-Modus lassen sich mit einem Signal aus Fernbedienung oder Datenleitung schlagartig in Betrieb setzen. Im Haushalt tritt diese Art der Leerlaufverluste meist bei Fernsehern, DVD-Spielern, Druckern oder Fax-Geräten auf.
- Ist der Aus-Schalter eines Gerätes statt an der Netzseite an der Niederspannungsseite hinter dem Trafo angeordnet, spricht man von „Schein-Aus“, denn schaltet man das Gerät ab, zieht der Trafo weiter Strom – meist unbemerkt.
- Manche Geräte haben nicht einmal mehr einen „Schein-Aus-Schalter. Sie laufen ständig und verheizen rund um die Uhr teuren Strom. In diese Kategorie fallen beispielsweise Warmwasserspeicher oder Trafos für Halogenlampen.
Intelligente Stromzähler - Stromrechnung im Keller
Stromrechnung im Keller Mit intelligenten Zählern soll sich der Stromverbrauch im Haushalt um fünf bis zehn Prozent senken lassen – falls sich die Haushalte zum sparsamen Einsatz ihrer Geräte disziplinieren lassen. Doch noch sind die Angebote der digitalen Strommesser dünn gesät. Und auch die Frage nach dem Datenschutz ist noch ungelöst. Die Tage scheinen gezählt für den Kasten, der im Keller ein Schattendasein fristet und mit rotierender Aluminiumscheibe und mechanischer Ziffernanzeige den Stromverbrauch im Haushalt aufsummiert. Das wird schon bald ein Relikt vergangener Zeiten sein, wenn sogenannte Smart Meter den Stromverbrauch elektronisch erfassen, die Verbrauchsmengen und die jeweilige Nutzungszeit digital aufzeichnen und diese Daten in regelmäßigen Abständen an das örtliche Versorgungsunternehmen senden. Auf dem Display kann der Kunde seinen Verbrauch auf Knopfdruck in Echtzeit verfolgen.
Jede und jeder hat das Recht auf einen Smart Meter Seit Jahresanfang hat jeder Verbraucher das Recht, von seinem Versorger den Einbau eines Smart Meters zu verlangen. Für alle Neubauten und Sanierungen ist das Gerät seit Januar Pflicht. Die Kosten trägt der Netzbetreiber, der Kunde zahlt eine Monatsmiete. Allerdings gilt dies nur im Neubau- und Sanierungsfall. Für Altbauten gilt: Der Verbraucher zahlt Einbau und Betrieb bis auf weiteres aus eigener Tasche. Auf diese Weise sollen bundesweit bis 2022 alle mechanischen Zähler durch elektronische Geräte ersetzt werden. Soweit die Theorie.
Die Praxis sieht anders aus: „Noch immer fehlen einheitliche Standards für die Geräte, und bei vielen Energieversorgern gibt es nur Pilotprojekte“, moniert die Stiftung Warentest. So bei RWE: Der Essener Stromriese testet die schlauen Zähler in Mühlheim an der Ruhr. Interessenten aus anderen Gebieten werden auf die Zukunft vertröstet. Yello Strom, eine Tochter des baden-württembergischen Energieversorgers EnBW, vertreibt seine Smart Meter dagegen bundesweit. Allerdings sei die Sache nicht ganz billig, merken die Tester an: Einmalig 79 Euro verlangt Yello für die Einrichtung des Zählers, hinzu kommt ein monatlicher Mietzins. Alternativ kann man auch in einen Yello-Tarif wechseln. Doch das sei nicht unbedingt preiswerter. Immerhin: Wer einen Smart Meter will, kann ihn auch bekommen. Versuche bescheinigen den digitalen Zählern ein großes Sparpotenzial: ein Drittel der EnBW- Testkunden soll den Verbrauch um mehr als zehn Prozent gesenkt haben. Dabei gilt: Je größer der Haushalt, desto höher die mögliche Ersparnis. Allerdings ist es nicht das Gerät an sich, das spart, sondern der Verbraucher selbst, der stromintensive Gewohnheiten erkennt und ändert. Denn mithilfe des Computers und einer entsprechenden Software lässt sich der tägliche oder wöchentliche Stromverbrauch genau bilanzieren. Im Idealfall wird der Nutzer „energiesensibilisiert“, spürt die schlimmsten Stromfresser im Haushalt auf und eliminiert sie.
Wechselnde Strompreise Tag und Nacht, morgens und abends Noch interessanter werden intelligente Zähler von 2011 an, dann müssen alle Stromversorger flexible Tarife anbieten. Flexibel bedeutet, der Strompreis richtet sich nach Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt und schwankt je nach Tageszeit oder aktueller Netzauslastung: In Zeiten hoher Nachfrage und geringer Auslastung ist die Kilowattstunde teurer, in Zeiten geringer Nachfrage und hoher Auslastung billiger. Wer seine Wäsche zu verbrauchsarmen Tageszeiten wäscht und trocknet, spart also bares Geld. Auch die Energieversorger machen ihren Schnitt: Je mehr Verbraucher stromintensive Tätigkeiten in Zeiten geringer Nachfrage verlagern, desto weniger teuren Spitzenlaststrom müssen sie zukaufen. Für die Versorgungsunternehmen bringen Smart Meter ein Mehr an Planungssicherheit: Denn mit den Informationen über Verbrauchsgewohnheiten, die die neuen Geräte liefern, lassen sich Stromproduktion und Netzauslastung besser angleichen.
Fällt unser Verbrauchsprofil unter Datenschutz? Datenschützern macht der kontinuierlich gesendete Datenstrom jedoch Kopfzerbrechen, denn der Kunde wird gläsern: Beispielsweise verrät das tägliche Verbrauchsprofil, wann jemand frühstückt, die Waschmaschine einschaltet, Fernsehen schaut oder zu Bett geht – das Privatleben wird nachvollziehbar. Noch ist die Frage nach den sensiblen Daten ungeklärt. Die Datenhoheit müsse beim Verbraucher liegen, fordert Frank Rieger vom Chaos Computer Club. „Wir müssen Datenschutz in diese Technologien einbauen.“ Diese Forderung scheint umso berechtigter, als die intelligenten Zähler eines Tages als eine Art Energiemanager den Stromfluss im Haushalt steuern sollen: Im sogenannten vernetzten Haus nützten Smart Meter Daten zu Energiebezug, Tarifstruktur und Stromerzeugung der eigenen Photovoltaik-Anlage für ein „bedarfsgerechtes und kostenoptimiertes Hausgeräte-Management“, heißt es beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Der Zähler erkennt, wann billiger Strom zur Verfügung steht, und schaltet selbsttätig Waschmaschine oder Trockner ein. Mehr noch: „In Zeiten niedriger Tarife könnte er die Wärmepumpe starten, die dann den Warmwasserspeicher lädt“, erläutert ZVEI-Experte Herbert Brunner.
Damit die Vision von der schönen neuen Welt Realität wird, müssen allerdings die Verbraucher mitspielen. Die sind jedoch bislang noch skeptisch, was die intelligenten Zähler angeht, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen (VZBV) ergeben hat. Demnach standen die Befragten der technischen Neuerung zwar positiv gegenüber, doch nur vier Prozent wären auch bereit, Geld für ein marktübliches digitales Gerät auszugeben. „Die Verbraucher sehen zwar die Vorteile, doch das macht die Technik nicht zum Selbstläufer“, sagt VZBV-Chef Gerd Billen. Immerhin ein Viertel der Befragten würde einen Smart Meter kaufen, wenn er billig ist und sich damit Geld sparen lässt. vom Hartmut Netz Die Verbraucherzentrale NRW behandelt Vor- und Nachteile der intelligenten Stromzähler und informiert über Tarifangebote unter www.vz-nrw.de/UNIQ127781812910387/link658801A.html
Energiesparen bei Haushaltsgeräten - Effizienz beim Neukauf
Effizienz beim Neukauf Am einfachsten Energie spart, wer bereits beim Einkauf von Haushaltsgeräten auf niedrigen Verbrauch achtet. Die dadurch erzielte Stromersparnis gleicht die Mehrkosten für die effizientere Ware mehr als aus. Unterm Strich kommt das teure Gerät billiger – und schont das Klima: Stünden in allen deutschen Haushalten nur die effizientesten Geräte, könnte man sieben Großkraftwerke abschalten, hat die Stiftung Warentest errechnet. Hilfestellung beim Kauf gibt das EU-Energielabel. Doch Vorsicht: Viele Geräte der vermeintlich sparsamsten A-Klasse sind energetisch nur dritte Wahl.
Dass EU-Label wurde 1998 eingeführt und informiert den Verbraucher auf einen Blick über den Energiehunger eines Gerätes. Es unterscheidet sieben Effizienzklassen, die mit Buchstaben von A für Stromsparer bis G für Stromfresser gekennzeichnet sind. Für folgende Produkte ist das Label Pflicht: Kühl- und Gefriergeräte, Backöfen, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Trockner, Raumklimageräte und Lampen. Während jedoch energiesparende Techniken in in den vergangenen fünfzehn Jahren einen Sprung gemacht haben – der Stromverbrauch von Haushaltsgroßgeräten sank maximal 70 Prozent –, wurden die Kriterien des EU-Labels nie angepasst.
Ein, zwei oder drei Plus machen den Unterschied Das Festhalten an einer völlig überholten Geräteklassifizierung hat dazu geführt, das fast nur noch Haushaltsgeräte der Klassen A und B auf dem Markt sind. Das heißt: B-Geräte sind meist Stromfresser und innerhalb der A-Klasse gibt es eklatante Verbrauchsunterschiede. Lediglich für Kühl- und Gefriergeräte wurden im Jahr 2004 zwei neue Effizienzklassen eingeführt: A+ und A++ kennzeichnen Geräte, die rund ein Viertel beziehungsweise etwa die Hälfte weniger Strom schlucken als ein durchschnittliches A-Gerät. Besserung ist erst von 2011 an in Sicht: Mit den neuen Effizienzklassen A+, A++ und A+++, die dann für alle Gerätearten gelten, wird innerhalb der A-Klasse die Spreu vom Weizen getrennt. Eine regelmäßige Anpassung der Klassifizierrungskriterien an den technischen Fortschritt – so wie es Umweltschützer seit Jahren fordern – ist allerdings nicht geplant. Für Verbraucher, die ein möglichst energiesparendes Haushaltsgerät kaufen wollen, fällt das EU-Label als Orientierungshilfe also erst mal weitgehend aus. Beispielsweise erfüllen mehr als drei Viertel aller hierzulande angebotenen Geschirrspüler die Kriterien der A-Klasse. Stellt sich die Frage, welcher davon der sparsamste ist. Herausfinden lässt sich das, indem man die exakten Energieverbrauchswerte, die auch auf dem EU-Label angegeben sind, miteinander vergleicht. Und dann heißt es rechnen: Lohnt sich die Anschaffung eines sparsameren Gerätes, obwohl es mehr kostet als ein vergleichbares mit einem etwas höheren Stromverbrauch?
Billig kann teuer kommen Ein Beispiel: Der Elektromarkt um die Ecke bietet zwei vergleichbare Kühlgefrierkombinationen an, die sich auf den ersten Blick nur im Preis unterscheiden: 679 Euro soll die eine kosten, die andere 749 Euro. Allerdings schluckt das billigere Gerät mehr Strom: 354 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Das teurere verbraucht nur 181 kWh. Aber dafür gleich 70 Euro mehr bezahlen? Der Taschenrechner hilft: Strom kostet derzeit im Schnitt 20 Cent je Kilowattstunde. Im Betrieb fallen demnach für das billigere Gerät jährliche Stromkosten von rund 70 Euro an. Das teurere Gerät verbraucht Strom für rund 36 Euro – spart also jedes Jahr 34 Euro. Oder anders ausgedrückt: Nach zwei Jahren hat die teurere Kühlgefrierkombination die Mehrkosten wieder hereingeholt. Von diesem Zeitpunkt an arbeitet sie wirtschaftlicher als das billigere Gerät. Bedenkt man, dass Haushaltsgroßgeräte etwa 15 Jahre alt werden, bleibt unterm Strich eine erkleckliche Ersparnis: Am Ende seiner Lebenszeit hätte das in der Anschaffung billigere Gerät Stromkosten von 1 050 Euro verursacht; das teurere dagegen nur 540 Euro – ohne künftige Preissteigerungen, die auch noch eingerechnet werden müssten. Im Fall der billigeren Kühlgefrierkombi übersteigen die anfallenden Stromkosten den Kaufpreis bei weitem. „Viele Haushalte unterschätzen die Stromkosten ihrer Geräte“, sagt der Energieexperte des Verbraucherzentrale-Bundesverbands (VZBV), Holger Krawinkel.
Neugeräte können die Stromkosten halbieren Dabei könnte ein Vier-Personen-Haushalt, der seine alten Stromfresser durch energiesparende Geräte ersetzt, die Stromkosten nahezu halbieren. Das hat die Stiftung Warentest ermittelt. Wer beispielsweise herkömmliche Glühlampen gegen Sparlampen austausche, reduziere die Beleuchtungskosten um gut 80 Prozent, schreiben die Warentester.
Ein moderner Flachbildschirm verbraucht 55 Prozent weniger Strom als ein alter Röhrenbildschirm; ein Trockner mit Wärmepumpe schluckt nur halb so viel Energie wie ein Abluft- oder Kondensationstrockner. Die Reihe ließe sich fortsetzen mit Backofen, Kühlschrank und Waschmaschine. Wer sich für den Neukauf entscheidet, sollte das Gerät nehmen, das seine Bedürfnisse mit dem geringstmöglichen Aufwand erfüllt. Das heißt auch: Elektronikfunktionen wie Uhr oder Display sind tabu, denn sie treiben den Stromverbrauch unnötig in die Höhe.
Wann ist ein Neukauf sinnvoll? Aber nicht immer lohnt sich ein Austausch allein aus Energiespargründen. Grundsätzlich gilt nach Auffassung der Stiftung Warentest: je älter das Gerät, desto sinnvoller ein Neukauf – vor allem dann, wenn eine teure Reparatur ansteht. Faustregel: Liegen die Reparaturkosten eines fünf bis sechs Jahre alten Gerätes bei mehr als dreißig Prozent des einstigen Neupreises, sollte es durch ein Neugerät ersetzt werden. Bei sieben bis acht Jahre alten Geräten liegt die Reparaturobergrenze bei zwanzig Prozent. Hat man sich schließlich für den Neukauf entschieden, muss das Altgerät auf den Recyclinghof. Das kann kostenpflichtig sein. Fragen Sie also Ihren Händler, ob er Ihr Altgerät kostenlos entsorgt. vom Hartmut Netz
Informationen zum Energielabel der EU finden Sie unter www.eu-label.de Wieviel Geld sich durch Austausch eines Altgerätes gegen effiziente Neuware sparen lässt, erfahren Sie unter www.vz-nrw.de/stromkostenrechner Eine Marktübersicht energieeffizienter Haushaltsgroßgeräte: www.spargeraete.de Eine Broschüre zu energiesparenden Haushaltsgroßgeräten lässt sich herunterladen unter www.spargeraete.de/eanrw Die Stiftung Warentest hat energieeffiziente Haushaltsgeräte zusammengestellt unter http://www.test.de/spargeraete (darunter auch Kleingeräte wie Staubsauger, Bügeleisen etc – das Besondere: Die Tester haben selbst gemessen!!) Aktuelle Marktübersichten nachhaltiger Produkte aus den Bereichen Wohnen, Küche, Kleidung, Mobilität und Unterhaltung versammelt www.ecotopten.de
Energiesparen im Haushalt - Strom
Wie der Strompreis zustande kommt Obgleich der Strompreis steigt und steigt, verbrauchen die Deutschen immer mehr Elektrizität. Die Kilowattstunde ist nach Berechnungen des Mieterbundes zwischen 2000 und 2007 um mehr als ein Drittel teurer geworden. Doch die Elektrifizierung schreitet voran: Der Verbrauch der Haushalte stieg zwischen Juli 2007 bis Februar 2009 um elf Prozent. Dabei geht es den meisten Deutschen so wie Altbundeskanzler Helmut Schmidt: Beim Lesen ihrer Stromrechnung verstehen sie nur Bahnhof. In der Regel setzt sich der auf der Rechnung ausgewiesene Endbetrag aus den Komponenten Grundpreis und Arbeitspreis zusammen. Der Grundpreis, auf der Rechnung meist pro Monat oder Jahr angegeben, ist ein fixer Betrag für Messung und Abrechnung. Er ist verbrauchsunabhängig und auch zu zahlen, wenn gar kein Strom verbraucht wird. Anders der Arbeitspreis, mit dem das Versorgungsunternehmen die tatsächlich verbrauchte Strommenge – angegeben in Kilowattstunden (kWh) – in Rechnung stellt. In den Arbeitspreis fließen Steuern, Netzkosten und der Aufwand für die Stromproduktion ein. Doch davon erfährt der Verbraucher im Normalfall nichts.
Handelsware Strom Größter Brocken im Kostenmix ist das Netznutzungsentgelt, das der jeweilige örtliche Netzbetreiber dem Stromanbieter für die Durchleitung seines Stroms berechnet. Denn die im Kraftwerk erzeugte elektrische Energie hat in der Regel einen weiten Weg vor sich: Der Strom gelangt über Hochspannungsnetze, die man sich als eine Art Stromautobahn vorstellen muss, in die Verbrauchszentren, wird dort mit reduzierter Spannung auf der Mittelspannungsebene, den Landstraßen des Stroms, in die Verteilnetze weitergeleitet und erreicht schließlich mit der vom Verbraucher benötigten Spannung die Steckdosen. Der Anteil des Netznutzungsentgeltes am Strompreis beträgt etwa 27 bis 30 Prozent. An zweiter Stelle stehen Strombeschaffung und Stromproduktion. Strom ist ein empfindliches Gut, das nicht lagerfähig ist. Hinzu kommt, dass der Bedarf im Tagesverlauf schwankt: Morgens um sechs, wenn die Menschen Licht und Kaffeemaschine einschalten, schnellt der Stromverbrauch in die Höhe. Ebenso mittags, wenn gekocht wird, und am frühen Abend, wenn alle von der Arbeit nach Hause kommen. Da Strom auch eine Handelsware ist, die vom Stromanbieter an der Strombörse EEX in Leipzig eingekauft werden kann, schwanken die Preise je nach Marktlage: In Zeiten hoher Nachfrage kostet die Kilowattstunde mehr, in Zeiten geringer Nachfrage weniger. Die Kosten für Beschaffung und Produktion machen etwa 25 bis 28 Prozent vom Strompreis aus.
Klimaschädling Strom Strom wird in Deutschland aus einem Mix von Energieträgern gewonnen: 42 Prozent stammen aus Kohlekraftwerken und 23 Prozent aus Atommeilern. Erdgas steuert etwa 13 Prozent bei. Sonstige Energieträger wie Erdöl kommen auf einen Anteil von sechs Prozent. Erneuerbare Energien schließlich tragen zu 16 Prozent zur Erzeugung bei. Während jedoch Strom aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft nahezu verlustfrei erzeugt wird, gehen in konventionellen Kraftwerken knapp zwei Drittel der eingesetzten Primärenergie verloren. Mit der Menge an Abwärme, die in deutschen Großkraftwerken ungenutzt verpufft, könnte man im Winter problemlos alle deutschen Haushalte beheizen, haben die Elektrizitätswerke Schönau ermittelt. Hinzu kommt, dass die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern dem Klima schadet: Ein Steinkohlekraftwerk bläst rund ein Kilo CO2 pro erzeugter kWh Strom in die Luft. Das ist etwa 100mal mehr als bei Wind- oder Wasserkraft (siehe Tabelle). Die Bundesregierung fördert deshalb Ökostrom mit dem sogenannten Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG): Netzbetreiber, die Strom aus erneuerbaren Quellen einspeisen, dürfen den dadurch anfallenden Mehraufwand über die sogenannte EEG-Umlage in Rechnung stellen. Damit soll die deutsche Energieversorgung in absehbarer Zeit auf nachhaltige Füße gestellt werden. Die Umlage wird an die Verbraucher weitergegeben; ihr Anteil am Strompreis beträgt derzeit vier bis fünf Prozent. Vergleichbar der EEG-Umlage ist die KWK-Umlage, mit der die Bundesregierung Strom aus umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) fördert. Der Anteil der KWK-Umlage am Strompreis macht nur ein bis zwei Prozent aus. Weitere Komponenten des Strompreises sind die Stromsteuer – auch Ökosteuer genannt – mit einem Anteil von acht bis zehn Prozent und die Mehrwertsteuer mit derzeit 19 Prozent. Letzter Posten, der in den Strompreis einfließt, ist die Konzessionsabgabe: Netzbetreiber führen diese Abgabe an die Kommunen ab und erhalten im Gegenzug das Recht, ihre Versorgungsnetze auf öffentlichem Grund zu errichten und zu betreiben. Der Anteil dieser Abgabe am Strompreis beträgt sechs bis acht Prozent. Nach den USA, den Staaten der ehemaligen UDSSR, China und Japan ist Deutschland fünftgrößter Energieverbraucher weltweit und liegt beim Ausstoß von Klimagasen an sechster Stelle. Rein statistisch gesehen belastet jeder Deutsche das Klima mit jährlich 9,7 t CO2. Zum Vergleich: In Indien liegt der Pro-Kopf-Ausstoß bei 1,2 t. Die weltweit ungebremste Zunahme der CO2-Emissionen hat Folgen fürs Klima: Wissenschaftler warnen vor einem Anstieg des Meeresspiegels und einer globalen Temperaturerhöhung um maximal sechs Grad bis zum Jahr 2100. Klimaschutz müsste demnach erste Bürgerpflicht sein. Danach sieht es derzeit nicht aus: Die Bürger verbrauchen immer mehr elektrische Energie. Dabei hat es jeder in der Hand, seine persönliche Klimabilanz zu verbessern: Indem er auf Ökostrom und stromsparende Geräte umsteigt. von Hartmut Netz
Weitere Informationen rund um den Strompreis bietet die Verbraucherzentrale NRW unter www.vz-nrw.de/energiepreise
Klimabilanz der Stromquellen - Energieträger: g CO2-kWh
- Braunkohle: 980 - 1 230
- Steinkohle: 790 - 1 080
- Erdöl: 890
- Erdgas: 640
- Erdgas GuD: 410 - 430
- Photovoltaik: 80 - 160
- Atomkraft: 16 - 23
- Windkraft: 8 - 16
- Wasserkraft: 4 - 13
Die Tabelle berücksichtigt den Lebenszyklus eines Kraftwerkes vom Bau über den Betrieb bis zum Abriss. Die Werte gelten für Westeuropa. Quelle: Paul-Scherer-Institut
Energiesparen im Haushalt - Wasser
Warmwasser sparen Man braucht es zum Kochen, Wäschewaschen und für die Körperpflege. Warmes Wasser wird im Haushalt täglich konsumiert. Entsprechend groß ist der Energieeinsatz, um kaltes Wasser auf die jeweilige Gebrauchstemperatur zu erwärmen: Satte zwölf Prozent der gesamten im Haushalt verbrauchten Energie gehen dafür drauf. Hier schlummert ein beachtliches Sparpotenzial, denn wer den Warmwasserkonsum drosselt, spart gleich dreifach: bei den Wasserkosten, der Abwassergebühr und den Energiekosten.
1. Wasserverbrauch Jeder Deutsche verbraucht im Schnitt 123 Liter Trinkwasser pro Tag – rund zwei Drittel davon werden vor Gebrauch erwärmt. Laut Berechnungen des BUND gehen rund 48 Liter Warmwasser für Duschen, Baden und die tägliche Körperpflege drauf; 18 Liter für das Wäschewaschen; 16 Liter für Kochen, Putzen und Geschirrspülen und fünf Liter für die Autopflege. Mit moderner Spartechnik und einem bewussten Umgang ließe sich der Warmwasserverbrauch um 25 Liter pro Kopf und Tag senken, hat der Umweltverband ermittelt.
2. Wasserpreis 1 000 Liter Trinkwasser kosten bei uns derzeit im Schnitt 1,91 Euro. Hinzu kommt die Abwassergebühr mit durchschnittlich 2,25 Euro pro 1 000 Liter. Zehn Liter kaltes Trinkwasser kosten also rund vier Cent. Um diese zehn Liter Wasser auf 70 Grad zu erwärmen, was beispielsweise Spülmaschinen tun, sind rund 0,7 Kilowattstunden (kWh) Energie nötig. Strom kostet derzeit rund 20 Cent/kWh. Damit erhöht sich der Preis für zehn Liter heißes Spülwasser um 14 auf etwa 18 Cent.
3. Tropfender Hahn Ein Wasserhahn, der pro Minute 20 Tropfen verliert, verschwendet etwa 5 000 Liter Trinkwasser pro Jahr. Meist sind die Dichtungen abgenutzt oder die Armatur ist verkalkt. Doch Dichtungen lassen sich erneuern, Verkalkungen entfernen. Auch wer beim Zähneputzen, Rasieren oder Geschirr spülen den Hahn offen lässt, verschwendet Wasser: In nur drei Minuten rauschen bis zu 20 Liter ungenutzt in den Abfluss.
4. Kaltwasser Warmes Wasser ist angenehm, aber teuer. Mit der Energie, die für 15 Sekunden warmes Händewaschen drauf geht, lässt sich ein Liter Tee kochen. Hinzu kommt: Bis es endlich warm aus dem Hahn strömt, sind meist mehrere Liter gutes Trinkwasser nutzlos im Ausguss verschwunden. Zum Zähneputzen und Händewaschen reicht auch kaltes Wasser. Erfrischender ist es allemal.
5. Duschen statt Baden Ein Vollbad schluckt zwischen 130 und 200 Liter Wasser; unter der Dusche verbraucht man mit 40 bis 75 Liter nur ein Drittel davon. Das schlägt sich im Preis nieder: Wird das Wasser mit Strom erwärmt, kostet ein 160-Liter-Vollbad rund 1,30 Euro; eine 50-Liter-Dusche dagegen nur etwa 40 Cent. Allerdings kommt es auf das Wie an: Zehn Minuten Prasseldusche kann genauso viel Wasser und Energie verbrauchen wie ein Vollbad.
6. Durchflussbegrenzer Die kleinen Wassersparer lassen sich auf den Hahn aufschrauben und begrenzen den Durchfluss auf sechs oder acht Liter pro Minute. Trotzdem bleibt der Wasserstrahl voll und perlend. Herzstück des Begrenzers ist ein Präzisions-Gummiring, der mit steigendem Wasserdruck die Durchflussöffnung verengt. Sinkt der Druck, erweitert sich die Öffnung wieder. Unabhängig vom Leitungsdruck fließen konstant sechs oder acht Liter Wasser aus dem Hahn. Für die Dusche gibt es spezielle Ausführungen, die man zwischen Armatur und Schlauch schraubt. Durchflussbegrenzer sparen bis zu 50 Prozent Wasser und Energie. Aber Achtung: Überall dort, wo das Warmwasser aus Durchlauferhitzern oder drucklosen Untertischspeichern kommt, sind sie ungeeignet.
7. Putzeimertest Mit diesem Test lässt sich feststellen, ob die Brause Wasser spart oder verschwendet. Man nehme eine Uhr und einen Zehn-Liter-Eimer, in den man den Brausekopf legt. Mit Blick auf den Sekundenzeiger der Uhr dreht man nun den Wasserhahn voll auf. Ist eine Minute um und der Eimer übergelaufen, ist die Brause sicherlich kein Wassersparmodell. Wiederholen Sie nun den Test mit 30 Sekunden Laufzeit. Die Literzahl multipliziert mit zwei ergibt den Durchfluss pro Minute. Brauseköpfe, die mehr als 8 l/min durchlassen, sollten gegen ein sparsames Modell ausgetauscht werden, rät der Bund der Energieverbraucher.
8. Spardusche Als sparsam gelten bereits Duschköpfe, die bis zu zwölf Liter Wasser durchrauschen lassen. Das ist eindeutig zu viel. Eine gute Spardusche erzeugt schon mit sechs bis acht Liter Wasser einen weichen, vollen Strahl. Erreicht wird das durch angesaugte Luft, die je nach Technik entweder im Wasserstrahl verwirbelt oder von Tropfen umschlossen ist. Wer pro Jahr 300 Mal jeweils sechs Minuten lang mit einer Sparbrause duscht, spart 200 Euro: 125 Euro Strom, 75 Euro Wasser und Abwasser. Wird das Warmwasser mit Öl oder Gas erzeugt, reduziert sich die jährliche Ersparnis auf 125 Euro gesamt. Sparbrausen kosten zwischen 20 und 100 Euro.
9. Spararmaturen Mit Zwei-Griff-Armaturen, bei denen Kalt- und Warmwasser getrennt reguliert werden, dauert es, bis Wassermenge und -temperatur wunschgemäß eingestellt sind. Bei Einhebelmischern genügt ein Handgriff. Noch einfacher geht es mit einer Thermostat-Mischbatterie: Sie regelt die Wassertemperatur selbsttätig auf einen voreingestellten Wert ein. Für Dusche und Waschbecken sind solche Armaturen erste Wahl: Laut Stiftung Warentest sparen sie bis zu 30 Prozent Wasser und Energie. In der Küche, wo in der Regel nur zum Geschirrspülen von Hand heißes Wasser benötigt wird, tut es auch eine Zwei-Griff-Armatur. Grundsätzlich sollte man beim Armaturenkauf wassersparende Modelle bevorzugen.
10. Untertischspeicher Die Wassererwärmung mit Strom ist ineffizient und teuer. Ein Zwei-Personen-Haushalt zahlt dafür im Schnitt 200 Euro pro Jahr, hat die Stiftung Warentest errechnet. Elektrische Untertischspeicher, die kontinuierlich und rund um die Uhr 5 bis 15 Liter heißes Wasser bereit halten, gehören zu den ausdauerndsten Stromfressern im Haushalt überhaupt. Der Thermostopp, ein Gerät, das zwischen Untertischspeicher und Steckdoste gesteckt wird, macht der Verschwendung ein Ende: Wird warmes Wasser benötigt, drückt man einen Knopf und wenige Minuten später strömt es warm aus dem Hahn. Danach schaltet der Thermostopp den Speicher ab – bis zum nächsten Knopfdruck. Laut Umweltbundesamt beträgt die Stromersparnis 135 kWh Strom pro Jahr. Oder anders ausgedrückt: Nach einem Jahr hat der 30 Euro teure Thermostopp seinen Anschaffungspreis hereingeholt und erwirtschaftet Gewinn.
von Hartmut Netz
Der BUND hat für Sie Wasserspartipps zusammengetragen unter www.bund-wassersparinfo.de/spartipps/index.html Energiesparprodukte für Heizung und Wasser gibt es unter www.energiespar-basar.de
Energiesparen im Haushalt - Kreislauf Warmwasser
Kreislauf Warmwasser Man dreht den Hahn auf und nach Sekunden fließt warmes Wasser - ist doch normal, kaum des Nachdenkens wert, möchte man meinen. Doch dahinter verbirgt sich komplexe Technik, die in der Regel wenig energieeffizient arbeitet. Oft wird Warmwasser rund um die Uhr vorgehalten, obwohl es nur für ein paar Minuten pro Tag gebraucht wird. Kraftzentrum konventioneller Warmwasseranlagen ist die Umwälzpumpe, die das warme Wasser ohne Unterlass zirkulieren lässt und zu den ausdauerndsten Stromfressern im Haushalt zählt - entsprechend groß ist das Sparpotenzial.
1. Zirkulationspumpe In Warmwasseranlagen mit Speicher sorgt sie dafür, dass schnellstmöglich warmes Wasser aus dem Hahn fließt. In Ein- und Zweifamilienhäusern, wo die Leitungswege vom Speicher im Keller bis zu den Verbrauchsstellen in Küche und Bad vergleichsweise kurz sind, kann auf ihre Dienste jedoch meist verzichtet werden. Es dauert dann geringfügig länger, bis es warm aus dem Hahn strömt. Wird aus Komfortgründen eine Zirkulationspumpe gewünscht, sollte eine Zeitschaltuhr montiert werden, die die Pumpe in den Nachtstunden, wenn kein Warmwasser benötigt wird, abschaltet. Das spart Strom und vermeidet Wärmeverluste über das Leitungsnetz. 2. Hocheffizienzpumpe. Standardpumpen setzen maximal ein Fünftel des aufgenommenen Stroms in Pumpleistung um. Hocheffizienzpumpen kommen auf die doppelte Ausbeute. Möglich machen dies sogenannte EC-Motoren, die im Gegensatz zum üblichen Asynchronmotor aus einem elektronisch veränderlichen Magnetfeld und einem innen liegenden beweglichen Permanentmagneten bestehen. Eine Pumpe mit EC-Motor passt die Stromaufnahme automatisch an die erforderliche Pumpleistung an und spart im Vergleich zur Standardpumpe bis zu 80 Prozent Energie. Hocheffizienzpumpen lassen sich für die Zirkulation, zur Boilerladung, im Solarkreislauf oder als Heizungspumpe einsetzen. Ihre im Vergleich zu ungeregelten Standardpumpen dreimal so hohen Anschaffungskosten spielen sie binnen drei Jahren wieder ein, hat die Verbraucherzentrale NRW errechnet.
3. Energielabel Seit 2005 tragen die meisten Pumpen das EU-Energielabel – allerdings auf freiwilliger Basis. Das Label bewertet die Energieeffizienz anhand einer Farbskala und der Einstufung in die Klassen A für Stromsparer bis G für Stromfresser. Drehzahlgeregelte Standardpumpen erfüllen maximal die Kriterien der B-Klasse; die A-Klasse erreichen nur die sparsamen Hocheffizienzpumpen. Vom Jahr 2013 an will die Europäische Union ineffiziente Umwälzpumpen aus dem Markt drängen. Hocheffizienzpumpen sollen dann zum Standard werden.
4. Heizband In manchen Warmwassersystemen zirkuliert das warme Wasser nicht, sondern wird stattdessen mit einem elektrischen Heizband warm gehalten. Heizbänder sind demnach stille und starke Stromfresser, denen man am besten das Handwerk legt.
5. Durchlauferhitzer Wird der Wasserhahn geöffnet, schaltet sich der Durchlauferhitzer ein und erwärmt in einer Rohrspirale das durchströmende Wasser. Das Gerät erhitzt nur die gerade benötigte Wassermenge und schaltet danach wieder ab. Eine Zirkulatonspumpe, wie bei Warmwasserspeichern üblich, entfällt. Wird allerdings in Küche und Bad zu gleicher Zeit Warmwasser gezapft, kann die Temperatur schwanken. In vielen Haushalten sind elektrische Durchlauferhitzer in Betrieb. Da die Wassererwärmung nach der Heizung die meiste Energie schluckt, kann das ins Geld gehen: Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht pro Jahr rund 1 300 Kilowattstunden Strom dafür, hat die Verbraucherzentrale NRW errechnet. Das ergibt Jahreskosten von etwa 260 Euro. Wird der Durchlauferhitzer dagegen mit Gas betrieben, sinken die Kosten auf rund 90 Euro.
6. Warmwasserspeicher Im Speicher wird eine bestimmte Wassermenge aufgeheizt und vorgehalten. Meist sind Speicher mit der Heizungsanlage gekoppelt. Sie liefern Warmwasser mit konstanter Temperatur und für mehrere Wasserhähne gleichzeitig. Pro Minute fließen 15 bis 20 Liter. Da das gespeicherte Wasser heißer ist, als zum Duschen oder Baden nötig, kann mehr Warmwasser genutzt werden, als der Speicher vorhält. Für einen Drei-Personen-Haushalt reicht ein Volumen von 120 Liter.
7. Speichertemperatur Das Wasser im Speicher sollte 60 Grad Celsius heiß sein, empfiehlt die Stiftung Warentest. Das verhindere Legionellen-Wachstum und damit die Gefahr von Infektionen. Allerdings kostet das Vorhalten von 60 Grad heißem Wasser viel Energie, denn je höher der Temperaturunterschied zur Umgebung, desto größer auch die Wärmeverluste. Außerdem verkalkt der Speicher bei Temperaturen über 55 Grad recht schnell. Regelmäßige Entkalkung durch den Wartungsdienst ist also ratsam. Alte Speicher sind oft nur vier Zentimeter stark gedämmt – Dämmschichtdicke unbedingt auf mindestens zwölf Zentimeter erhöhen.
8. Legionellen Diese Bakterien, die sich im Trinkwassernetz auf sogenannten Biofilmen vermehren, können beim Menschen unter anderem grippeähnliche Erkrankungen wie das Pontiac-Fieber oder die Legionärskrankheit auslösen. Legionellen fühlen sich am wohlsten bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Für Warmwasseranlagen mitSpeichern größer als 400 Liter und einem Leitungsvolumen zwischen Speicher und der jeweiligen Entnahmestelle von mehr als drei Liter wird zur thermischen Desinfizierung des Wassers eine Speicheraustrittstemperatur von 60 Grad empfohlen. Probleme mit Legionellen drohen allerdings vor allem in Gebäuden mit langen Leitungswegen, Strängen mit seltener Zapfung und Totzonen ohne Durchströmung. In Wohngebäuden seien die Wasserstränge meist kürzer und würden besser durchströmt, schreibt die Stiftung Warentest. So hätten Bakterien kaum Wachstumschancen.
9. Solaranlage Übers Jahr gerechnet deckt eine optimal ausgelegte Solaranlage den Energiebedarf für das Aufheizen des Trinkwassers zu über 60 Prozent. Wenn die Sonne nicht scheint, springt automatisch der Heizkessel ein, in den Sommermonaten hat er Pause. Zur Montage geeignet sind Dachflächen mit Südausrichtung. Man rechnet pro Person ein bis anderthalb Quadratmeter Kollektorfläche. Ein Solarpaket für einen Vier-Personen-Haushalt koste zwischen 3 700 und 5 700 Euro, hat die Stiftung Warentest ermittelt. Hinzu kämen Montagekosten zwischen 600 und 1 200 Euro. von Hartmut Netz
www.sparpumpe.de Die Stiftung Warentest hat Umwälzpumpen getestet (Heft 9/2007) unter www.test.de/themen/hausgarten/ Solaranlagen für die Warmwasserbereitung im Test (test-Heft 03/2008) für 2 Euro unter www.test.de/themen/
Energiesparen im Haushalt - Energiesparlampen
Energiesparlampen Neues Licht, mehr Gewinn Die Investition in Energiesparlampen bringt mehr Rendite als jedes Bankprodukt. Eine gut ausgeleuchtete Wohnung frisst bis zu elf Prozent des gesamten Stromverbrauchs – je nach Haushaltsgröße 300 bis 450 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Mit Sparlampen geht der Verbrauch ohne Komfortverlust auf weniger als 100 kWh runter. Bei einer Investition von rund 400 Euro für Energiesparlampen und einem Strompreis von 20 Ct/kWh spart man 70 Euro pro Jahr.
1. Politik Der guten alten Glühbirne geht es an den Kolben. Wegen ihres hohen Energieverbrauchs – sie wandelt nur fünf Prozent des aufgenommenen Stroms in Licht um - soll sie stufenweise vom Markt verschwinden. Matte Birnen sowie klare Birnen mit 75 Watt und mehr hat es schon erwischt: Sie dürfen in der EU nicht mehr hergestellt werden und auch der Import ist verboten. Von September 2011 an gilt das Verbot auch für die 60-Watt-Glühbirne. Ein Jahr später ist dann endgültig Schluss für die Birne. Für Halogenlampen gilt: Von 2016 an sind nur noch die effizienten auf dem Markt.
2. Energiebilanz Bei gleicher Helligkeit verbraucht eine Energiesparlampe bis zu 80 Prozent weniger Strom als eine Glühbirne. Selbst wenn man berücksichtigt, dass bei der Produktion zwölfmal mehr Energie benötigt wird als bei einer Glühbirne, bleibt die Bilanz der Sparlampe unschlagbar. Denn Glühbirnen gehen viel schneller kaputt. Laut Stiftung Warentest ersetzt eine Sparlampe 10 bis 15 Glühbirnen. Damit macht sie den Mehrverbrauch bei der Produktion leicht wett.
3. Lampenform Energiesparlampen sind in vielerlei Formen auf dem Markt: Es gibt sie in Globenform, als Strahler, in Kerzenform oder als klassische Glühbirne, und sie passt in jeden gängigen Schraub- oder Stecksockel. Allerdings handelt es sich bei Energiesparlampen immer um gefaltete Mini-Leuchtstoffröhren. Für Sonderformen werden sie zusätzlich mit einem Glaskolben umhüllt, der einen Teil des Lichts schluckt. Dese Modelle erreichen deshalb nur die Effizienzklasse „B“.
4. Startzeit Die meisten Sparlampen leuchten spätestens eine Sekunde nach dem Einschalten auf, hat die Stiftung Warentest gemessen. Bis die volle Helligkeit erreicht ist, vergehen eine bis anderthalb Minuten. Sparlampen, die sofort angehen, haben keine Vorheizung und sind deshalb meist weniger schaltfest. Auf der Packung wird seit Kurzem die sogenannte Anlaufzeit angegeben, das heißt: die Zeit, die vergeht, bis die Lampe 60 Prozent ihrer Lichtleistung erreicht hat.
5. Flimmern Das menschliche Auge registriert Schwingungen bis zu 60 Hertz. Sparlampen erzeugen ihr Licht durch Gasentladung. Solche mit elektronischem Vorschaltgerät bringen die Gase mit so hoher Frequenz zum Leuchten, dass kein Flimmern wahrnehmbar ist.
6. Lebensdauer Bei einem Langzeittest der Stiftung Warentest leuchteten die besten der geprüften Energiesparlampen länger als 15 000 Stunden. Das Umweltbundesamt gibt die Lebensdauer guter Sparlampen mit 10 000 bis 15 000 Stunden an. Zum Vergleich: Eine Glühbirne schafft nur 1 000 bis 1 500 Stunden. Entscheidendes Haltbarkeitskriterium ist die Qualität: Zwar kosten Energiesparlampen von Markenherstellern wie Megaman, Osram oder Philips etwas mehr, halten dafür aber auch deutlich länger.
7. Schaltfestigkeit Energiesparlampen mit elektronischem Vorschaltgerät und Vorheizfunktion verkraften häufiges An- und Ausschalten problemlos. Aber auch hier gilt: Billigprodukte versagen schneller den Dienst als Markenware. Tipp: Zwischen Ein- und Ausschalten sollten mindestens zwei Minuten liegen. Für Flur und Treppenhaus, wo die Einschaltdauer meist kurz ist, gibt es spezielle Lampentypen. Achtung: Nicht alle Energiesparlampen lassen sich dimmen.
8. Lichtfarbe Lange war das Licht von Energiesparlampen als kalt und unnatürlich verschrien. Das ist längst passé: Energiesparlampen mit der Lichtfarbe „warmweiß“ und „extra warmweiß“ erzeugen ein gemütliches Licht, das dem der Glühbirne gleicht. Brennen diese Lampen hinter einem geschlossenen Schirm, lässt sich kein Unterschied zur Glühbirne feststellen. Für die nüchterne Arbeitssituation empfehlen sich dagegen „neutralweiße“ und „tageslichtweiße“ Lampen. Allerdings fehlt dem Spektrum der Energiesparlampe, deren Lichtcharakter vom Mischungsverhältnis der verwendeten Leuchtstoffe abhängt, die Rotkomponente. Das kann dazu führen, dass leuchtende Rottöne im Licht der Energiesparlampe matt und leicht bräunlich wirken.
9. Helligkeitsverluste Mit fortschreitender Brenndauer leuchten Sparlampen weniger hell. Lampen guter Qualität verlieren nach 10 000 Betriebsstunden bis zu einem Fünftel ihrer ursprünglichen Helligkeit. Schlechte Ware büße sogar die Hälfte ein, hat die Stiftung Warentest ermittelt. Bei der Umstellung auf Sparbeleuchtung kann es also sinnvoll sein, Sparlampen mit geringfügig höherer Leistung als empfohlen zu wählen und eine 75-Watt-Glühbirne beispielsweise gegen ein 20-Watt-Sparmodell zu tauschen.
10. Halogen Zwar sind Halogenlampen keine Sparlampen im engeren Sinn, doch die effizientesten verbrauchen im Vergleich mit der Glühbirne über 40 Prozent weniger Strom. Ihr Licht ist angenehm warm und die Farbwiedergabe genauso gut wie bei der Glühbirne, mit der sie auch das Funktionsprinzip gemein haben: Das Licht liefert ein Glühfaden aus Wolfram. Allerdings ist der Glaskolben mit Schutzgas gefüllt. Deshalb halten Halogenlampen etwa doppelt so lange wie Glühbirnen. Sogenannte IRC-Halogenlampen, die zusätzlich eine infrarotreflektierende Beschichtung haben, brennen sogar 4 000 bis 5 000 Stunden. Es gibt sie in Hochvolt- und Niedervoltausführung. Am sparsamsten leuchten Lampen für den 12-Volt-Betrieb. Allerdings benötigen sie einen Trafo, der die Netzspannung runterregelt. Ist dieser nicht durch einen Schalter vom Netz getrennt, zieht er kontinuierlich Strom.
11. Amortisation „Warten Sie nicht, bis Ihre Glühlampen durchbrennen“, schreibt die Stiftung Warentest. „Die Kosten für die Anschaffung der Energiesparlampen amortisieren sich schon nach etwa einem Jahr.“ Je nach Ausstattung kosten Sparlampen in Markenqualität zwischen 10 und 20 Euro. In Räumen, die mindestens 30 Minuten pro Tag beleuchtet sind, rentiert sich ihr Einsatz immer. Anders sieht es in selten benutzten Nebenräumen aus, in denen Lampen mit niedriger Wattzahl nur wenige Stunden pro Jahr brennen. Hier sollte man die Glühbirnen getrost nutzen, bis sie kaputt gehen. von Hartmut Netz
Die gängigsten Vorurteile gegen Energiesparlampen entkräftet die Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentral.de. Das zweiseitige Ratgeberfaltblatt des Umweltbundesamtes mit dem Titel Bye Bye Glühbirne! Warum Energiesparlampen besser sind erhalten Sie als PDF unter www.umweltdaten.de/publikationen/
Energiesparen im Haushalt - Licht für jeden Anlass
Licht für jeden Anlass Das technisch überholte Produkt Glühbirne stirbt langsam aus. Als zeitgemäße Alternative bieten sich Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen an. Damit ist die Welt komplizierter geworden, denn der Verbraucher hat die Wahl zwischen hunderten verschiedener Modelle und Bauformen, die alle ihre Stärken und Schwächen haben. Die nachfolgenden Tipps bringen Licht ins Dunkel. Energiesparlampen eignen sich für fast alle Beleuchtungsaufgaben. Den Rest erledigen Halogen- und künftig auch LED-Lampen. Das Licht von Halogen- und Sparlampen lässt sich mischen. Wird ein Raum ausschließlich von Sparlampen beleuchtet, sollten sie von gleicher Lichtfarbe sein.
Wände und Decken Sind Decken, Wände und Fußböden hell und eben, reflektieren sie bis zu 80 Prozent des auf sie fallenden Lichts. Ein Effekt, der die nötige Beleuchtungsstärke eines Raumes erheblich reduziert. Faustregel: Bei hellen Wänden und effizienter Beleuchtung genügen 100 Watt Glühlampen-Leistung, um einen 25-Quadratmeter-Raum optimal auszuleuchten. Auf Sparlampen umgerechnet, sinkt die nötige Leistung auf 20 Watt. Ein besserer Vergleichsmaßstab ist jedoch die Lichtausbeute: Sie gibt an, wieviel sichtbares Licht (in Lumen) die Lampe aus der aufgenommenen Energie (in Watt) erzeugt. Glühbirnen schaffen etwa 10, Energiesparlampen bis zu 60 Lumen pro Watt. Anders als Glühbirnen geben stabförmige Sparlampen ihr Licht jedoch vorwiegend seitlich ab - nur birnen- und wendelförmige strahlen in alle Richtungen. Generell gilt: Je älter der Mensch, desto höher die erforderliche Beleuchtungsstärke.
Grundbeleuchtung Eine Deckenleuchte, idealerweise in der Raummitte, sorgt für die Grundhelligkeit. Helle, möglichst transparente Lampenschirme reduzieren die nötige Wattzahl zusätzlich. In Wohn- und Schlafräumen sind warmweiße Energiesparlampen erste Wahl. Ihr Licht wirkt ruhefördernd und entspannend. In Küche und Büro sollte man dagegen das aktivierende Licht neutralweißer oder tageslichtweißer Sparlampen bevorzugen. Für die Grundbeleuchtung sind Leuchten geeignet, die blendfrei in alle Richtungen abstrahlen. Deckenfluter dagegen sind keine gute Idee: Mit mehreren hundert Watt Anschlussleistung sind sie wahre Stromverschwender.
Flur Leuchten, die seitlich und nach unten strahlen, geben Fluren und Treppenhäusern mehr Weite. Treppen sollten vom oberen Absatz her beleuchtet werden; das Licht darf weder beim Herauf- noch beim Herabsteigen blenden. Schaltfeste, schnellstartende Energiesparlampen sind im Flur ideal.
Büro Das Licht über dem Schreibtisch montierter Leuchten wirft Reflexe auf den Bildschirm. Besser sind verstellbare Leuchten; die die Arbeitsfläche schattenfrei von der Seite her erhellen. Beim Arbeiten sollte auch die Grundbeleuchtung eingeschaltet sein, da sonst der Kontrast zwischen hell und dunkel das Auge ermüdet. Das aktivierende Licht tageslichtweißer Sparlampen ist im Büro optimal.
Hausarbeit Tätigkeiten wie Nähen oder Bügeln benötigen neben der Grundausleuchtung des Raumes eine zusätzliche Lichtquelle. In der Küche sollten die Arbeitsbereiche Herd, Spüle und Arbeitsplatte separat ausgeleuchtet sein. Gut geeignet sind Halogenlampen und Energiesparlampen mit der Lichtfarbe „neutralweiß“ oder „tageslichtweiß“. Ungeeignet sind warmweiße Sparlampen, denn da ihrem Spektrum die Rotkomponente fehlt, erscheint das appetitliche Rot eines saftigen Steaks plötzlich matt und bräunlich.
Esstisch Ergänzend zur Grundbeleuchtung des Raumes sollte der Esstisch separat ausgeleuchtet sein. Damit zwischen den Umsitzenden freie Sicht herrscht und niemand geblendet wird, hängt die Lampe idealerweise 60 bis 70 cm über der Tischplatte und strahlt ihr Licht vorwiegend nach unten. Der Lichtkegel sollte auf die Tischfläche begrenzt sein. Damit das, was auf dem Teller liegt, auch farblich zur Geltung kommt, sind Halogenlampen mit ihrer brillanten Farbwiedergabe erste Wahl.
Kinderzimmer Kinder spielen meist am Boden, deshalb ist ein Grundlicht, das den Raum blendfrei ausleuchtet, besonders wichtig. Energiesparlampen sind zwar gut geeignet, sollten jedoch wegen ihres Quecksilbergehalts von einem Splitterschutz aus Kunststoff umhüllt sein. Das empfiehlt zumindest die Stiftung Warentest. Mit zunehmendem Alter der Kinder wird die Grundbeleuchtung mit Zusatzleuchten wie Lese- und Schreibtischlampen ergänzt.
Wohnzimmer Für Kronleuchter, deren Design maßgeblich vom Lichtschein offen liegender Birnen bestimmt wird, eignen sich Energiesparlampen in Kerzenform. Doch Vorsicht: Im Licht warmweißer Sparlampen saufen Rot- und Brauntöne ab, hat die Stiftung Warentest festgestellt. Wer also den roten Teppich im Wohnzimmer auch bei Kunstlicht möglichst farbgetreu in Szene setzen will, sollte auf Halogenlampen zurückgreifen. Für die Leseecke sind warmweiße Sparlampen dagegen gut geeignet. Eingeschraubt in eine Stehleuchte, die vornehmlich nach unten abstrahlt, erzeugen sie erstklassiges Leselicht. Dabei ist jedoch auf ausreichende Grundhelligkeit zu achten, sonst ermüdet der starke Kontrast beim Blickwechsel ins Dunkle das Auge.
Bad Eine Rasur gelingt nur bei guter Sicht. Ergänzend zur Grundbeleuchtung sorgen stabförmige Leuchten, rechts und links vom Spiegel montiert, für blendfreies Licht ohne Schattenwurf. Geeignet sind schaltfeste Sparlampen mit kurzer Startzeit. Doch Vorsicht: Hinter Milchglas wirkt das Licht der Sparlampe trübe.
Schlafzimmer Wer gemütlich im Bett lesen will, benötigt neben der Grundbeleuchtung eine blendfreie Leselampe, die sich flexibel an die jeweilige Lesehaltung anpassen lässt. Sie sollte mit warmweißen Energiesparlampen bestückt sein.
Draussen Wird die Haustür von oben ausgeleuchtet, fallen Schloss und Klingelschild sofort ins Auge. Gibt es kein Vordach, sollte man seitlich der Tür in Augenhöhe blendfreie Leuchten montieren. Dauerlicht ist an der Haustür überflüssig - ein Bewegungsmelder schaltet die Beleuchtung bei Bedarf ein. Im naturnahen Garten verbietet sich Kunstlicht von selbst. Wer es beim Grillabend hell mag, stellt Solarleuchten auf, die sich tagsüber aufladen und nachts leuchten. Für den Außeneinsatz sind Energiesparlampen gut geeignet; sie verlieren im Winter jedoch etwas an Helligkeit. Deshalb rundum geschlossene Leuchten montieren. Nur schaltfeste Sparlampen mit kurzer Startzeit verwenden.
von Hartmut Netz
Energieparen im Haushalt - Der klimafreundliche Garten
Gärtnern ist cool: Spätestens mit US-Präsidentengattin Michelle Obama, die auf dem Gelände des Weißen Hauses einen Biogarten anlegte, hat sich das Umbrechen der eigenen Scholle zum globalen Trend ausgewachsen. Die Menschen haben den Spaß an der Gartenarbeit entdeckt. Angenehmes lässt sich dabei zwanglos mit Nützlichem verbinden: Selbstgezogenes Obst und Gemüse schmeckt nicht nur besser als Supermarktware, es reduziert auch LKW-Transporte und damit Energieverbrauch und CO2-Ausstoß. Richtig angepackt, gehen Freizeitspaß und Klimaschutz im eigenen Garten sogar eine – im wahrsten Sinne – fruchtbare Verbindung ein.
1. Boden Die Bodenfruchtbarkeit hängt von Nährstoffkreislauf ab. Nährstoffe, die eine Pflanze für ihr Wachstum dem Boden entzieht, gibt sie zurück, wenn sie abstirbt. Wer erntet, unterbricht diesen Kreislauf; er entzieht dem Boden Nährstoffe und muss diese wieder zuführen, will er dauerhaft ernten. Es muss also Dünger her. Aber welcher?
2. Kunstdünger Die gängigen Kunstdünger, auch Stickstoff- oder Mineraldünger genannt, bestehen hauptsächlich aus Stickstoff, Phosphor und Kalium. Ihre Produktion basiert auf Erdöl und ist höchst energieaufwendig: Um eine Tonne Düngestickstoff herzustellen, werden laut dem Kölner Katalyse-Umweltinstitut etwa 1,2 Tonnen Rohöl benötigt. Einmal im Boden, dünstet Kunstdünger Lachgas aus – ein Treibhaus-Gas, das 300-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Hinzu kommt, dass sich in Böden, die mit Kunstdünger behandelt werden, kein Humus anreichert. Auf längere Sicht ist Kunstdünger der Bodenfruchtbarkeit sogar abträglich, denn er schwächt die im Erdreich lebenden Mikroorganismen.
3. Naturdünger Die Alternative zu Kunstdünger ist organischen Ursprungs und im Handel in Form von Hornspänen oder als getrockneter Kuhmist erhältlich. Im Gegensatz zum Kunstdünger, der ausschließlich den Pflanzen zugute kommt, versorgt organischer Dünger den Boden mit Nährstoffen und ermöglicht die Humusbildung: Humus wiederum bindet Kohlendioxid und dient damit nicht nur der Bodenfruchtbarkeit, sondern auch dem Klimaschutz. Auch Gründüngerpflanzen wie Lupinen, Wicken oder Senf erhöhen die Bodenfruchtbarkeit. Man sät sie aus, wenn das Beet abgeerntet ist, und gräbt sie im Frühjahr unter.
4. Kompost. Vollblutgärtner erzeugen ihren Dünger selbst, indem sie an einer geeigneten Stelle im Garten einen Komposthaufen anlegen. Die Ausgangsstoffe fallen in jedem Haushalt an: Kompostieren lassen sich fast alle organischen Abfälle aus Küche und Garten. Man stellt einen luftigen Lattenverschlag auf, in dem man das Material verrotten lässt. Mit Fäulnis hat das nichts zu tun. Guter Kompost stinkt nicht, sondern riecht nach Erde. Es entsteht ein natürlicher Dünger, der den Boden dauerhaft verbessert und gesund erhält.
5. Torf Noch immer ist es in bundesdeutschen Kleingärten gängige Praxis, zur Bodenverbesserung Torf einzusetzen. Torf wird aus entwässerten Hochmooren gewonnen und ist ein knappes Gut, denn die Torfschicht im Moor wächst nur einen Millimeter pro Jahr; in 100 Jahren sind das gerade mal zehn Zentimeter. Da Moore große Mengen an Kohlendioxid speichern, die mit jedem gestochenen Torfballen wieder frei werden, beschleunigt der Torfeinsatz zudem den Klimawandel. Als klimaneutrale Alternative bietet sich Kompost an. Nachteile sind keine zu befürchten. Im Gegenteil: Kompost ist der Bodengesundheit weit zuträglicher als Torf oder torfhaltige Gartenerde.
6. Gießen Es empfiehlt sich, im Garten auf Trinkwasser aus der Leitung zu verzichten und mit Regenwasser zu gießen. Das spart Energie für die Förderung und Aufbereitung von Grundwasser. Außerdem hat Regenwasser einen für Pflanzen idealen ph-Wert. Man zapft es mithilfe einer ins Regenfallrohr eingebauten Klappe, die das Wasser in eine Tonne leitet. Die Tonne sollte möglichst groß sein, denn im Zuge des Klimawandels werden die Sommer künftig heißer und trockener ausfallen. Mit 600 Liter Regenwasser lässt sich ein 100-Quadratmeter-Garten etwa vier Wochen lang bewässern.
7. Technopark Die fortschreitende Elektrifizierung macht auch vor dem Garten nicht halt. Dabei sind nach Einschätzung des BUND elektrisch betriebene Geräte wie Häcksler, Mäher oder Vertikutierer meist überflüssig. Eine Rasenfläche von 200 m² lasse sich problemlos mit dem Handmäher stutzen, stellen die Umweltschützer dazu fest. Und: Der Griff zu Axt, Hacke oder Rechen spare nicht nur Strom, sondern auch den Gang ins Fitness-Studio.
8. Laubsauger Nicht genug, dass sie Energie verschwenden und die Nachbarschaft verlärmen, Laubsauger schaden darüber hinaus auch dem Bodenleben. Denn mit dem Laub werden zugleich darin lebende Kleintiere wie Asseln, Käfer oder Spinnen abgesaugt. Laubsauger arbeiten mit Saugleistungen um die 15 m3 pro Minute und Blasgeschwindigkeiten bis zu 300 km/h. Insbesondere Geräte mit integriertem Häcksler ließen Kleinlebewesen keine Überlebenschancen, kritisiert der NABU.
9. Wasserspiele Teichfontänen oder Wasserspeier lassen sich mit Sonnenenergie betreiben. Es gilt: Je stärker die Sonnenstrahlung, desto höher die Fontäne.
10. Kunstlicht Im naturnahen Garten ist Kunstlicht tabu. Wer es beim Grillabend hell mag, stellt Solarleuchten auf, die sich tagsüber aufladen und nachts bis zu zwölf Stunden Licht spenden. Lampen mit geschlossenem Korpus verhindern, dass Insekten eindringen und verbrennen. Für die Hütte im Schrebergärten gibt es eigens entwickelte Insel-Solaranlagen, die umweltfreundliche Energie für Licht, Kühlschrank und TV erzeugen.
11. Heizpilz Terrassenheizstrahler – egal ob mit Strom- oder Gasanschluss – sind Energiefresser. Das kostet: Im Schnitt seien 11 bis 15 Euro pro Betriebsstunde fällig, hat der TÜV Rheinland errechnet. Aus Sicht des Klimaschutzes sei der Betrieb von Heizstrahlern nicht vertretbar, ergänzt das Umweltbundesamt.
von Hartmut Netz
Energiesparen im Haushalt - Tipps für den Lampenkauf
Früher war Lampenkauf einfach: Die Wahl der richtigen Glühbirne wurde meist bestimmt durch Wattzahl und Größe des Schraubsockels. Heute stapelt sich in den meterlangen Regalen der Elektromärkte eine verwirrende Vielfalt von Lampentypen, vor der oft sogar die Verkäufer kapitulieren. Dabei beantwortet bereits ein gründliches Studium der Packungsangaben die drängensten Fragen – so man das Fachchinesisch versteht. Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe.
1. Qualität Die auf dem Markt angebotenen Energiesparlampen sind in punkto Qualität sehr unterschiedlich. Billigprodukte hätten meist eine nur geringe Lebensdauer, warnt die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen. Zu dem gleichen Ergebnis kommen Langzeituntersuchungen der Stiftung Warentest. Es lohnt sich also, etwas mehr Geld auszugeben und in Markenqualität zu investieren: Für eine hochwertige Sparlampe veranschlagen die Experten der Elektizitätswerke Schönau um die zehn Euro; Sonderformen wie Kerzen oder Globen sind teurer. Als Orientierungshilfen im Lampendschungel sind die Ecotopten-Marktübersicht des Öko-Instituts und die Testurteile der Stiftung Warentest gut geeignet.
2. EU-Label Eine gute Orientierungshilfe für den Lampenkauf ist auch das EU-Energielabel, das Haushaltslampen in Effizienz-Klassen von A bis G einteilt. A steht für besonders stromsparende, G für besonders stromfressende Lampen. Sparlampen erfüllen die Kriterien der Klassen A und B, Niedervolt-Halogenlampen erreichen die Klassen B und C, Hochvolt-Halogenlampen die Klasse D. Glühbirnen schaffen dagegen bestenfalls ein E. Das EU-Label informiert des weiteren über Stromaufnahme in Watt (W) und Lichtstrom in Lumen (lm). Die Angabe der mittleren Lebensdauer in Stunden(h) ist freiwillig. Das EU-Label muss auf der Lampenpackung aufgedruckt sein.
3. Lichtstrom Der Lichtstrom, gemessen in Lumen (lm), gibt an, wie hell eine Lampe brennt. Es gilt: Je höher der Lumenwert beträgt, desto heller erscheint die Lampe. So liefert eine 40-Watt-Glühbirne etwa 400 Lumen – ebensoviel wie eine 7-Watt-Energiesparlampe. Der Lumenwert der jeweiligen Lampe muss immer auf der Packung angegeben sein.
4. Farbspektrum. Keine einzige künstliche Lichtquelle schafft es, das Farbspektrum des Tageslichts naturgetreu wiederzugeben. Während die Zusammensetzung des Tageslichts je nach Tageszeit und Wetterlage schwankt, leuchtet eine Lampe immer gleich. Glühbirnen leuchten weit stärker im rotgelben als im blaugrünen Bereich. Ihr Licht ähnelt deshalb dem Abendlicht bei tiefstehender Sonne. Energiesparlampen dagegen haben kein kontinuierliches Spektrum; sie strahlen einzelne Farben ab, die sich im Auges des Betrachters zu weiß mischen. Der jeweilige Lichtcharakter hängt dabei vom Mischungsverhältnis der verwendeten Leuchtstoffe ab. Unterscheidungsmerkmal ist die auf der Lampenpackung angegebene Farbtemperatur.
5. Farbtemperatur Die Farbtemperatur, angegeben in der Einheit Kelvin, entscheidet über die Wirkung des Lichts: Die Bandbreite reicht von warmweiß (unter 3 300 Kelvin) bis tageslichtweiß (über 5 500 Kelvin). Je höher der Wert, desto mehr Blautöne enthält das Licht und desto kälter wirkt es. Der Glühfaden einer Glühbirne hat eine Farbtemperatur von nur 2 700 Kelvin, Halogenlampen liegen zwischen 2 600 und 3 200 Kelvin. Energiesparlampen haben eine Spannbreite von 2 700 bis 8 000 Kelvin. Häufig verbirgt sich die Farbtemperatur auf der Verpackung in einer Ziffernfolge, etwa „840“: Die 40 steht dann für eine Farbtemperatur von 4 000 Kelvin; die 8 ist ein Wert für die Farbwiedergabe.
6. Farbtreue Lampen gleicher Farbtemperatur können Farben durchaus unterschiedlich wiedergeben. Wie natürlich Farben im Kunstlicht wirken, lässt sich am sogenannten Farbwiedergabe-Index ablesen. Als Referenz gelten Glühbirnen- sie haben mit 100 Punkten den höchsten Index. Halogenlampen erreichen ebenfalls 100 Punkte. Warmweiße Sparlampen liegen bei 80, tageslichtweiße bei 90 und mehr Punkten. Der Farbwiedergabe-Index ist Bestandteil eines dreistelligen Zifferncodes am Lampensockel, beispielsweise 827: Die „8“ steht dabei für eine Farbtreue von 80 Punkten, was im Wohnbereich meist ausreicht.
7. Startzeit Es gibt zwei Typen von Energiesparlampen: Zum einen die Kaltstarter, die über keine Elektroden-Vorheizung verfügen und sofort in voller Helligkeit erstrahlen. Zum anderen die Warmstarter, die ihre volle Lichtleistung erst mit Verzögerung abgeben. Bis die volle Helligkeit erreicht ist, vergehen ein bis anderthalb Minuten. Die Verzögerung verkürzt sich im Lauf der Zeit. Zudem halten Lampen mit Vorheizung länger. Auf der Packung muss die Anlaufzeit angegeben sein, das meint die Zeit, die vergeht, bis die Lampe 60 Prozent ihrer Lichtleistung erreicht hat.
8. Dimmer Nicht alle Energiesparlampen lassen sich dimmen. Dimmbare Sparlampen haben auf der Packung den Hinweis „dimmable“ aufgedruckt. Allerdings ist ein Phasenanschnitts- oder ein Phasenabschnittsdimmer erforderlich. Nur Sparlampen mit dem Aufdruck „DorS“ - ein Kürzel für „Dimming or Switching“ - lassen sich auch mit einem konventionellen Glühlampen-Drehdimmer abregulieren.
9. Quecksilber Energiesparlampen enthalten technisch bedingt in geringen Mengen das giftige Schwermetall Quecksilber. Der Quecksilbergehalt ist gesetzlich auf fünf Milligramm begrenzt und muss auf der Packung angegeben sein. In Lampen guter Qualität finden sich meist nur noch Mengen von weniger als zwei Milligramm, hat die Stiftung Warentest gemessen. Zum Vergleich: Fieberthermometer mit Quecksilbersäule enthalten bis zu 1.000 Milligramm des giftigen Schwermetalls.
von Hartmut Netz Vergleich | Energiespar | Halogen | Glühlampe | Leistung | 11 W | 40 W | 60 W | Betriebsdauer | 12 000 h | 12 000 h | 12 000 h | Stromverbrauch | 132 kWh | 420 kWh | 720 kWh | Lebensdauer | 12 000 h | 4 000 h | 1 000 h | Lampenpreis | 10,00 Euro | 12,00 Euro | 9,00 Euro | Stromkosten (20 Ct/kWh) | 26,40 Euro | 84,00 Euro | 1.144,00 Euro | Gesamtkosten | 36,40 Euro | 96,00Euro | 153,00 Euro |
Quellen: SWM, eigene Recherchen
Energiesparen im Haushalt - LED: effizient, aber teuer
LED: effizient, aber teuer
Das Licht der Zukunft strahlt aus winzigen Lämpchen, nicht größer als der Kopf einer Stecknadel. Die LED (Licht emittierende Diode) macht sich daran, der Energiesparlampe, die derzeit den Standard für effiziente Beleuchtung setzt, den Rang abzulaufen. Beim Leuchtmittelhersteller Osram geht man davon aus, dass 2020 ein Drittel aller Lampen in Privathaushalten LEDs sein werden. Gegenüber den bei vielen Verbrauchern unbeliebten Energiesparlampen bieten die winzigen Dioden eine ganze Reihe von Vorteilen. Einziger Nachteil: noch sind sie zu teuer.
Bis vor einigen Jahren fristete die LED ein Schattendasein als rotes oder grünes Signallämpchen an Videorecordern, CD-Spielern und Fernsehgeräten. Diese Zeiten sind vorbei. Heute leuchtet sie unter anderem in Ampeln, Taschenlampen, Autoscheinwerfern, Fahrradrücklichtern und Lichterketten für den Weihnachtsbaum. Seit kurzem hat die LED nun auch begonnen, den Markt für Wohnraumbeleuchtung aufzurollen. Ihr Vorteil: Bereits heute wandelt sie elektrischen Strom genauso effizient in Licht um wie die Energiesparlampe. Dabei ist ihr Potenzial jedoch bei weitem noch nicht ausgeschöpft.
Winzige Halbleiterkristalle Wie Glühbirnen und Sparlampen erzeugen auch LEDs Licht, haben aber sonst wenig mit den beiden anderen Lampentypen gemein. Während die einen mit einem Glühdraht arbeiten und die anderen per Gasentladung leuchten, funktionieren LEDs mit winzigen Halbleiterkristallen, die durch elektrischen Strom zum Leuchten angeregt werden. Je nach Zusammensetzung des Kristalls leuchten LEDs in den Farben Gelb, Orange, Rot, Grün und Blau. Um genug Leuchtkraft für eine Lampe zu erzielen, müssen mehrere Dioden gekoppelt werden. Das Gros der LED-Lampen, die zur Zeit angeboten werden, liefert noch kaum mehr Helligkeit als als eine 40-Watt-Glühbirne. Einzelne Produkte stoßen jedoch bereits in die 60-Watt-Klasse vor. Zur Erzeugung von weißem Licht, das durch eine Überlagerung verschiedener Lichtfarben entsteht, haben die Hersteller mehrere Verfahren entwickelt: Kombiniert man beispielsweise blaue und gelbe Leuchtdioden, erscheint das abgestrahle Licht weiß. Aus Kostengründenkommt jedoch meist ein anderes Verfahren zum Einsatz, bei dem blaue LEDs mit einem gelb fluoriszierenden Leuchtstoff beschichtet werden. Das Licht solcher Lampen wirkt wegen des hohen Blauanteils im Vergleich mit der Glühbirne jedoch kalt. Um mehr Wärme ins Licht zu bringen, experimentieren einige Hersteller mit einer zusätzlichen roten Diode.
LEDs leuchten ohne Quecksilber Ähnlich wie Energiesparlamen leuchten LEDs in den Lichtfarben warmweiß extra, warmweiß, neutralweiß und tageslichtweiß. Es gibt sie in Birnen-, Globen-, Tropfen- oder Kerzenform und sie werden sowohl für 230-Volt-Netzspannung als auch für Niedervoltsysteme angeboten. Ihr Umweltvorteil im Vergleich zur Energiesparlampe: LEDs kommen ohne das giftige Quecksilber aus. Da sie sofort nach Einschalten mit voller Helligkeit leuchten, eignen sie sich für Treppenhaus und Flur. Auch in Kombination mit Bewegungsmeldern punkten die Dioden, denn häufiges Ein- und Ausschalten vertragen sie ohne Murren. Anders als Sparlampen leuchten LEDs auch bei Minusgraden mit unverminderter Helligkeit – das prädestiniert sie für den Außeneinsatz. Sie sind problemlos dimmbar, stoßunempfindlich, und weil sie sich im Betrieb auf maximal 40 Grad erwärmen, kann man sie bedenkenlos in die Kinderzimmerlampe schrauben.
Potenzial nicht ausgeschöpft In punkto Lebensdauer könnten LED-Lampen noch zulegen, wie Untersuchungen der Stiftung Warentest nahelegen. Theoretisch halten Leuchtdioden bis zu 100 000 Stunden, doch in der Praxis liegen sie derzeit gleichauf mit Energiesparlampen, die 10 000 bis 15 000 Stunden halten. Auch in Sachen Lichtausbeute ist noch was drin: Die LEDs, die Stiftung Warentest unter die Lupe nahm, erreichten 40 bis 80 Lumen pro Watt. Das ist vergleichbar mit der Effizienz guter Energiesparlampen. Unter Laborbedingungen werden jedoch bessere Werte erreicht. Hier schlummert noch Potenzial. Bislang hat sich die erzielbare Lichtleistung der LED alle zwei Jahre verdoppelt. Das eigentliche Problem der LED ist jedoch nicht ihr unausgeschöpftes Potenzial, sondern ihr hoher Preis. Denn damit eine LED-Lampe genauso hell leuchtet wie eine Glühbirne, müssen entsprechend viele Dioden gekoppelt werden, was die Produktionskosten in die Höhe treibt. Deshalb gilt: Je heller die Lampe, desto höher der Preis. Eine leistungsstarke LED-Lampe kostet zwischen 20 und 40 Euro, hat die Verbraucherzentrale NRW ermittelt. Das ist zwei- bis dreimal mehr Geld, als eine vergleichbare Energiesparlampe kostet. „Effizient, aber teuer“, lautet deshalb das Fazit der Verbraucherschützer: LEDs lohnten sich nur dort, wo sie oft und lange brennen.
Korsett des Schraubsockels Genau genommen ist die LED in der Form, in der sie zurzeit verkauft wird, nur eine Krücke. „Retrofits“ nennen Experten diese LEDs mit Schraub- oder Stecksockel, die in die wohlbekannten Glühlampenfassungen passen. Retrofits sind ein Kompromiss, der die Dioden samt zugehöriger Elektronik in eine Fassung zwingt und dadurch die Lebensdauer der LED-Lampe drastisch beschneidet. Denn die Wärme, die im Betrieb frei wird, ruiniert mit der Zeit die elektronischen Bauteile. Hinzu kommt, dass die LED im Unterschied zur Glühbirne ein Punktstrahler ist. Sie funktioniert immer dann optimal, wenn sie nach vorne Licht und nach hinten Wärme abstrahlen kann. Herkömmliche Lampenschirme und Deckenleuchten werden ihrem Charakter deshalb kaum gerecht. Aus dem Korsett des Schraubsockels befreit, bietet die LED eine Fülle neuer Gestaltungsmöglichkeiten: Leuchtbänder, Lichtschlangen und fest verbaute LEDs, die sich nach dem Lego-Prinzip zusammenstecken lassen, sind bereits auf dem Markt. Nach Ansicht von Experten sind sie Vorboten einer Revolution in der Lichttechnik, die nicht mehr einzelne Lichtquellen zum Strahlen bringen wird sondern ganze Flächen – organische Leuchtdioden (OLEDs) machen es möglich. Sie bestehen aus ultrafeinen organischen Schichten, hundertmal dünner als ein Haar, die durch Strom zum Leuchten gebracht werden. OLEDs könnten das Verständnis von Kunstlicht auf den Kopf stellen: Die Wohnungen von übermorgen werden erhellt durch Glühkacheln, Leuchttapeten und Lichtfolien. von Hartmut Netz
> Die Stiftung Warentest hat 20 Sparlampen – darunter vier LEDs – getestet. Das Ergebnis lässt sich für 2,50 Euro downloaden unter www.test.de/themen/haus-garten/test/Sparlampen- Wettstreit-der-Systeme-4206721-4206723/ > Die Broschüre LED – das Licht der Zukunft ist kostenlos erhältlich unter www.licht.de/de/info-und-service/publikationen- und-downloads/lichtwissen-schriftenreihe/
Energiesparen im Haushalt - Immer eine volle Trommel
Immer eine volle Trommel Waschmaschinen sind die Heinzelmännchen der Neuzeit: Trommel füllen, einschalten und fertig. Insbesondere in kinderreichen Familien sind Waschmaschinen im Dauereinsatz. Das schlägt sich in der Stromrechnung nieder: Waschen und trocknen verschlingen mehr als 15 Prozent des im Haushalt verbrauchten Stroms. Wer einen Neukauf plant, sollte also einen Blick auf den Verbrauch werfen: Über die Lebensdauer von 15 Jahren betrachtet spart eine effiziente Maschine 500 Euro Stromkosten.
1. Stromverbrauch. Die meiste Elektrizität frisst das Erhitzen des Wassers. Eine Maschine, die zwanzig Liter Wasser mehr als andere verbraucht, verursacht für den Fall durchschnittlicher Strom- und Wasserpreise in fünfzehn Jahren Mehrkosten von 250 Euro. Sparsame Geräte mit einer Fünf-Kilo-Trommel verbrauchen im 60-Grad-Standardprogramm laut der Ecotopten-Markt-übersicht des Öko-Instituts maximal 45 Liter Wasser und 0,85 Kilowattstunden Strom, Sechs-Kilo-Maschinen höchstens 49 Liter Wasser und 1,02 Kilowattstunden Strom.
2. EU-Label. Als Orientierungshilfe bei der Suche nach einer sparsamen Waschmaschine dient das EU-Energielabel. Es teilt die Geräte in Effizienklassen ein, von A für Stromsparer (grün) bis G für Stromfresser (rot). Im Januar 2011 wurde die A-Klasse erweitert um A+, A++ und A+++. Diese Kennzeichnung wird vom Jahr 2012 an Pflicht sein. Ebenfalls neu: Das Label informiert nun nicht mehr über den Energie- und Wasserverbrauch pro Waschgang, sondern weist den Jahresverbrauch bei wöchentlich vier Waschgängen aus. Die Angabe der Reinigungswirkung entfällt, da künftig alle Maschinen zumindest die Kriterien der A-Klasse erfüllen müssen. Stattdessen gibt das Label die maximale Lärmbelastung beim Waschen und Schleudern in Dezibel an.
3. Markenqualität. Die kostet zwar, doch Untersuchungen der Stiftung Warentest haben ergeben, dass Billigmaschinen wegen der kürzeren Lebensdauer unterm Strich meist teurer kommen. Außerdem hapert es bei sparsamen No-Name-Geräten meist in puncto Waschqualität. Heutige Spitzengeräte schleudern die Wäsche mit mindestens 1 400 Umdrehungen pro Minute, verfügen über eine Mengenautomatik, die den Wasserverbrauch an die Wäschemenge anpasst, und haben ein hochwertiges Sicherheitssystem gegen Wasserschäden, dessen Funktionstüchtigkeit der Hersteller über die die gesamte Lebensdauer der Maschine garantiert.
4. Waschtrockner. Sie kombinieren Waschmaschine und Trockner in einem Gerät – die Wäsche wird in derselben Trommel gewaschen und getrocknet. Allerdings muss man den Trommelinhalt auf zwei Trockengänge aufteilen. Unterm Strich verbraucht ein Waschtrockner mehr Strom als die getrennte Nutzung von Waschmaschine und Trockner.
5. Trommel. Waschmaschinen mit einem Fassungsvermögen von sieben oder gar acht Kilogramm lohnen sich für Privathaushalte so gut wie nie. Werden solche Geräte nicht voll beladen, verbrauchen sie pro Kilo Wäsche meist mehr Strom und Wasser als ein kleines Gerät mit gleicher Beladung. Große Haushalte mit hohem Wäscheanfall fahren am besten mit einer Sechs-Kilo-Maschine. Für Normalhaushalte tut es auch ein Gerät mit Fünf-Kilo-Trommel, für Singles reichen drei Kilo.
6. Mengenautomatik. Moderne Waschmaschinen haben eine Mengenautomatik, die bei teilweiser Beladung die Strom- und Wasseraufnahme senkt. Vor dem Neukauf sollte man die Marktübersicht des Öko-Instituts, Ecotopten, zu Rate ziehen; sie nennt auch den Verbrauch bei halber Beladung. Denn viele Geräte senken die Strom- und Wasseraufnahme bei halbvoller Trommel nur um 15 bis 25 Prozent; gute Geräte kommen auf eine Reduktion von 35 Prozent und mehr.
7. Schleuderzahl. Die Schleuderwirkung gibt Auskunft darüber, wie feucht die Wäsche nach dem Schleudern noch ist. Sie wird auf dem EU-Label mit Noten von A bis G bewertet. Nur Geräte mit Schleuderzahlen von 1 500 Umdrehungen pro Minute (U/min) erreichen die A-Klasse. Solche Maschinen sind deutlich teurer als Geräte mit niedrigeren Drehzahlen. Experten empfehlen, die Wäsche mit 1 200 bis 1 400 U/min zu schleudern und dann in den Trockner zu stecken. Niedrigere Schleuderzahlen erhöhen den Stromverbrauch des Trockners bis 25 Prozent, höhere bringen keine zusätzliche Ersparnis. Solche Überlegungen können einem egal sein, nutzt man die Sonne als Trockner: Man hängt seine Wäsche im Garten oder auf dem Balkon auf und wartet, bis sie trocken ist. Die so erzielte Strom- und Kostenersparnis ist unschlagbar.
8. Standby. Geräte mit elektronischem Sicherheitssystem gegen Wasserschäden (Aquastopp) ziehen auch im abgeschalteten Zustand Strom. Trennt man sie mittels schaltbarer Steckdosenleiste vom Stromnetz, spricht der Aquastopp im Ernstfall nicht mehr an. Durch den Verzicht auf Elektronikschnickschnack wie Uhr und Display lässt sich der Standby-Verbrauch jedoch in Grenzen halten.
9. Warmwasseranschluss. Wer seine Waschmaschine an die Warmwasserleitung anschließt, kann viel Strom sparen – vorausgesetzt, das Wasser im Haushalt wird nicht elektrisch erwärmt. Besonders effizient arbeiten Sonnenkollektoren, aber auch ein moderner Gas-Durchlauferhitzer spart Energie. Allerdings sollte die Leitung vom Boiler zur Waschmaschine möglichst kurz und gut isoliert sein. Faustregel: Es laufen höchstens zwei Liter Kaltwasser aus, bevor es warm wird. Unter diesen Bedingungen lassen sich laut Verbraucherzentrale NRW zwischen 50 und 100 Euro Stromkosten sparen. Allerdings sind bislang nur wenige Modelle mit getrenntem Kalt- und Warmwasseranschluss auf dem Markt. Konventionelle Geräte lassen sich mit einem Vorschaltgerät nachrüsten. von Hartmut Netz
> www.stromeffizienz.de/topgeraete.html bietet einen Online-Check für die Hausgeräte-wahl: In Abhängigkeit individueller Nutzungsgewohnheiten lassen sich die jährlichen Betriebskosten effizienter Waschmaschinen ermitteln. > Marktübersicht energieeffizienter Haushaltsgroßgeräte finden Sie unter www.spargeraete.de > Unter www.test.de/spargeraete hat die Stiftung Warentest energieeffiziente Haushaltsgeräte zusammengestellt – darunter sind auch Waschmaschinen. > Eine regelmäßig aktualisierte Übersicht der energieeffizientesten Waschmaschinen mit Betriebskostenvergleich bietet das Öko-Institut unter www.ecotopten.de/prod_waschen_prod.php
Energiesparen im Haushalt - Porentief rein bei 30 Grad
Porentief rein bei 30 Grad
„60 Grad einstellen und Ariel in den Hauptwaschgang.“ Klementine wusste, wie Wäsche „nicht nur sauber, sondern rein“ wird. Heute ist die Dame mit der Schirmmütze und dem rotweißen Halstuch reklamegeschichte – und um Buntwäsche „porentief“ zu reinigen, muss man das Wasser auch nicht mehr auf 60 Grad heizen, meistens reichen 30 Grad – Technik und Niedertemperaturwaschmittel machen´s möglich. Nebeneffekt: Niedrigere Temperaturen schonen Gewebe und Farben der Kleidungsstücke.
Auch der Geldbeutel wird geschont, wenn man mit den Temperaturen runtergeht. Wer auf die Kochwäsche verzichtet und stattdessen mit 60 Grad wäscht, senkt, wie die Experten der Elektrizitätswerke Schönau errechnet haben, den Stromverbrauch pro Waschgang um fast die Hälfte. Nochmals um die Hälfte weniger Strom zieht die Maschine, wenn die Wäsche statt im 60-Grad-Standardprogramm mit nur 40 Grad gewaschen wird. Die Stromersparnis ist deshalb so groß, weil eine Waschmaschine für das Drehen der Trommel vergleichsweise wenig Energie benötigt; der Löwenanteil geht für die Wassererwärmung drauf. Wer also bei den Waschtemperaturen ansetzt, hat den zentralen Hebel zum Strom- und damit Geldsparen gefunden. Auf den Kochwaschgang kann man heute getrost verzichten, denn dank moderner Vollwaschmittel wird die Wäsche auch bei geringeren Temperaturen sauber. Für Buntwäsche reicht meist das 30-Grad-Programm; Weißwäsche wird bei 40 bis 60 Grad sauber; bei Bett- und Babywäsche und stark verschmutzten Handtüchern sorgen das 60-Grad-Programm und ein bleichehaltiges Waschmittel für ein hygienisch einwandfreies Waschergebnis.
Rezepturwechsel bei Omo & Co Im Fall der Temperatur sollte man sich immer vor Augen halten, dass Kleidungsstücke heutzutage längst nicht mehr so stark verschmutzt sind wie noch vor Jahrzehnten. Die meisten Menschen arbeiten im klimatisierten Büro statt im Schweiße ihres Angesichts und wechseln Hemd, Hose und Unterwäsche nahezu täglich. Das haben auch die Waschmittelhersteller erkannt und vor einigen Jahren die Rezepturen von Ariel, Omo, Persil und Co. so geändert, dass die Mittel ihre volle Waschkraft bereits bei 20 Grad entfalten. Ein Paradigmenwechsel, den Henkel im Stillen vollzog, Procter & Gamble mit Ariel Kalt-Aktiv jedoch mit hohem Aufwand bewarb. Zu diesem Zweck hatte der Konzern das Öko-Institut in Freiburg mit einer Studie beauftragt, die dem Waschen bei niedrigen Temperaturen ein großes Energiesparpotenzial bescheinigte. Die Tatsache, dass Wäsche bei niedrigen Temperaturen genauso „porentief rein“ werden kann wie bei hohen, lässt sich anhand des sogenannten Sinnerschen Kreises zeigen.
Demnach bestimmen vier Parameter das Reinigungsergebnis: Chemie, Mechanik, Temperatur und Einwirkzeit. Jeder der vier Parameter ist in seiner Größe veränderbar und kann durch die drei anderen kompensiert werden. Verringert man die Temperatur, muss man dieses Manko demnach durch einen der drei anderen Parameter ausgleichen, um auf das gleiche Waschergebnis zu kommen wie bei einer höheren Temperatur.
Kaltwaschen bei 15 Grad Daraus folgt: Mit einer modernen, effizient konstriuierten Waschmaschine, einem hochwirksamen Niedertemperaturwaschmittel und einer verlängerten Einwirkzeit wird die Buntwäsche heutzutage bei 30 Grad genauso sauber wie früher im 60-Grad-Programm. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass man bei den beliebten Kurzprogrammen wegen der kürzeren Einwirkzeit Abstriche beim Waschergebnis hinnehmen muss.
Die Erkenntnisse des Sinnerschen Kreises haben sich unter den Verbrauchern jedoch noch nicht so recht herumgesprochen: Eine Umfrage der Universität Bonn unter 5 000 Waschmaschinenbesitzern ergab, dass die Deutschen ihre Wäsche im Schnitt bei 46 Grad waschen. Im globalen Vergleich ist das hoch: In Spanien beispielsweise ist Kaltwaschen bei 15 Grad so verbreitet, dass es die nationale Durchschnittstemperatur auf 33 Grad drückt. In Australien, Japan und den USA haben Waschmaschinen nicht einmal einen eigenen Heizstab, sondern werden mit Warmwasser aus der Leitung versorgt. Alle Wäschearten werden bei gleicher Temperatur gewaschen, also irgendwo zwischen 30 und 40 Grad.
Dass in Deutschland niedrige Waschtemperaturen skeptisch betrachtet werden, hat vermutlich mit der Macht der Gewohnheit und der Angst vor Krankheitserregern zu tun. Tatsächlich tötet eine scharfe Lauge, mit der früher die Schmutzwäsche im Kochwaschgang geschunden wurde, weit mehr Mikroben ab als heutige milde Reinigungsmittel im Niedertemperatur- Betrieb. Studien haben ergeben, dass bei einer 30-Grad- Wäsche mit einem milden Colorwaschmittel weit mehr Keime überleben als im 60-Grad-Waschgang. Als aggressiver erwiesen sich bleichhaltige Vollwaschmittel; sie konnten die Mikroben auch bei niedrigen Temperaturen stoppen.
Angst vor Krankheitserregern Thomas Hauer vom Freiburger Beratungszentrum für Hygiene hält es jedoch für unwahrscheinlich, dass der Trend zur Niedertemperatur-Wäsche die Krankheitsgefahr im Haushalt erhöht: „Wenn alle Familienmitglieder gesund sind und die Waschmaschine ab und zu gereinigt wird, besteht kein Grund zur Sorge“, sagt der Hygiene- und Umweltmediziner.
60 Grad Wassertemperatur und ein Vollwaschmittel seien ausreichend, um Keime abzutöten. Von desinfizierenden Hygienespülern rät Hauer ausdrücklich ab: „Umweltbelastung und allergisches Risiko stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen der Mittel.“ Um in der Waschmaschine eine übermäßige Keimbildung zu verhindern, sollte man stattdessen einmal pro Monat bei 60 Grad waschen. Der Biofilm-Experte Hans-Curt Flemming von der Universität Duisburg rät zudem, die Wäsche in der Sonne zu trocken: „Hitze und UV-Licht bekommen den Mikroben nicht.“ Entwarnung an allen Fronten also. Haushalten, die bisher am Waschen bei heißen Temperaturen festgehalten haben, rät das Öko-Institut zum „One-Click-Down-Szenario“: Man wäscht immer eine Temperaturstufe niedriger als gewohnt. Beim Neukauf einer Maschine sollte man ein Modell wählen, das im Standardprogramm auch mit 20 Grad oder kalt wäscht. Dabei sind es die Textilhersteller, die den Trend zur lauwarmen Wasche beschleunigen: Viele Gewebe halten nur noch Temperaturen bis maximal 30 Grad aus.
von Hartmut Netz > Mithilfe des Online-Waschrechners lässt sich der Wasser- und Stromverbrauch pro Waschgang berechnen: www.forum-waschen.de/e-trolley/page_8855/ index.html > Alles Wissenswerte zum Thema sowie einen Waschund Spülmaschinenrechner unter www.forumwaschen. de > Tipps zum Wäschewaschen und -pflegen bietet www.waesche-waschen.de/
Engeriesparen im Haushalt - Clever waschen
Clever Waschen
Heutzutage kann sich kein Mensch mehr vorstellen, was für eine Plackerei das Wäschewaschen früher war: Nach dem Einweichen in heißer Lauge wurde jedes einzelne Stück geknetet, gerieben und geschlagen, kalt gespült und schließlich mit ganzer Kraft ausgewrungen. Erst dann war es reif für die Leine. Aber selbst im Zeitalter der vollautomatischen Waschmaschine lässt sich das Wäschewaschen weiter optimieren: Wer mit voller Trommel, niedriger Temperatur und richtig dosiertem Waschmittel wäscht, senke die Kosten für das Wäschewaschen um ein Drittel, hat die Verbraucherzentrale NRW ermittelt.
1. Sortieren. Bevor die Wäsche in die Trommel kommt, muss sie vorsortiert werden. Man sortiert nach Empfindlichkeit: Welche Waschtemperatur und welches Waschmittel – bei Baukastensystemen: welche Komponenten – verträgt das Wäschestück? Sortiert man nicht und wäscht Buntwäsche und robuste weiße Wäsche gemeinsam, bleiben entweder die bunten Teile auf der Strecke oder die weißen Stücke werden nicht richtig sauber. Auch sehr helle und sehr dunkle Wäsche sollte man möglichst getrennt voneinander waschen, sonst kann es passieren, dass einzelne Teile abfärben.
2. Flecken. Wäschestücke mit hartnäckigen Verschmutzungen sollten vorbehandelt werden. Blutflecken lassen sich mit kaltem Wasser ausspülen, gegen Obst- und Gemüseflecken hilft Auswaschen mit Gallseife; Kaffeeflecken entfernt man mit konzentrierter Waschmittellösung und etwas Essig, Gras und Rotweinflecken sollten noch im feuchten Zustand mit Gallseife behandelt werden. Es gilt: Je empfindlicher das Gewebe, desto schwieriger die Fleckentfernung. Denn die Fasern können beschädigt werden oder sich entfärben.
3. Beladung. Die Bedienungsanleitung der Waschmaschine gibt die maximale Beladungsmenge in Kilo an. Das ist in der Praxis die Wäschemenge, die im trockenen Zustand mit etwas Druck in die Trommel passt. Diese Faustregel lässt sich jedoch nur auf unempfindliche Wäsche aus Baumwolle oder Mischgewebe anwenden. Für empfindliche Teile aus Synthetik, Seide oder Wolle gelten deutliche geringere Beladungsmengen. Vollbeladene Maschinen arbeiten am effizientesten. Dies gilt auch für Geräte mit Mengenautomatik. Diese Zusatzfunktion senkt bei Teilbeladung zwar die Stromund Wasseraufnahme, tut dies jedoch nicht im gleichen Verhältnis zur Wäschemenge: Die besten Geräte auf dem Markt reduzieren den Strom- und Wasserverbrauch bei halber Beladung um maximal 35 Prozent.
4. Vorwäsche. Leicht verschmutzte Wäsche wird auch ohne Vorwäsche sauber. In diese Kategorie fallen alle Wäschestücke, auf denen keine Verschmutzungen oder Flecken sichtbar sind und die höchstens ein wenig streng riechen wie Gäste-Handtücher oder T-Shirts, die nur einen Tag getragen wurden. Auch bei normal verschmutzer Wäsche ist der Vorwaschgang überflüssig. Dazu zählen Textilien mit sichtbaren Schmutzrändern und leichten Flecken; also beispielsweise durchgeschwitzte Hemden und bis zu einer Woche benutzte Handtücher. Bei stark verschmutzter Wäsche kann Vorwaschen dagegen das Waschergebnis verbessern. Darunter fallen Stücke mit deutlich erkennbaren starken Flecken; beispielsweise Baby-Lätzchen, Stoffservietten, Geschirrtücher oder die Berufskleidung von Handwerkern. Wer auf die Vorwäsche verzichtet, spart – abhängig von der Waschtemperatur – zwischen 10 und 30 Prozent Energie.
5. Waschmittel. Sogenannte Vollwaschmittel vereinen im Pulver Basiswaschmittel, optische Aufheller, Bleichmittel und Enthärter. Sie eignen sich für alle weißen und farbechten Textilien aus Baumwolle, Leinen oder Mischgewebe. Colorwaschmittel verzichten auf optische Aufheller und Bleichmittel und reinigen Buntwäsche schonender als Vollwaschmittel. Feinwaschmittel enthalten faser- und farbschonenden Pflegekomponenten. Mit ihnen wird empfindliches Gewebe, beispielsweise Kunstfaser, ohne unterwünschte Nebenwirkungen sauber. Ökologisch gesehen schneiden Baukasten- Waschmittel am besten ab, denn die einzelnen Komponenten lassen sich je nach Bedarf zugeben und dosieren. Von flüssigen Vollwaschmitteln rät das Umweltbundesamt ab. Wegen ihres höheren Tensid-Gehaltes belasten sie die Umwelt weit stärker als Waschmittel in Pulverform. Textilien aus Seide und Wolle sollten mit speziellen Wollwaschmitteln im Schongang oder von Hand gewaschen werden.
6. Dosierung. Waschmittel enthalten Chemikalien, die die Umwelt belasten. Richtiges Dosieren ist ratsam. Insbesondere Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut sollten die Dosierempfehlungen auf der Packung nicht überschreiten, denn Duft- und Bleichmittel können Haut und Atemwege reizen. Eine Unterdosierung wiederum kann zu einem unbefriedigenden Waschergebnis führen. Trotzdem gebe ein Drittel der Deutschen zu viel, ein weiteres Drittel zu wenig Waschmittel in die Maschine, sagt der Entwicklungsingenieur beim Gerätehersteller Bosch, Ingo Schulze. Die richtige Dosierung hängt vom Verschmutzungsgrad der Wäsche und dem Härtegrad des Wassers ab, den man beim heimischen Wasserwerk erfragen kann. Seit dem Jahr 2005 gelten europaweit drei neue Härtebereiche, die die vier alten in Deutschland abgelöst haben.
7. Weichspüler. In heute gängigen Weichspülern werden nur noch Tenside eingesetzt, die biologisch vollständig abbaubar sind. Allerdings enthalten Weichspüler auch Duftstoffe, die allergische Reaktionen hervorrufen können. Außerdem verringern sie die Wasseraufnahme von Textilien, was bei Handtüchern ziemlich nerven kann.
8. Schleudern. Wer die Wäsche nach dem Waschen in den Trockner steckt, sollte sie mit 1.200 bis 1.400 Umdrehungen pro Minute schleudern, rät die Verbraucherzentrale NRW. Höhere Schleuderzahlen rentierten sich nicht, denn sie hätten praktisch keinen Einfluss auf den Stromverbrauch des Trockners. Am meisten spart allerdings, wer seine Wäsche mit 400 Umdrehungen schleudert und sie auf einer Wäscheleine in der Sonne trocknen lässt. Garantierter Zusatznutzen: Eventuell noch vorhandene Keime werden durch das UV-Licht zuverlässig abgetötet. Wer seine Wäsche noch auf der Leine in Form zieht, spart sich zudem in vielen Fällen das Bügeln.
9. Wäschepflege. Wer lange Freude an seinen Kleidungsstücken haben will, sollte nicht öfter waschen als unbedingt nötig. Die meisten Textilien müssen nicht nach jedem Tragen gewaschen werden. Oft genügt es, die Kleidung auszulüften oder abzubürsten. Zu kurze Waschabstände beschleunigen den Alterungsprozess: Farben bleichen aus, die Fasern verschleißen.
von Hartmut Netz
> Alles zum Thema Energiesparendes Waschen und Spülen sowie einen Wasch- und Spülmaschinenrechner bietet www.forum-waschen.de > Tipps zum Wäschewaschen und -pflegen sowie ein Lexikon, das die wichtigsten Begriffe erklärt, gibt es unter www.waesche-waschen.de/
Energiesparen im Haushalt - Was eine Kilowattstunde Strom leistet
Was eine Kilowattstunde Strom leistet
Im Rahmen des European Energy Award werden wir als Service der Gemeinde Fronreute in unregelmäßigen Abständen Bürgerinfos zu verschiedenen Themen veröffentlichen.
Die meisten Menschen haben nur eine vage Vorstellung davon, wofür sie wieviel Energie verbrauchen, geschweige denn, dass sie wissen, was man mit einer Kilowattstunde Strom anfangen kann. Wer aber weiß, welche Elektrogeräte im Haushalt über das Jahr gerechnet sehr viel Energie verschlingen und welche weniger, ändert sein Nutzerverhalten automatisch – und zwar vor allem dort, wo es am meisten einbringt.
Die verbrauchte Energie seiner elektrischen Geräte daheim zu ermitteln, ist ganz einfach, verrät uns die Verbraucherzentrale in Sachsen (VZS): Man multipliziert die Leistung des Geräts – zu finden auf der Produktetikette – mit seiner Laufzeit. Beispiel: Ein Fernseher leistet 60 Watt und läuft vier Stunden lang, dann benötigt das TV-Gerät dafür 240 Wattstunden Strom oder eine knappe viertel Kilowattstunde. Da eine Kilowattstunde derzeit etwa 25 Cent kostet, muss man für die vier Stunden, die der Fernseher gelaufen ist, demnach knapp acht Cent berappen. Man kann daran also deutlich den Einfluss der Leistung eines Gerätes auf den Stromverbrauch erkennen: Ein Fernsehgerät mit 200 Watt Leistung kostet dann für vier Stunden bereits fast 20 Cent. Das seien zwar noch keine ganz großen Summen, räumen die Verbraucherschützer in Sachsen ein, doch über das Jahr verteilt käme da schon einiges zusammen. Denn multiplizieren Sie doch mal, um beim Beispiel Fernsehen zu bleiben, die Leistung Ihres TV-Geräts (z. B. 200 Watt) mit den täglichen Betriebsstunden (rund vier Stunden) und 365 Tagen für ein Jahr (oder benutzte Tage) und teilen die Summe durch 1 000 (1 000 Wh = 1 kWh), dann ergeben sich: 200 x 4 x 365 : 1000 = 292 kWh. Diese Strommenge mal 25 Cent (für eine Kilowattstunde) macht 73 Euro, die Sie pro Jahr allein für Ihren täglichen Fernsehgenuss bezahlen müssen. Nun rechnen Sie das auch für all Ihre weiteren Elektrogeräte in Ihrem Haushalt auf einer Liste nach. Alle Werte zusammengezählt ergeben in etwa die Zahl der Kilowattstunden, die auch auf Ihrer Jahresstromrechnung stehen sollte. Je nachdem, wie gut man geschätzt hat, liegt man dichter dran oder weiter weg. Fünfzig Prozent daneben seien „für den Anfang schon ziemlich gut“, meint der Bund der Energieverbraucher. Und der Energieexperte der VZS, Roland Pause, rät: „Wenn Verbraucher nun aufmerksam ihr Nutzungsverhalten beobachten, können sie bewerten, wo ihre Schwachstellen beim Stromverbrauch sind und dies entsprechend beeinflussen.“ von Tim Bartels
Tipps für Stromverbraucher: 1. Besuchen Sie regelmäßig Ihren Stromzähler. Voraussetzung für effektives Sparen ist die Kenntnis des Strombedarfs. Deshalb sollten Sie eine Strombilanz machen: Wie viel Strom verbrauchen Sie an einem Tag, in einer Woche, in einem Monat und in einem Jahr? Die Bilanz hat auch den Vorteil, dass Sie bei der nächsten Stromrechnung nicht mehr so leicht von Ihrem Stromverbrauch überrascht werden!
2. Achten Sie auf A+++. Von 2012 an gelten neue Energieeffizienzklassen. Bei der Ausgestaltung der neuen Energieklasse A+++ (Kühl- und Gefriergeräte, Weinkühlschränke, Fernseher, Waschmaschinen, Wäschetrockner und Geschirrspülmaschinen) hat die Industrie darauf geachtet, dass die Anforderung für A+++ an die jeweilige Gerätekategorie angepasst wurde und mit dem alten Label meist nicht mehr vergleichbar ist.
3. Wenn Ihr altes Gerät ausgedient hat, wählen Sie ein Neues mit Sparpotential. Selbst wenn Sie vor zwölf Jahren bereits auf einen niedrigen Strombedarf geachtet haben, können Sie heute bei einem notwendigen Austausch eines Kühl- oder Gefriergeräts noch viel Strom sparen, bei gleichem Nettovolumen bis 50 Prozent! Wählen Sie die EU-Energieklasse A+++ und nur im Notfall A++.
4. Side-by-Side-Kombinationen meiden. Sie sind der heimliche Favorit: Die großen Kühl- und Gefrierkombinationen mit zwei Türen nebeneinander und viel Schnickschnack innen drin. Diese oft amerikanisch geprägten Geräte benötigen in der Normfunktion 450 kWh/Jahr und erreichen mit ihren sinnlosen Luxusfunktionen pro 100 Liter Kühl- und Gefriervolumen oft das Doppelte des heute bei Neugeräten üblichen Strombedarfs.
5. Umluftbacköfen sind sparsam. Allgemein verbraucht ein Backofen bei konventioneller Beheizung bis 25 Prozent mehr Strom als in der Umluftfunktion. Die Angaben stehen im Datenblatt zum Gerät. Verbräuche von 0,65 kWh in der Umluftfunktion und 0,80 kWh bei konventioneller Beheizung gelten als stromsparend. Stromfressende Backöfen mit 60- Liter-Volumen verbrauchen mehr als 1 kWh Strom.
> Weitere 78 Schönauer Strom und Energiespartipps gibt es wunderbar einleuchtend in der PDF-Broschüre unter www.ews-schoenau.de/fileadmin/content/documents /Mitwissen/Energiesparen/EWS-Energiesparbroschuere _2011.pdf
Energieeffizienz bedeutet, mehr aus einer Kilowattstunde herauszuholen:
Für elektrische Energie ist Kilowattstunde (kWh) die übliche Verrechnungseinheit: Ein Elektrogerät mit einer Leistung von 1 000 Watt (W), das eine Stunde lang läuft, verbraucht 1 kWh Strom. Und damit …
• … leuchtet eine 40-Watt-Glühlampe ( als letzte ihrer Art noch bis September 2012 im Handel) 25 Stunden lang. • … strahlt eine 10-Watt-Energiesparlampe (gleiche Leuchtstärke wie die 40-W-Glühbirne) 100 Stunden lang. • … läuft ein Staubsauger auf mittlerer Stufe eine Stunde lang. • … kühlt ein 300-Liter-Kühlschrank zwei Tage lang. • … glättet das Bügeleisen 15 Hemden. • … liefert eine Kaffeemaschine 70 Tassen. • … erhitzt eine Herdplatte eine halbe Stunde lang. • … läuft ein elektrischer Durchlauferhitzer drei Minuten.
Energiesparen im Haushalt - Wäsche trocknen - Ein Hoch auf die Leine!
Ein Hoch auf die Leine
Sie sind schnell und bequem: Wäschetrockner ersparen das Auf- und Abhängen und die Wäsche trocknet in kürzester Zeit. Doch die Arbeitserleichterung ist teuer erkauft: Trockner gehören zu den hungrigsten Energiefressern im Haushalt überhaupt. Auf bis zu 150 Euro pro Jahr können sich die Stromkosten summieren. Zwar arbeitet die neue Trockner-Generation deutlich sparsamer als herkömmliche Geräte, der dafür nötige technische Mehraufwand kostet aber einige hundert Euro mehr. Trotzdem bleibt die Umweltbilanz der Wäscheleine unerreicht. Von Hartmut Netz
1. EU-Label. Als Orientierungshilfe bei der Suche nach einem sparsamen Trockner dient das EU-Energielabel. Es teilt die Geräte in sieben Effizienzklassen ein, von A für Stromsparer (grün) bis G für Stromfresser (rot). Zudem gibt es an, ob das Gerät ein Abluft- oder ein Kondensationstrockner ist und nennt für die Beladung mit Baumwolle die maximale Füllmenge und den Energieverbrauch je Trockengang. Die meisten käuflichen Geräte erreichen bestenfalls die Effizienzklasse C; in der A-Klasse rangieren ausschließlich gasbetriebene Trockner und solche mit integrierter Wärmepumpe.
2. Trockner-Typen. Der Ablufttrockner saugt Luft aus dem Aufstellraum, heizt sie elektrisch auf und trocknet damit die Wäsche. Die nun feuchte Luft wird über einen Schlauch ins Freie geblasen. Ablufttrockner sollten in trockenen, unbeheizten und gut belüfteten Räumen stehen. Denn je höher die Luftfeuchte, desto mehr Strom braucht das Gerät. Im beheizten Raum würde ein Ablufttrockner zudem die Heizkosten in die Höhe treiben, denn die angesaugte Raumluft wird durch nachströmende Kaltluft von draußen ersetzt. Optimal aufgestellt verbraucht ein Ablufttrockner etwa ein Zehntel weniger Strom als ein Kondensationstrockner. Auch der Kondensationstrockner holt die Feuchtigkeit mittels elektrisch erwärmter Luft aus der Wäsche. Anders als bei Ablufttrocknern zirkuliert die Prozessluft in einem geschlossenen Kreislauf. Um sie abzukühlen, saugt das Gerät Luft aus dem Aufstellraum an. Dabei kondensiert die Feuchtigkeit. Die abgekühlte Prozessluft wird nun erneut aufgeheizt und über die Wäsche geführt, während die aufgewärmte Kühlluft in den Raum strömt. Kondensationstrockner sollten nur in gut belüfteten Räumen aufgestellt werden. Bei manchen Geräten entweicht bis zu einem Drittel der Restfeuchte in den Raum – das kann zu Schimmelproblemen führen. Kondensationstrockner sind deutlich teurer als Ablufttrockner. Der Wärmepumpen-Trockner ist ein Kondensationstrockner, der die Prozessluft mithilfe einer integrierten Wärmepumpe heizt und kühlt. Die beim Kühlen entzogene Energie erwärmt wieder die Prozessluft. Damit verbrauchen die Geräte nur halb soviel Strom wie normale Kondensationstrockner. Allerdings kosten die Trockner zwischen 825 und 1. 250 Euro und sind damit überdurchschnittlich teuer. Zudem enthalten sie klimaschädliche Kältemittel.
3. Feuchtesteuerung. Feuchtegesteuerte Trockner arbeiten effizienter als zeitgesteuerte, denn sie schalten ab, wenn der vorgewählte Trockengrad erreicht ist.
4. Amortisation. Bei einem Strompreis von 22 Cent pro Kilowattstunde kostet ein Trockengang im herkömmlichen Kondensationstrockner etwa 65 bis 95 Cent, im Wärmepumpen-Trockner 35 bis 55 Cent. Bei intensiver Nutzung amortisiert sich ein Wärmepumpen-Gerät laut Stiftung Warentest nach etwa zehn Jahren. Dafür müsste der Trockner aber zweimal pro Woche laufen – selbst im Sommer, wenn die Wäsche im Garten oder auf dem Balkon zum Nulltarif trocknen könnte. Trotz langer Amortisationszeiten sollte jedoch gelten: Wenn schon ein Trockner, dann bitte mit Wärmepumpe.
5. Schleudern. Kommt die Wäsche in den Trockner, sollte sie zuvor mit 1 200 bis 1 400 Umdrehungen pro Minute geschleudert werden. Je geringer die Restfeuchte, desto kürzer die Trockenzeit. Das spart bis zu 40 Prozent Energie.
6. Trockner-Tipps. Vor dem Trocknen sollte man die Wäsche nach Material, Stärke und Größe sortieren. Werden Stücke ähnlicher Beschaffenheit zusammen getrocknet, verkürzt sich die Trockenzeit. T-Shirts, Unterwäsche und Sporthemden laufen beim ersten Trocknen meist ein. Grundsätzlich gilt: Nur ein voll beladener Trockner arbeitet effizient.
7. Wartung. Geräte mit vollem Flusensieb brauchen länger zum Trocknen der Wäsche und ziehen mehr Strom. Deshalb sollte das Sieb nach jedem Trockengang gereinigt werden. Bei Kondensationstrocknern muss zudem der Kondensatbehälter geleert werden. Auch den Wärmetauscher sollte man regelmäßig reinigen, da das Gerät sonst mehr Strom verbraucht. Bei Wärmepumpen-Trockner gilt: Pumpenfilter stets säubern, sonst steigt der Stromverbrauch.
8. Wäscheleine. Eine gute Wäscheleine gibt es im Handel ab sieben Euro. Damit dauert das Trocknen der Wäsche zwar länger, dafür fallen jedoch keine weiteren Kosten an – Sonne und Wind arbeiten gratis. Garantierter Zusatznutzen: Das UV-Licht der Sonne tötet eventuell vorhandene Keime zuverlässig ab. Im Sommer empfiehlt es sich, die Wäsche mit 400 Umdrehungen pro Minute zu schleudern und sie dann draußen zu trocknen. Im Winter sollte die Schleuderzahl auf 1 200 erhöht und die Wäsche in einem unbeheizten und belüfteten Raum im Keller oder auf dem Dachboden getrocknet werden. Ein 25-Watt-Ventilator, der Luft zwischen den Wäschestücken hindurch bläst, reduziert die Trockenzeit auf einen Tag. Dabei anfallende Stromkosten: etwa 13 Cent. Ist die gesamte Wohnung beheizt, sollte die Luftfeuchtigkeit im Aufstellraum möglichst gering sein. So sind Feuchteschäden ausgeschlossen.
> Mehr Tipps zum Wäschewaschen und zur Wäschepflege sowie ein Lexikon mit den wichtigsten Begriffen finden Sie unter www.waesche-waschen.de > Die Initiative EcoTopTen bietet eine regelmäßig aktualisierte Marktübersicht der sparsamsten Trockner mit Betriebskosten-Vergleich: www.ecotopten.de/prod_trocknen _prod.php > Unter www.test.de/spargeraete hat die Stiftung Warentest energieeffiziente Haushaltsgeräte zusammengestellt – darunter auch Trockner. Das Besondere: Die Tester haben alle Werte selbst gemessen.
Energiesparen im Haushalt - Akkus - Einfach aufladen
Akkus - Einfach aufladen
Ohne Netz immer Strom, versprechen die Akku-Hersteller. Und werben für ihre Produkte mit bis zu tausend Ladezyklen. Anders der Ruf bei den Verbrauchern: Akkus seien grundsätzlich leer, wenn man sie brauche, so ein gängiges Vorurteil. Und schon nach ein paarmal Aufladen gingen sie kaputt. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte: Wo die einen meist zu vollmundig werben, verkürzen die anderen aus Unwissenheit oft die Lebensspanne der kleinen Stromspender. von Hartmut Netz
1. Kapazität. Je mehr entnehmbare Ladung ein Akku enthalten kann, desto höher ist seine Kapazität. Die hängt vom Typ und der Größe des Akkus ab und wird in Milli-Ampere-Stunden (mAh) angegeben.
2. Einsatz. Akkus eignen sich für alle Geräte, die viel Strom brauchen und häufig genutzt werden, wie Spielzeug, tragbare Musikspieler oder Fahrradbeleuchtung. Selten genutzte Geräte – etwa Taschenlampen – sollte man dagegen mit Batterien bestücken, da diese sich nur in sehr geringem Maße selbst entladen. Auch für Geräte, die nur wenig Strom ziehen – Uhren, Fernbedienungen oder Taschenrechner –, sind Einmal-Batterien die bessere Wahl. Manchmal schreibt die Bedienungsanleitung gar den Einsatz von Batterien vor. Das ist dann der Fall, wenn Akkus wegen ihrer geringeren Zellspannung das Gerät schädigen können. Beim Kauf sollte man Nickel-Metallhydrit-Akkus bevorzugen: Die kosten zwar etwas mehr und machen bei Kälte schneller schlapp als Nickel-Cadmium-Zellen, dafür sind sie aber robuster, leistungsstärker und weniger umweltschädlich.
3. (Ent-)Laden. Akkus gemeinsam zu nutzen, ist nur dann sinnvoll, wenn Kapazität und Ladezustand gleich groß sind – sonst gilt: Das schwächste Glied bestimmt die Power. Auch Akkus und Einmal-Batterien darf man nie mischen. Haben Akkus erkennbar an Kapazität verloren, lassen sie sich durch mehrmaliges Laden und Entleeren auffrischen. Sind die Akkus geladen, sollte das Ladegerät vom Netz getrennt werden, sonst zieht es weiter Strom. Für Handy- und Notebook-Akkus gilt: Ständiges Nachladen bei nur teilweiser Entladung schwächt langfristig die Zellen. Wer den Notebook-Akku längere Zeit nicht nutzt, sollte ihn aus dem Gerät nehmen.
4. Tiefentladung. Akkus, die erkennbar schwächeln, sollten sofort geladen werden. Wer den Mini-CD-Player weiter betreibt, obwohl sich die Batterieanzeige schon gemeldet hat, riskiert, dass eine Mindestspannung unterschritten und der Akku zerstört wird. Hochwertige Elektrogeräte schalten automatisch ab, bevor dieser Zustand erreicht ist.
5. Memory-Effekt. Kaum nimmt man ein Gerät mit frisch geladenen Akkus in Betrieb, sind die Zellen schon wieder leer. Das kann am Memory-Effekt liegen: Wird ein nur teilweise entleerter Akku geladen, „merkt“ er sich die letzte Ladestufe und gibt nur noch bis zu dieser Stufe Strom ab. Je öfter Akkus im teil-entleerten Zustand geladen werden, desto schneller schaukelt sich dieser Prozess hoch – bis die Kapazität der Akkus erschöpft ist. Dieses Phänomen tritt heute allerdings nur noch bei speziellen Nickel-Cadmium-Zellen auf, die in Akku-Packs für Elektrowerkzeuge verwendet werden.
6. Lagerung. Akkus lohnen sich nur, wenn sie regelmäßig in Betrieb sind. Lagert man volle Akkus über längere Zeit, entladen sie sich von selbst – je wärmer es ist, desto schneller verpufft die Ladung. Spätestens nach einem Jahr müssen sie wieder befüllt werden, sonst droht Tiefentladnung. Aber auch leere Akkus sind keine Lagerware: Ständiges Auf- und Entladen vertragen sie besser als nutzloses Herumliegen.
7. Ladegerät. Am Ladegerät sollte man auf keinen Fall sparen. Zu empfehlen sind Geräte mit Mikroprozessor-Steuerung, die abschalten, sobald die Akkus optimal mit Strom gefüllt sind. Von zeitgesteuerten Ladegeräten sollte man die Finger lassen, denn sie stoppen die Stromzufuhr unter Umständen bereits, wenn der Akku nur zum Teil geladen ist. Bei Akkus geringerer Kapazität besteht sogar die Gefahr der Überladung. Da intelligente Ladegeräte auch halbvolle Akkus richtig laden, kann auf eine Entladefunktion verzichtet werden. Auch eine „Refreshing“-Funktion, die schwächelnden Akkus wieder auf die Beine helfen soll, ist überflüssig. Wichtig dagegen: getrennte Leuchtdioden, die den Ladezustand jedes einzelnen Aklkus anzeigen. Defekte Zellen lassen sich damit zuverlässig identifzieren. Gängige Ladegeräte akzeptieren Nickel-Cadmium- und Nickel-Metallhydrit-Akkus. Für Lithium-Ion- und Lithium-Polymer-Zellen sind spezielle Geräte nötig. Gute Ladegeräte für die Steckdose kosten zwischen 25 und 50 Euro. Solarbetriebene sind zwar doppelt so teurer, dafür ist aber der Ladestrom gratis.
8. Ladezeit. Beim Schnellladen werden die Akkus zwar in nur vier Stunden gefüllt, jedoch auch ziemlich gestresst. Bei der Stiftung Warentest machte jeder dritte Mignon-Akku nach 300 Schnellladezyklen endgültig schlapp. Fast alle anderen verloren mehr als die Hälfte ihrer Kapazität. Die Warentester raten deshalb, auf Schnellladegeräte zu verzichten und die Akkus in Normalzeit zu füllen. Das dauert zwar um die 14 Stunden, schont jedoch insbesondere Zellen hoher Kapazität.
9. Entsorgung. Akkus enthalten gesundheitsgefährdende Stoffe wie Nickel und und das hochgiftige Cadmium, das Nieren und Leber schädigt und Krebs verursacht. Akkus müssen deshalb im kommunalen Wertstoffhof entsorgt oder an den Handel zurückzugegeben werden. Daneben haben einige Werkzeughersteller eigene Rücknahmesysteme etabliert. Aus Nickel-Cadmium-Akkus lassen sich Cadmium und ein Stahl-Nickel-Gemisch zurückgewinnen; aus Nickel-Metallhydrid-Akkus entsteht ein nickelhaltiger Legierungsstoff für die Stahlproduktion. Aus Lithium-Ion- und Lithium-Polymer-Zellen werden Kobalt, Nickel und Kupfer wiedergewonnen. Unverwertbare Akku-Bestandteile werden auf Deponien endgelagert.
> Die Stiftung Warentest hat 24 Akkus unter die Lupe genommen: Ergebnisse gratis downloadbar unter www.test.de/themen/bild-ton/test/Akkus-Nicht-alleleben- lange-1229951-1230448/ > Auch ein Test von Ladegeräten ist online verfügbar: www.test.de/themen/haus-garten/test/Akku-Ladegeraete- Strom-fuer-den-Strand-1102157-1102522
Stromfresser Heizungspumpe - Lohnenswerter Austausch
Stromfresser Heizungspumpe Lohnenswerter Austausch
Das Herz einer Heizungsanlage ist ihre Umwälzpumpe. Sie transportiert das erwärmte Wasser vom Heizkessel den Heizkörpern. Dazu benötigt sie Strom – und zwar hierzulande immer noch sehr viel mehr als eigentlich notwendig. Denn alte Pumpen verbrauchen häufig mehr Elektrizität als Kühlschrank und Waschmaschine zusammen. Durch den Austausch gegen eine Hocheffizienzpumpe lässt sich der Verbrauch um bis zu 80 Prozent senken.
Ungeregelte Pumpen sind Stromfresser, denn sie drücken das heiße Wasser unnötigerweise stets mit voller Leistung durchs Rohr. Selbst wenn sich der Druck im Leitungssystem ändert, weil die Thermostatventile die Wasserzufuhr am Heizkörper drosseln, arbeiten Standardpumpen weiter unter Volldampf. Ihre Stromaufnahme bleibt also immer gleich hoch – und das ist ärgerlich für den Verbraucher. Eine Pumpe mit solch veralteter Technik verbraucht in zwanzig Jahren Stromkosten bis 3 000 Euro, hat die Stiftung Warentest errechnet. Sparsamer arbeiten geregelte Standardpumpen, denn sie passen sich unterschiedlichen Druckverhältnissen im Leitungssystem selbsttätig an. Wird in den Räumen weniger Wärme gebraucht, verringern sie ihre Leistung und der Stromverbrauch sinkt.
Ein variabler Pumpenbetrieb spart Geld, denn die Heizung läuft lediglich an wenigen, besonders kalten Wintertagen mit voller Leistung. Über drei Viertel der Heizsaison arbeitet die Heizung in Teillast; die Pumpe muss in dieser Zeit also nur einen Teil der maximal möglichen Wassermenge durch das Rohrnetz drücken. Noch weit stromsparender als geregelte Standardpumpen schaffen dies geregelte Hocheffizienzpumpen. Laut der Stiftung Warentest liegen ihre Stromkosten bei nur 240 bis 350 Euro in zwanzig Jahren. Zwar kosten Hocheffizienzpumpen etwa dreimal mehr als Standardpumpen, doch diese Investition macht sich nach spätestens vier Jahren bezahlt. Ein Austausch der alten Pumpe gegen eine neues Hocheffizienz-Modell lohne sich immer, schreiben die Warentester. Zwar fördert die KfW-Bank den Pumpentausch in Wohngebäuden nicht direkt, doch sei er „sinnvollerweise Bedingung für Förderungen weitergehender Modernisierungen der Heizungsanlage“, heißt es bei den Effizienzexperten der Fachagentur CO2-online. Eine moderne Pumpe anzuschaffen, lohne sich aber auch ohne Zuschuss, rechnet CO2-online vor: Der Austausch in einem Einfamilienhaus kostet nur 350 bis 550 Euro und macht sich nach drei bis fünf Jahren durch die eingesparten Stromkosten bezahlt. Würden hierzulande alle verschwenderischen Heizungspumpen in den Wohnhäusern ersetzt, machte das ein ganzes Atomkraftwerk überflüssig. Auch in Nichtwohngebäuden ist das Einsparpotenzial energieeffizienter Heizungsanlagen gewaltig: Denn von hierzulande rund 850 000 Pumpen in Handels- und Bürogebäuden, Schulen, Universitäten und Hotels tun rund 70 Prozent ihren Dienst allzu verschwenderisch. Tauschte man sie aus, könnten knapp zwei Terawattstunden (TWh) Strom pro Jahr eingespart werden. Zum Vergleich: Rund 2,26 TWh Strom im Jahr benötigt beispielsweise das Unternehmen Google für den weltweiten Betrieb seiner Rechenzentren. „Dies zeigt“, sagt CO2-online-Geschäftsführerin Tanja Loitz, „dass mit einer geringinvestiven Maßnahme wie dem Pumpentausch die Energieeffizienz in Deutschland ein großes Stück vorangetrieben werden kann.“ von Tim Bartels / Hartmut Netz > Der PumpenCheck von co2online berechnet die Effizienz Ihrer Heizpumpe unter www.klima-sucht-schutz.de/energiesparen/ energiespar-ratgeber/pumpencheck.html
1. Jede zweite Heizungspumpe ist ein Stromfresser. Sie verschwendet unnötig viel Energie, wenn sie immer mit der gleichen Drehzahl arbeitet und sich nicht dem entsprechenden Heizwasserbedarf (Teillast/Volllast) anpassen kann. Sie rattert auch dann weiter, wenn die Thermostatventile zugedreht sind. Selbst im Sommer pumpt sie mit voller Leistung Wasser durch die Heizungsrohre. Das vergeudet jede Menge Strom und Geld.
2. Hocheffizienzpumpe lohnt sich. Standardpumpen setzen ein Fünftel des aufgenommenen Stroms in Pumpleistung um; Hocheffizienzpumpen kommen dagegen auf die doppelte Ausbeute. Möglich macht dies ein Electronic Commutated Motor, kurz ECM, der die Leistung der Pumpe an die ständig wechselnden Anforderungen anpasst. Dies führt zum Rückgang des Stromverbrauchs um bis zu 80 Prozent. Ihre im Vergleich zu ungeregelten Standardpumpen dreimal so hohen Anschaffungskosten spielen sie binnen drei bis fünf Jahren wieder ein. Beim Kauf können Sie sich am freiwilligen EU-Label orientieren, das die Effizienzklassen A bis G ausweist. Drehzahlgeregelte Standardpumpen erfüllen maximal die Kriterien der B-Klasse; „A“ erreichen nur die sparsamen Hocheffizienzpumpen. Von 2013 an will die Europäische Union ineffiziente Pumpen vom Markt drängen. Hocheffizienzpumpen sollen dann zum Standard werden.
3. Hydraulischen Abgleich nicht versäumen. Hauseigentümer sollten sich zusätzlich zur regelmäßigen Wartung ihrer Heizanlage auch über einen hydraulischen Abgleich informieren. Dabei werden die Ventile an den Heizkörpern so eingestellt, dass alle gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. So wird die Effizienz des Heizungssystems gesteigert.
4. Lohnt sich auch für den Vermieter. Auch Eigentümer von Mehrfamilienhäusern sollten aktiv werden. Mit dem Pumpen-Check der Fachagentur CO2-online unter www.klimasucht-chutz.de/energiesparen/energiespar-spezial/pumpencheck-spezial/energiespar-ratgeber.html erhalten sie in wenigen Minuten kompetente Beratung über die Effizienz der Heizungspumpe. Ein Austausch könnte sich lohnen: In Zeiten in denen die Betriebskosten jährlich steigen, können Vermieter steigende Stromkosten durch die Installation einer Hocheffizienzpumpe ausgleichen. Damit würden nicht nur Mieter entlastet, sondern auch die Umwelt.
Energiesparen im Haushalt - Mobil ohne eigenes Auto
Energiesparen im Haushalt, Teil 22 Mobil ohne eigenes Auto
In der Stadt geht der Trend zum Multimobilitätsmix: Zur Arbeit mit Bus und Bahn, für den Ausflug das Auto, längere Reisen mit dem Zug. Das Auto ist nur noch ein Mobilitätsbaustein unter vielen und es stellt sich die Frage, ob es unbedingt ein eigenes sein muss. Ein Privatwagen steht 23 Stunden pro Tag rum und kostet trotzdem. Bucht man sein Auto dagegen beim lokalen Carsharinganbieter, und zwar nur, wenn man es wirklich braucht, spart man Sprit, Zeit und Geld. von Hartmut Netz
1. Pendlernetze. Wer für den Weg zur Arbeit eine Mitfahrgelegenheit sucht oder eine anzubieten hat, kann dies über eine der Online-Pendlerbörsen tun. Hier finden sich Menschen mit gleicher oder ähnlicher Strecke zu Fahrgemeinschaften zusammen. Man gibt die ungefähre Route und den persönlichen Takt ein, das System spuckt die vorhandenen Angebote aus und damit ist der virtuelle Teil auch schon erledigt. Alles andere machen Fahrer und Mitfahrer unter sich aus. Haftungs- und Versicherungsfragen sowie der Preis sollten vorab geklärt werden. Je mehr mitmachen, desto besser gehts. Vorteil einer Fahrgemeinschaft: Da die Kosten aufgeteilt werden, fährt man billiger und die Unterhaltung während der Fahrt ist sowieso gratis. > www.pendlerportal.de, www.pendlernetz.de, www.pendler-zentrale.de, www.citypendler.de
2. Nachbarschaftsauto. Als Alternative zum Carsharing vor allem in ländlichen Regionen bietet sich das Teilen des eigenen Autos mit Nachbarn, Freunden oder Kollegen an. Die Versicherungsfrage lässt sich mit einer Zusatzversicherung lösen, mit der der Wagen sowohl haftpflicht- als auch vollkaskoversichert ist. Der Schadensfreiheitsrabatt des Autoverleihers bleibt dabei unberührt. Damit nachvollziehbar bleibt, wer wann wieviel gefahren ist, sollte ein Fahrtenbuch geführt werden. Das Modell funktioniert dann gut, wenn die Beteiligten das Auto für unterschiedliche Zwecke nutzen und keiner von ihnen täglich darauf angewiesen ist. Vorteil: Die gemeinschaftliche Autonutzung spart bares Geld, denn die Fixkosten verteilen sich auf mehrere Schultern. Die Erfahrung zeigt außerdem, dass Menschen, die sich ein Fahrzeug mit anderen teilen, ihren Autokonsum automatisch reduzieren, sodass darüber hinaus auch noch Sprit gespart wird. Der VCD hält für das nachbarschaftliche Autoteilen einen Mustervertrag bereit. > www.nachbarschaftsauto.de, www.vcd.org/car_sharing.html
3. Carsharing. Ein Auto für viele Fahrer, das diese je nach Bedarf unabhängig voneinander nutzen. Man bucht per Internet, holt den Wagen an einer festen Station ab und bringt ihn dorthin zurück. Das klassische Autoteilen wird derzeit in rund 270 deutschen Kommunen angeboten. Manche Anbieter verlangen eine einmalige Anmeldegebühr, andere eine Kaution, die bei Kündigung rückerstattet wird. Die Kosten setzen sich aus monatlicher Gebühr, Zeitpreis und Kilometerpauschale zusammen. Carsharing lohnt sich für Menschen, die pro Jahr weniger als 10 000 km fahren. Vorteil: Man kann stundenweise buchen, muss sich nicht um Reparaturen kümmern und fürs gesparte Geld ist eine Monatskarte und öfters mal ein Taxi drin. > www.carsharing.de
4. Deutsche Bahn. Unter dem Namen Flinkster verleiht die Bahn deutschlandweit in über 140 Städten Autos aller Klassen – vom Smart bis zum Alfa. Die Registrierung kostet einmalig 50 Euro; mit Bahncard ist sie kostenlos. Man bucht per Internet oder Smartphone; nach der Fahrt gibt man das Auto am Startpunkt zurück. Ein Smart kostet 2,30 Euro pro Stunde, zuzüglich einer Kilometer-Pauschale von 17 Cent. Die Idee dabei: Flinkster fügt sich nahtlos in das Angebot der Bahn. Von Hamburg nach Berlin fährt der Reisende beispielsweise bequem mit dem ICE; für die letzten Kilometer zum Geschäftstermin steigt er um in einen Smart von Flinkster. > www.flinkster.de
5. Teilautos der Hersteller. Die Carsharingangebote der Autokonzerne werben mit Flexibilität: Man ortet den Wagen per Internet oder Smartphone und stellt ihn nach der Fahrt irgendwo im Stadtgebiet wieder ab. So macht es Daimler mit Car2Go, das derzeit in Ulm, Hamburg und Düsseldorf mit je 300 Smart präsent ist. BMW nennt sein Angebot in Berlin, München und Düsseldorf Drive Now. Verliehen werden Minis und 1er BMW. Als Dritter im Bunde ist in Hannover der VWKonzern mit Quicar und 200 Golf angetreten. Hier muss das Auto allerdings an einer festen Station zurückgegeben werden. Einen anderen Ansatz verfolgt Peugeot: Mu heißt die aufladbare Geldkarte, mit der Kunden in Berlin, Hamburg, München, Saarbrücken und einigen anderen Städten Fahrräder, Elektromofas und Autos mieten können. Die kleinsten PKW-Modelle kosten 45 Euro pro Tag. Die klassischen Carsharing-Anbieter sehen die Angebote der Autobauer kritisch: Den Tarifen, moniert der Bundesverband Carsharing, fehle die Kilometerkomponente. Das verleite zu häufigen Spritztouren, bei denen in kurzer Zeit viele Kilometer zurückgelegt würden. > www.car2go.com, www.drive-now.com, www.quicar.com, www.mu.peugeot.de
6. Mietwagen. Man bucht für einen Tag, eine Woche oder ein Wochenende, holt das Auto an einer Station des Anbieters ab und gibt es dort auch wieder zurück. Den Sprit muss der Mieter selbst bezahlen. Auch Einwegfahrten oder zusätzlich gefahrene Kilometer kosten extra. Im Mietpreis sollte möglichst eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung enthalten sein, rät die Stiftung Warentest. Die großen, international agierenden Anbieter wie Avis, Sixt, Europcar oder Hertz erwiesen sich im Test als vergleichsweise teuer. Die Stiftung rät, auf die Dienste von Vermittlungsportalen zurückzugreifen, die aus vielen Angeboten das günstigste ermitteln. > www.mietwagen-check.de, www.billiger-mietwagen.de, www.mietwagenmarkt.de
7. Mitfahrzentralen. Wer einen Kurztrip nach Berlin, Paris oder Rom plant, findet das entsprechende Angebot bei einer Online-Mitfahrzentrale. Man lässt sich als Fahrer oder Mitfahrer registrieren, gibt seine Daten ein, und das System spuckt die Angebote aus. Ist etwas Passendes dabei, klärt man vorab Haftungs- und Versicherungsfragen und handelt die Höhe der Spritkosten aus. Einige Mitfahrzentralen vermitteln sogar Transporte. Mit etwas Glück findet sich jemand, der die Couch oder die Schrankwand von A nach B bringt. Je nach Anbieter wird unter Umständen eine Gebühr fällig. Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Fahrtkosten für Reisen, die man bei einer Mitfahrzentrale bucht, konkurrenzlos günstig sind. Als kostenlose Dreingabe lernt man manchmal auch noch nette Menschen kennen. > www.mitfahrgelegenheit.de, www.drive2day.de, www.mitfahrzentrale.de, www.raummobil.de, www.citytocity.de, www.mfz.de
Energiesparen im Haushalt - Beim Fahren Sprit sparen
Energiesparen im Haushalt Beim Fahren Sprit sparen
Wie viel Sprit ein Auto schluckt, hängt stark vom persönlichen Fahrstil ab. Wer defensiv fährt und ein paar Regeln beherzigt, drückt laut Umweltbundesamt (UBA) den Spritverbrauch und damit die Tankkosten um 25 Prozent. Bei einem Auto, das pro Jahr 15 000 Kilometer (km) gefahren wird und auf 100 km acht Liter (l) Kraftstoff braucht, summiert sich die jährliche Ersparnis auf 450 Euro (angenommener Spritpreis 1,50 Euro). Da lohnt es sich doch, den eigenen Fahrstil mal zu überdenken. von Hartmut Netz
1. Entrümpeln. Ein Dachgepäckträger erhöht den Luftwiderstand und steigert den Spritverbrauch bei Tempo 130 um bis zu 25 Prozent. Also runter damit, wenn er nicht mehr gebraucht wird. Auch unnötiges Mehrgewicht schluckt zusätzlich Sprit – je 100 Kilo um bis zu 0,7 l auf 100 km Also raus aus dem Kofferraum mit unnötigem Ballast. Wer ausmistet, senkt seine Tankkosten um jährlich bis zu 175 Euro.
2. Kurzstrecken. Die Hälfte aller Autofahrten sind kürzer als sechs Kilometer. Kurzstrecken kosten jedoch unverhältnismäßig viel Sprit. Auf den ersten Kilometern direkt nach dem Start schluckt ein Mittelklassewagen hochgerechnet etwa 30 l auf 100 km. Erst nach vier Kilometern hat der Motor seine Betriebstemperatur erreicht und der Spritverbrauch pendelt sich allmählich auf Normalniveau ein. Auch der Verschleiß ist bei Kurzstrecken außerordentlich hoch. Trotzdem sollten man den Motor keinesfalls im Stand warmlaufen lassen. Zum einen verbraucht er auch im Leerlauf Sprit; zum anderen fließt wegen der niedrigen Drehzahl nur wenig Öl, was den Motor in etwa genauso stark schädigt wie 100 Kilometer Autobahnfahrt.
3. Schalten. Wer sein Auto niedertourig fährt, spart Sprit und schont den Motor. Im ersten Gang sollte man nur anrollen und bereits nach einer Wagenlänge in den zweiten schalten, rät die Deutsche Energie-Agentur. Spätestens ab etwa 2.000 Umdrehungen pro Minute sollte man kräftig Gas geben und den jeweils nächsthöheren Gang einlegen: also bei Tempo 30 den dritten, bei Tempo 40 den vierten und bei Tempo 50 den fünften Gang. Auch bei konstanter Geschwindigkeit empfiehlt sich eine möglichst niedertourige Fahrweise.
4. Tempo. Wer rast, gefährdet nicht nur sich und andere Verkehrsteilnehmer, sondern verpulvert auch übermäßig viel Sprit. Ein Mittelklasse-PKW, der bei Tempo 100 etwa 6 l braucht, schluckt bei Tempo 160 bereits etwa 10 l auf 100 km. Fährt man dagegen mit konstant mäßiger Geschwindigkeit von 80 km/h auf Landstraßen und 100 bis 120 km/h auf Autobahnen, schont man nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Nerven.
5. Vorausschauend fahren. Beschleunigen zieht viel Energie, beim Bremsen verpufft sie nutzlos. Wer auf eine rote Ampel zubraust und dann abbremst, darf sich also nicht über einen zu hohen Spritverbrauch wundern. In der Stadt gilt es, vorausschauend zu fahren, reichlich Abstand zu anderen Fahrzeugen zu halten und ohne unnötiges Bremsen und Wiederbeschleunigen im Verkehrsfluss mitzuschwimmen. Kommt weit vorne ein Stoppschild in Sicht oder eine Ampel, die gerade auf Rot springt, sollte man möglichst im Leerlauf darauf zurollen. Ist der Weg bis zum Stopp kurz: runter vom Gas und mit eingelegtem Gang weiterfahren – das Auto bremst von selbst allmählich ab.
6. Motor aus. Bei roter Ampel, im Stau oder vor geschlossenen Bahnschranken schaltet man den Motor besser aus. Denn im Leerlauf schluckt er zwischen 0,8 und 1,5 l Sprit pro Stunde – damit lässt sich ein Einfamilienhaus beheizen. Abschalten lohnt sich bei Standzeiten ab 30 Sekunden. Man dreht den Schlüssel dann wieder in die Positon „Zündung an“ und legt den 1. Gang ein. Sobald die Ampel auf Grün springt, einkuppeln, starten und losfahren – heutige Motoren mit moderner Einspritztechnik springen sofort und zuverlässig an.
7. Stromfresser. Extras wie elektrische Fensterheber oder eine Klimaanlage verbrauchen Energie und damit zusätzlichen Sprit. Insbesondere die fast schon serienmäßige Klimaanlage macht die Spritersparnis durch effizientere Motoren zunichte, denn laut UBA erhöht sich damit schon der Spritverbrauch eines Kleinwagens im Stadtverkehr um bis zu zwei Liter pro 100 Kilometer. Eine beheizbare Heckscheibe steigert den Verbrauch um vier bis sieben Prozent. Stromfressende Nebenaggregate sollte man deshalb nur im Notfall einschalten. Für die Klimaanlage gilt: auch an heißen Sommertagen möglichst nicht unter 25 Grad einstellen – das vermeidet Erkältungen.
8. Agrosprit. Sogenannter Biodiesel wird aus Palmöl, Raps oder Soja; das Benzin-Pendant Bioethanol aus Zuckerrohr, Mais oder Rüben hergestellt. Beide Sorten werden herkömmlichem Fossil-Sprit beigemischt – in Konzentrationen von bis zu zehn Prozent. Die Vorsilbe Bio ist hier allerdings irreführend, denn Energiepflanzen werden meist mit Hilfe von Kunstdünger auf Höchstertrag getrimmt. Immer mehr Studien belegen zudem, dass Agrosprit deutlich klimaschädlicher ist als Kraftstoffe auf Erdölbasis.
9. Ölwechsel. Synthetische Leichtlauföle – Klassifizierung: „0W“ – sind zwar teurer als herkömmliche, senken jedoch den Spritverbrauch um bis zu 5 Prozent. Sie verringern den Reibungswiderstand, verteilen sich insbesondere bei Kaltstarts besser und schneller und verlängern damit die Lebensdauer des Motors.
10. Reifen. Ist der Reifendruck um 0,5 bar zu niedrig, steigt der Spritdurst des Autos um fünf Prozent. Winterreifen steigern den Verbrauch sogar um bis zu zehn Prozent. Man sollte also den Druck regelmäßig prüfen und die Winterreifen rechtzeitig einmotten. Angaben zum optimalen Reifendruck finden sich auf der Innenseite der Tankklappe, innen an der Fahrertür oder im Benutzerhandbuch. Noch mehr Sprit lässt sich mit sogenannten Leichtlaufreifen sparen. Ihr Rollwiderstand ist geringer als der konventioneller Reifen. Deshalb sinkt der Spritverbrauch um bis zu sechs Prozent. Ab November 2012 müssen alle Reifen das EU-Energielabel tragen. Reifen mit besonders gerimgem Rollwiderstand entsprechen der Effizienzklasse „A“.
11. Wartung. Sind die Filter verschmutzt oder verstopft, schluckt der Motor zehn Prozent mehr Sprit. Auch abgenutzte Zündkerzen treiben den Verbrauch in die Höhe. Regelmäßige Wartung zahlt sich also aus.
> Ein Spritsparcheck seines persönlichen Fahrstils, Tipps zum Spritsparen sowie eine Datenbank, in der man nach einem Spritspartraining in der Nähe suchen kann, bietet www.ichundmeinauto.info > Der NABU bietet in mehreren Städten kostenloses Spritspartraining an unter www.sparsprit.info > Drei kostenlose Broschüren zeigen, wie man sich einen spritsparenden Fahrstil aneignen kann: Clever fahren Sprit sparen: www.nabu.de/spritsparen/broschuere.pdf – Energiesparend Fahren: www.mvi.baden-wuerttemberg. de/servlet/is/66229/EnergiesparendFahren2008.pdf – Sprit sparen und mobil sein: www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3705.pdf
Lebensmittelverschwendung - Wirf Dein Essen nicht weg!
Lebensmittelverschwendung Wirf Dein Essen nicht weg!
In deutschen Haushalten landen jährlich rund 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Knapp zwei Drittel davon, rund 65 Prozent, wären aber zumindest teilweise noch brauchbar. Das ergab eine Studie der Universität Stuttgart sowie eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums. von Tim Bartels
„Wir leben in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft“, sagt Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner. In Deutschland werde viel zu viel weggeworfen, wertlos gemacht und vernichtet. Zu viele Lebensmittel landeten im Abfall, obwohl sie noch genießbar wären. Der Stuttgarter Studie nach sind das in Privathaushalten vor allem Obst und Gemüse. Sie machen 44 Prozent der dort anfallenden vermeidbaren Speiseabfälle aus.
Aigner macht dafür vor allem die Verbraucher verantwortlich, die das sogenannte Mindesthaltbarkeitsdatum missverstünden. „Der Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums“, behauptet die Ministerin, „wird vom Verbraucher oft so verstanden, dass ein Lebensmittel nicht mehr genießbar und daher wegzuwerfen ist.“ Das stimme aber oft nicht. Der Joghurt könne durchaus noch ein paar Tage länger halten. Auf Joghurt, klärt das Aignerministerium auf, „kann sich nach längerer Aufbewahrung eine dünne Wasserschicht bilden, die dadurch entsteht, dass sich Molke absetzt.“ Das sei gesundheitlich jedoch unbedenklich, in der Regel sei der Joghurt trotzdem noch genießbar. Anders als offenbar häufig praktiziert wird, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Wegwerfdatum, sondern gibt an, bis zu welchem Tag das Lebensmittel bei richtiger Handhabung und Lagerung seine spezifischen Produkteigenschaften behält. Die Folge: Auch über dieses Datum hinaus können Lebensmittel in vielen Fällen gegessen und auch getrunken werden.
Sei das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht oder überschritten, sollten die eigenen Sinne den Gütetest übernehmen, rät Frau Aigner: „Gucken, riechen und vorsichtiges Probieren geben in den meisten Fällen schnell Aufschluss darüber, ob das Lebensmittel noch genießbar ist.“ Pro Person würden jährlich Nahrungsmittel im Wert von 235 Euro weggeworfen, errechnete die Universität Stuttgart. Dass aber gerade auch Supermärkte Essware nicht mehr verkaufen, sondern wegwerfen, wenn sie das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, klagt die oberste Verbraucherschützerin des Landes nicht an. Das übernehmen dann die Mülltaucher beim sogenannten Containern, die sich damit auch gegen die Massen- und Überproduktion von Lebensmitteln wenden.
Auf die Idee, dass man doch die Mindesthaltbarkeit auch richtig und verständlich angeben oder immer ein konkretes Verbrauchsdatum nennen könnte, kommt die Ernährungsministerin freilich nicht. Besser findet Frau Aigner es, „Nachhilfestunden in der Deutung von Beamtenkauderwelsch“ zu geben, wie die Süddeutsche Zeitung das ausdrückt.
> Die Infos des Bundesverbraucherschutzministeriums zum Mindesthaltbarkeitsdatum stehen zum Download bereit unter www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads /Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.html
1. Planvoll einkaufen. Überlegen Sie vor dem Einkauf, welche Lebensmittel noch vorhanden und nicht mehr lange haltbar sind. Kaufen Sie leicht Verderbliches erst kurz vor der geplanten Verwendung und nicht zu viel davon. Wer viel außer Haus isst, braucht weniger im Kühlschrank. Schreiben Sie einen Einkaufszettel. Kaufen Sie nach Möglichkeit nicht ein, wenn Sie hungrig sind.
2. Haltbarkeit prüfen. Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Häufig sind die Produkte auch noch nach dessen Ablauf ohne Gefahr genießbar und schmecken noch gut. Prüfen Sie das Produkt sorgfältig! Wenn klar ist, dass ein Lebensmittel noch am gleichen Tag auf den Esstisch kommt, braucht es kein allzu fernes Mindesthaltbarkeitsdatum. Hingegen tragen eingige Produkte ein Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis …“), etwa Rohmilch, Hackfleisch, Hühnerfleisch oder Fisch. Diese Produkte sollten nach Ablauf des angegebenen Datums nicht mehr verzehrt werden.
3. Passende Mengen kaufen. Der Kauf einer Großpackung lohnt nicht, wenn ein Teil später im Müll landet. Lassen Sie sich nicht von der Packungsgröße verleiten, sondern achten Sie auch auf die Angabe des Grundpreises. Diese Angabe steht auf dem Preisetikett und/oder am Regal.
4. Vorräte richtig lagern. Achten Sie darauf, ob das Lebensmittel gekühlt oder zum Beispiel im Dunkeln gelagert werden soll. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch oder Fleisch sollte die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Einige Obst- und Gemüsesorten sollten nicht zusammen gelagert werden. Lagern Sie Beeren und frische Kräuter im Kühlschrank. Kontrollieren Sie Ihre Lebensmittelvorräte regelmäßig (auch in der Kühltruhe). Generell gilt: Auch im Kühlschrank sind Lebensmittel nur begrenzt haltbar.
5. Reste weiterverwenden. Verwenden Sie Reste weiter, um Abfälle zu vermeiden. Die Resteküche spart Zeit und Geld. Kochen Sie kreativ und denken Sie sich neue Rezeptkombinationen aus. Spezielle Kochbücher zur Resteverwendung geben hilfreiche Anregungen.
> www.jedesmahlwertvoll.
Energiesparen im Haushalt, Radeln macht glücklich
Die Mobilität in den Städten wandelt sich. Das Fahrrad gewinnt an Boden. Kein Wunder, sind doch mehr als die Hälfte aller PKW-Fahrten kürzer als fünf Kilometer – Entfernungen also, die wie geschaffen fürs Fahrrad sind. Hinzu kommt: Mit dem Radl sind Staus kein Thema, die lästige Parkplatzsuche entfällt und man fährt billiger als mit dem Auto. Umweltbewusst ist es obendrein: Zwar verbraucht auch Fahrradfahren Energie, aber nur in Form von Kalorien. von Hartmut Netz
1. Umweltbilanz. Ein Fahrradfahrer kommt mit der gleichen Energiemenge 50-mal weiter als ein Autofahrer – und zwar ohne die Umwelt zu verlärmen und mit giftigen Abgasen zu verschmutzen, wie es das Auto tut. Würde nur ein Drittel aller Wege unter sechs Kilometer mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückgelegt, ließen sich bundesweit 7,5 Mio. t CO2 vermeiden. Die Universität Wien hat in einer Studie Rad und PKW verglichen und veranschlagt den gesellschaftlichen Vorteil eines einzigen Rad-kilometers auf einen Euro.
2. Gesundheit. Radeln bringt den Kreislauf in Schwung, baut Stress ab und Muskeln auf. Wer sich regelmäßig in den Fahrradsattel schwingt, senkt den Cholesterinspiegel und reduziert die Risiken für Diabetes, Übergewicht und Herzkrankheiten. Und das Beste: Nach etwa 30 Minuten Fahrt schüttet der Körper die Glückshormone Endorphin und Adrenalin aus, kurz: Radeln macht Laune.
3. Einstellen. Das optimale Fahrrad wird dem Fahrer angepasst wie ein gut sitzender Anzug. Zunächst stellt man den Sattel ein: Die Sitzhöhe stimmt, wenn die Ferse am tiefsten Punkt der Kurbelumdrehung auf dem Pedale steht und dabei das Bein fast ganz gestreckt ist. Weniger sportliche Fahrer können den Sattel zwei Zentimeter tiefer justieren, müssen dann jedoch kräftiger in die Pedal treten als bei optimaler Sitzhöhe. Der Lenker sollte mindestens auf Sattelhöhe liegen, besser etwas tiefer, dann verteilt sich das Körpergewicht optimal auf Sattel, Lenker und Pedalen. Hohe Lenker scheinen bequemer, sind es aber nicht, denn bei aufrechter Sitzposition wird die Wirbelsäule durch die ungleichmäßige Gewichtsverteilung stärker belastet als bei gebeugter. Idealerweise nimmt der Rücken in jeder Sitzposition eine S-förmige Haltung an mit leichtem Hohlkreuz, aufgerichtetem Brustkorb und gerader Halswirbelsäule: Die Bremsgriffe sollten so montiert sein, dass sie – von der Seite her betrachtet – mit den Unterarmen auf einer Linie liegen. Liegt die Hand am Lenkergriff, sollten Zeige- und Mittelfinger den Bremshebel greifen können. Lenkerhörnchen dürfen keinesfalls aufrecht montiert werden, sondern sie müssen in etwa die gleiche Neigung aufweisen wie der Lenkervorbau. Andernfalls wäre die Verletzungsgefahr bei einem Sturz viel zu groß.
4. Umweltverbund. Unter Umweltaspekten ergänzen sich Bahn und Fahrrad perfekt. Während die Bahn viele Menschen über weite Strecken umweltfreundlich befördert, ist das Rad für die letzten Kilometer bis zum Ziel das ideale Verkehrsmittel. Umso ärgerlicher, dass eine Fahrradmitnahme im ICE nicht möglich ist. Frühestens Ende 2016, wenn eine neue Generation mit Mehrzweckabteilen die alten Züge schrittweise ablöst, wird die Bahn auch den ICE für Radler öffnen. Laut Bahnchef Rüdiger Grube soll dann jeder ICE streckenunabhängig über acht Stellplätze verfügen. In ICund EC-Fernzügen dürfen Fahrräder mitgenommen werden; man benötigt dafür allerdings eine Fahrradkarte mit Reservierung. Regionalzüge (RB/RE) haben dagegen fast immer ein Fahrradabteil. Und mittlerweile erlauben auch die meisten kommunalen Verkehrsverbünde die Fahrradmitnahme.
5. Winterkleidung. Im Winter kostet es Uberwindung, sich in den Fahrradsattel zu schwingen. Doch wer sich dem Wetter anpasst, hat auch bei Kälte Spaß am Radeln. Für Hände und Füße empfiehlt der Radler-Club ADFC gefütterte, winddichte Handschuhe und zwei Paar Socken. Damit die übereinander getragenen Socken ihre wärmende Wirkung entfalten können, müssen die Schuhe eine Nummer größer als gewohnt sein. Um den Körper vor Kälte zu schützen, empfiehlt sich das Zwiebelprinzip: Man trägt mehrere dünne Schichten Kleidung übereinander. Wird es zu warm, legt man eine Schicht ab. Darüber trägt man eine dünne, winddichte Jacke; auf dem Kopf ein Stirnband mit integriertem Ohrenschutz.
6. Schloss. Eingebaute Speichenschlösser, mit denen viele Räder ausgestattet sind, bieten keinen Schutz gegen Diebstahl. Am Schloss sollte man nicht sparen: Ein hochwertiges Bügelschloss oder eine schwere Schloss-Ketten-Kombination sollte es schon sein, um potenzielle Diebe abzuschrecken. Grundsätzlich gilt: Anschließen ist besser als nur abschließen. Ein fester Fahrradständer, ein Laternenmast oder ein Geländer finden sich immer.
7. Wartung. Gut geschmiert läuft es besser: Das gilt insbesondere für die Fahrradkette. Sie sollte regelmäßig mit Kettenöl gefettet werden. Dazu stellt man das Radl auf den Kopf, lässt die Kette rotieren und trägt das Öl dünn, aber gleichmäßig auf. Anschließend fährt man eine Runde und schaltet alle Gände durch – so kann sich das Öl verteilen. Zum Schluss überschüssiges Öl mit einem fusselfreien Tuch abwischen. Hin und wieder sollten Sie auch die beweglichen Teile der Schaltung ölen. Brems- und Schaltzüge sollte man regelmäßig auf Spliss untersuchen. Lässt sich der Bremshebel bis fast zum Lenkergriff ziehen, bevor die Bremsen greifen, muss der Zug nachgespannt werden: Man dreht die äußere, am Bremszug liegende Schraube gegen den Uhrzeigersinn und betätigt dabei probeweise den Bremshebel. Spricht die Bremse früh genug an, dreht man die schmale Rändelschraube zurück zum Bremshebel – so wird der Bremszug fixiert. Ob der Reifendruck stimmt, prüft man mit dem Daumen: Lässt sich der Mantel leicht eindrücken, muss nachgepumpt werden. Ist das Licht ausgefallen, überprüft man alle Steckkontakte an der Leuchte und am Dynamo. Ein Spritzer Kontaktspray schadet nie – insbesondere in der feuchten Jahreszeit. Streikt die Leuchte dann immer noch, muss die Glühbirne ausgetauscht werden. Arbeiten an der Federgabel oder das Justieren der Schaltung sollte man dem Fachmann überlassen. Überhaupt empfiehlt es sich, den Drahtesel alle ein bis zwei Jahre in der Profi- Werkstatt untersuchen zu lassen.
> Eine interaktive Deutschland-Karte gibt Auskunft über die Konditionen der Fahrradmitnahme im Nahverkehr:www.bahn.de/fahrrad > Ausführliche Informationen zu Beleuchtung, Reifen, Bremsen und anderen Fahrradteilen bietet der ADFC für 1,50 bis 2 Euro pro Artikel unter www.adfc.de/technik/fahrradteile-und-zubehoer/einblick/uebersicht-einblick > Das Tourenportal des ADFC hilft bei der Planung einer Radltour: www.adfc-tourenportal.de > Sich mit anderen Radfahrern zusammentun und als Flashmob ein Stück Straße zurückerobern kann man in vielen deutschen Städten unter www.critical-mass.de
Glasrecycling - Der wunderbare Schmelz
Die Glasindustrie macht sich Sorgen um ihren wichtigsten Rohstoff: das Recycling- oder Altglas. Die Wiederverwertungsquote des Scherbenmülls stagniert – wenn auch auf hohem Niveau – seit einigen Jahren bei rund achtzig Prozent (2004: 91,2 Prozent). Die Sammelleidenschaftfür Altglas lässt sich offenbar nicht mehr steigern.
Und: Nicht immer wird korrekt sortiert, oder es landet ein Fremdstoff im Container, der die Glasqualität nach der Wiederaufbereitung schmälert. Die Glasverpackungshersteller hätten es gern noch reiner und wenden sich mit einer Kampagne an die Verbraucher. von Tim Bartels
Glas lässt sich zu hundert Prozent recyceln und schont somit die natürlichen Rohstoffressourcen, aus denen der Werkstoff besteht: im Fall des am häufigsten genutzten Behälterglases zu siebzig Prozent aus Quarzsand (Siliziumdioxid), dreizehn Prozent Soda (Natriumkarbonat) und zehn Prozent Kalk (Kalziumkarbonat) sowie aus geringen Anteilen Dolomit, Feldspat und Pottasche (Kaliumkarbonat). Vor allem der Sand, immerhin die Hauptkomponente, lässt sich durch die Wiederverwendung der Scherben komplett ersetzen. So besteht jede Flasche heute im Schnitt zu rund sechzig Prozent aus Altscherben, bei einigen Farben sogar aus bis zu neunzig Prozent. Das Glas lässt sich beliebig oft einschmelzen und zu neuen Getränkeflaschen und Lebensmittelgläsern verarbeiten, ohne dabei den geringsten Qualitätsverlust zu erleiden – solange die Scherben sortenrein wieder zur Verfügung stehen. Porzellangeschirr, Glühbirnen oder Wein, Sekt- und sonstige Trinkgläser sollten daher nicht in Altglascontainer geworfen werden. „Diese Glasmaterialien beeinflussen die Qualität und müssen wieder mühsam aus den Scherben herausgefiltert werden“, heißt es von Seiten der Glasrecycler. Grund: Porzellan und Trinkgläser haben einen anderen Schmelzpunkt als Verpackungsglas. Landen sie dennoch im Recycling, können sie für Einschlüsse in den neuen Gläsern und Flaschen sorgen. Insgesamt werden in Deutschland jährlich rund zwei Millionen Tonnen Altglas pro Jahr gesammelt und zu neuen Glasverpackungen verarbeitet. Wichtigste Voraussetzung dafür ist ein flächendeckendes Sammel- und Rücknahmesystem für Recyclingglas. Bundesweit stehen nach Angaben des Aktionsforums Glasverpackung 250 000 Altglascontainer in der Nähe der Haushalte, von denen nur drei Prozent ihre leeren Einweg-Glasflaschen und Konservengläser nicht dort hinbringen. Jeder Bundesbürger trägt demnach durchschnittlich 25 Kilogramm Altglas im Jahr zu den Sammelstellen. Glasbehälter haben trotz ihres höheren Gewichts gegenüber Kunststoffverpackungen einen unschlagbaren Vorteil: Was drin ist, erhält einen unverfälschten Geschmack. > Aktionsforum Glasverpackung, c/o Bundesverband Glasindustrie e. V., Am Bonneshof 5 40474 Düsseldorf, Fon 0211/4796-134, info(@)glasaktuell.de, www.glasaktuell.de
Altglas-Tipps
1. Warum Glas recycelt wird. Glas wird überwiegend aus den Rohstoffen Quarzsand, Soda (Natirumcarbonat) und Kalk hergestellt und kann beliebig oft und ohne Qualitätsverlust wieder eingeschmolzen und zu hohem Anteil zu neuen Glasverpackungen wiederverwertet werden. Das spart Energie und Ressourcen.
2. Was nicht in den Altglascontainer darf. Trinkgläser, Glühlampen und Porzellan erschweren eine hochwertige Weiterverarbeitung der Scherben. Auch Keramik, Blumenvasen, Aschenbecher und Weingläser, sowie Neonröhren, Fensterglas, Spiegel, Weihnachtsbaumkugeln, Autoscheiben sowie Ceran-Kochfelder müssen in die graue Restmülltonne.
3. Was muss ins Altglas. Getränkeflaschen, Konservengläser, Marmeladengläser, pharmazeutische Glasbehälter, Senfgläser und sonstiges Verpackungsglas, das vom Verbraucher in der Zweitnutzung als Trinkglas genutzt wird.
4. Farben richtig trennen. Die sorgfältige Trennung nach Farben spielt beim Glasrecycling eine wichtige Rolle. Auch wenn es so aussehen sollte, als würde das Altglas aus den Containern in den LKW zusammengeschüttet: Dem sei nicht so, versichern die Glasrecycler: Die Ladefläche soll in drei Kammern unterteilt sein, in denen das Altglas von außen nicht erkennbar getrennt gesammelt werde.
5. Blaues ins Grüne. Anders gefärbte Flaschen als grün oder braun gehören in den „grünen“ Container. Grünglas lässt sich mit anderen Scherben mischen, ohne dass dessen Farbton beeinträchtigt wird.
6. Gläser restlos entleeren. Essens- und Getränkereste verursachen in den Container unangenehme Gerüche. Arzneimittelrückstände aus dem Altglas aber nicht wegschütten, sondern zur Apotheke zurückbringen. Sonst wird das Abwasser belastet! > www.was-passt-ins-altglas.de
Gläserne Zahlen und Fakten Die Recyclingquote lag 2010 bei 81 Prozent.
• Das spart Energie und Ressourcen, denn schon 10 Prozent eingesetztes Recyclingglas sparen 3 Prozent Energie ein. • Bei der Herstellung von Getränkeflaschen ist der Energieverbrauch von 1970 bis 2006 um 77 Prozent gesunken. • Eine Glasflasche besteht heute im Schnitt zu 60 Prozent aus Recyclingglas, grüne Flaschen zum Teil sogar zu 90 Prozent. • Eine Mehrweg-Glasflasche kann 50 Mal wiederbefüllt werden. • Mineralwasserflaschen aus Glas sind heute nur noch halb so schwer wie 1970. Bierflaschen sind seit 1955 sogar um zwei Drittel leichter geworden. • Durch Recycling und leichtere Glasverpackungen können heute aus einem 1 kg Rohstoffe 5 Mal mehr Glasflaschen hergestellt werden als noch 1955.
Energiesparen im Haushalt, Rechner auf Sparflamme
Kein Mensch lässt den ganzen Tag lang den Wasserhahn aufgedreht, nur um zwischendurch mal die Kaffeemaschine füllen zu können. Doch in der Welt des Internets ist „always on“ gelebte Normalität. Zwei Drittel der Computernutzer hierzulande, das hat der Chiphersteller Intel ermittelt, lassen ihren Rechner nebenher weiterlaufen; ein knappes Viertel davon den ganzen Tag; 5,5 Prozent sogar Tag und Nacht. Das kann teuer werden, denn der Stromzähler läuft ständig mit. Computer und ihre Peripherie fressen bis zu 15 Prozent des Haushaltsstroms. von Hartmut Netz
1. Energieverwaltung. Während kurzer Arbeitspausen sollten Notebook oder PC auf Sparflamme laufen. Mit den richtigen Einstellungen in der Energieverwaltung fällt der Computer bei längerer Inaktivität automatisch in den Sparmodus. Dessen Stromverbrauch sinkt dabei um bis zu neun Zehntel, ermittelte die Stiftung Warentest. Und so geht es: Man wechselt in die Systemsteuerung, wählt „Energieoptionen“ und legt fest, nach welcher Zeit sich nicht benötigte Hardwarekomponenten wie Bildschirm oder Festplatte abschalten. Empfehlung: Bildschirm nach fünf, Festplatte nach zehn Minuten. Per Tastendruck oder Mausbewegung lässt sich der Rechner schlagartig wieder zum Leben erwecken. In den „Energieoptionen“ lässt sich zudem der Ruhezustand aktivieren: Dabei schaltet sich der Rechner mit allen Komponenten nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität automatisch ab; den Inhalt des Arbeitsspeichers schreibt er auf die Festplatte. Der Stromverbrauch sinkt auf maximal vier Watt; effiziente Rechner kommen gar mit nur einem Watt aus. Das Erwachen dauert zwar länger als das Wiederanfahren einzelner Komponenten, doch bei Arbeitspausen ab zwanzig Minuten ist der Ruhezustand die richtige Wahl – und zudem anzuraten, wenn man mal das Abschalten vergisst. Wer die Energieoptionen seines Computers richtig einstellt, spart bis zu 60 Euro pro Jahr an Stromkosten. Das hat das Umweltbundesamt errechnet.
2. Festplatte. Wegen ihrer rotierenden Spindel verbrauchen Festplatten auch im Leerlauf Strom. Zur Datenspeicherung sollte man deshalb bevorzugt separate Speichermedien wie CDs, USB-Sticks oder externe Festplatten nutzen, die nur während des Zugriffs Strom ziehen. Wen das Rattern der Festplatte stört, kann auf sogenannte Solid State Drives (SSD) umsteigen, die die Daten völlig lautlos auf Halbleiterchips ablegen. Eine große Festplatte schluckt weniger Strom als zwei kleine.
3. Bildschirm. Den meisten Strom verbrauchen LCD-Monitore für die Hintergrundbeleuchtung des Displays. Meistens sind sie zu hell voreingestellt. Bei Arbeitsplätzen ohne direktes Sonnenlicht lässt sich der Verbrauch von 30 Watt für volle Helligkeit problemlos auf 20 Watt senken. Monitore mit sogenannter Automatic Brightness Control passen sich automatisch an das Umgebungslicht an. Von Bildschirmschonern ist abzuraten: Blubbernde Fische oder bewegte Sterne treiben den Stromverbrauch in die Höhe, statt ihn zu senken. Besser ist es, den Bildschirm mit Hilfe der Energieverwaltung des Computers dazu zu bringen, sich in Arbeitspausen selbst abzuschalten. Wer alle Sparregister zieht, senkt den Stromverbrauch seines Monitors um bis zu 90 Prozent. Das hat die Deutsche Energie-Agentur errechnet.
4. Modem. Sind Internetzugang und Telefonanlage in einem Gerät verbunden, lassen sich Modem oder Router nicht ohne Weiteres vom Netz trennen. Ein Blick ins Handbuch hilft: Oft lassen sich zumindest einzelne Funktionen wie das W-Lan abschalten. Wer Modem oder Router nach dem Surfen vom Netz nimmt, spart bis zu 20 Euro pro Jahr.
5. Drucker. Wie effizient Laser- oder Tintenstrahldrucker sind, hängt davon ab, wieviel Strom sie im Bereitschaftszustand verbrauchen. Denn ein Drucker arbeitet fast immer nur kurzzeitig. Die meiste Zeit verharrt er dagegen „standby“. Zwar ist der Standby-Verbrauch für elektrische Geräte, die von 2010 an hergestellt wurden, auf maximal zwei Watt begrenzt. Doch ältere Drucker können durchaus die vierfache Menge schlucken. Moderne Laserdrucker verfügen über einen Energiesparmodus, bei dem die Fixiereinheit abgeschaltet wird. Sie verbrauchen daher wesentlich weniger Strom als im Bereitschaftszustand. Einen Schwarzweiß-Laser kann man getrost abschalten, wenn man ihn nicht mehr benötigt; Farblaser dagegen kalibrieren bei jedem Kaltstart die Farben neu – das kostet Energie.
6. Scanner. Sie sind allzeit bereit, werden jedoch immer nur kurzzeitig genutzt. Im Standby-Betrieb verbrauchen Scanner deshalb in der Regel weit mehr Strom als beim Scannen von Dokumenten. Wird nur selten gescannt, ist es ratsam, das Gerät nur bei Bedarf einzuschalten. Besonders effektiv: Scan-Aufträge sammeln und in einem Rutsch durchscannen.
7. Steckerleiste. Viele Geräte der Informationstechnik ziehen auch im ausgeschalteten Zustand Strom. Das liegt daran, dass der „Aus“-Schalter statt an der Netzseite an der Niederspannungsseite hinter dem Trafo montiert ist, sodass dieser auch nach dem Abschalten weiterhin unter Spannung steht. Zwar ist der Stromverbrauch im „Aus“-Zustand für Elektro-Geräte, die von 2010 an hergestellt wurden, per EU-Richtlinie auf maximal zwei Watt begrenzt. Doch ältere PCs, Monitore, Drucker, Scanner, Modems oder Router verbrauchen oft ein Vielfaches. Da hilft nur: Stecker ziehen. Bequemer ist jedoch eine schaltbare Steckdosenleiste, die den Computer mitsamt seinen Peripheriegeräten mit einem einzigen Knopfdruck vom Netz trennt. Will man weiter differenzieren, bietet sich die Kaskadenschaltung an: Zwischen Steckerleiste und einem nur selten genutzten Gerät, beispielsweise einem Scanner, wird eine schaltbare Steckdose gesteckt. Sogenannte Master-Slave-Leisten, die alle Peripherie- Geräte (Slaves) ausschalten, sobald der PC (Master) in den Standby-Modus wechselt, verbrauchen durchgängig etwa zwei bis sechs Watt. Ob sich das rechnet, hängt vom Standby-Verbrauch der angeschlossenen Geräte ab. Wer die Computeranlage nach Arbeitsschluss stets komplett abschaltet, spart laut dem Umweltbundesamt bis zu 40 Euro pro Jahr.
> In der Broschüre Computer, Internet und Co – Geld sparen und Klima schützen erläutert das Umweltbundesamt den energieeffizienten Umgang mit Computern: als PDF (23 S.) unter www.umweltdaten.de/publikationen/ fpdf-l/3725.pdf > Die Dena verät, wie man mit seinem Computer einfach Strom spart: Mein Rechner rechnet sich als PDF (16 S.) unter www.stromeffizienz.de/uploads/tx_zrwshop/ BR_Kommunikation_02.pdf > Praxisnahe Spartipps sowie Infos zum Stromverbrauch von Notebooks und PCs gibt auch das Portal www.pc-erfahrung.de > Hilfestellung beim Zusammenbau von Computern sowie Tipps, Tricks, Testberichte & Anlei tungen liefert www.grundlagen-comput
Energiesparen im Haushalt, Klären Sie Ihren Bytebedarf
Wer beim Computerkauf nur den Schnäppchenangeboten der Elektromärkte hinterherjagt, ist schlecht beraten. Was die Werbung verschweigt: Genauso wichtig wie Gigabyte und Pixelzahl ist der Energieverbrauch. Ein ineffizienter Rechner verbraucht im Vergleich zu einem effizienten der gleichen Leistungsklasse bis zu zwei Drittel mehr Strom. Das hat das Umweltbundesamt ermittelt. von Hartmut Netz
1. PC. Unter einem Personal Computer versteht man ein Zentralgerät unter dem Schreibtisch, das erst durch den Anschluss von Bildschirm, Maus und Tastatur bedienbar wird. Mithilfe integrierter serieller oder USB-Anschlüsse lassen sich Peripheriegeräte wie Drucker oder Scanner mit der Zentraleinheit verbinden. Vorteil von PCs: Im Gehäuse ist meist Platz genug für das Nachrüsten von weiteren Laufwerken, Festplatten oder Speicherchips. Anders als bei Notebooks lässt sich eine defekte Grafikkarte problemlos austauschen. Nachteil von PCs: Sie sind an einen Ort gebunden.
2. Notebook. Flexibler als PCs und in der Leistung vergleichbar sind Notebooks. Im flachen Klappgehäuse moderner Geräte verbergen sich ein 15- oder 17-Zoll-Monitor, ein CDDVD-Laufwerk und viel Speicherplatz. Leistungsfähige Akkus erlauben stundenlanges Arbeiten ohne Steckdose. Wer überwiegend am Schreibtisch arbeitet, kann eine externe Tastatur, eine Maus und einen größeren Monitor anschließen.
3. Netbook. Die kleine Schwester des Notebooks ist weniger leistungsstark, hat kein eigenes Laufwerk und die Zahl der Anschlüsse ist überschaubar. Dafür ist es kleiner und leichter. Da Bildschirm und Tastatur kleiner ausfallen als beim Notebook, ist die Bedienung weniger komfortabel. Für EMail, Internet und Texte sind Netbooks jedoch gut geeignet.
4. Bildschirm. Röhrenmonitore sind out – und das aus gutem Grund: Flachbildschirme sparen Platz, sind strahlungsärmer, haben ein schärferes Bild und verbrauchen rund zwei Drittel weniger Strom als Röhrenmonitore. Doch auch unter den Flachmännern gibt es Unterschiede, denn der Stromverbrauch steigt mit Auflösung und Bilddiagonale. Braucht ein effizienter 17-Zoll-Monitor mit einer Auflösung von 1 280 x 1 024 Pixel im Betrieb rund 20 Watt:, schluckt ein sparsamer 22-Zöller mit 1 680 x 1 050 Bildpunkten zwischen 30 und 40 Watt.
5. Drucker. Zur Auswahl stehen Tinte oder Laser. Für den Druck von Farbphotos eignen sich Tintenstrahl-Drucker besser. Dafür arbeiten Laser-Drucker schneller und produzieren ein schärferes Schriftbild. Sie verbrauchen in Bereitschaft und Betrieb allerdings auch deutlich mehr Strom. Während Laser in der Anschaffung um einiges teurer sind, verursachen Tintenstrahler wesentlich höhere Folgekosten: 1 000 Seiten und 100 Photos kosten als Tintendruck zwischen 30 und 110 Euro. Das hat das Öko-Institut errechnet. Ein Laser erledigt das für maximal 40 Euro. Eine automatische Duplex- Funktion ermöglicht beidseitigen Druck und spart damit Papier. Einige Tintenstrahler verwenden im Duplex-Modus allerdings auch beim Schwarzweiß-Drucken Farbtinte, da diese schneller trocknet. Drucker mit Fax-Funktion verbrauchen durch Dauerbereitschaft jährlich bis zu 100 Kilowattstunden zusätzlichen Strom. Ob es das im Internet-Zeitalter noch braucht, ist fraglich.
6. Multifunktionsgerät. Die Kombination von Drucker, Scanner, Kopierer und Fax in einem Gerät vermeidet die Leerlaufverluste mehrerer Einzelgeräte. Da Peripherie-Geräte bis zu 90 Prozent ihres Strombedarfs im Bereitschaftszustand schlucken, sind Multis echte Stromsparer – insbesondere, wenn ihr Bereitschaftsverbrauch unter einem Watt liegt.
7. Label. Drei Umweltzeichen versprechen Hilfe beim Computerkauf. Der Blaue Engel des Umweltbundesamtes würdigt besonders effiziente PCs, Bildschirme, Drucker und Multifunktionsgeräte. Außer bei Druckern und Multis ist das Angebot ausgezeichneter Geräte jedoch recht mager. Einer höheren Akzeptanz unter den Herstellern erfreut sich der Energy Star der amerikanischen Umweltbehörde EPA, mit dem energiesparende Bürogeräte gekennzeichnet werden. Allerdings sollte man darauf achten, dass das Gerät mindestens den Energy Star in Version 4.0 trägt – ältere Versionen gelten als wenig anspruchsvoll. Weltweite Bedeutung hat auch das TCO-Label, mit dem besonders energiesparende, strahlungsarme und ergonomische PCs, Bildschirme und Notebooks ausgezeichnet werden.
8. Ausstattung. Größer, schneller, stärker – so bewirbt der Handel seine Geräte. Doch die angepriesenen Komponenten sind für die üblichen Arbeiten meist überdimensioniert: Wer mit dem Computer hauptsächlich E-Mails lesen, Texte schreiben, Bilder bearbeiten, Filme anschauen und im Internet surfen will, benötigt keine teure und stromfressende High-Speed- Grafikkarte. Eine Ausstattung nach Bedarf spart bares Geld – insbesondere bei der Wahl von Prozessor, Graphikkarte und Netzteil, die besonders stromhungrig sind. Zum Vergleich: Ein effizienter PC mit Durchschnittskomponenten benötigt etwa 75 Watt Leistung, ein High-End-PC bis zu 300 Watt.
9. Energiebilanz. Je größer die Leistung, desto höher der Energiekonsum. Ein für aufwendige 3-D-Spiele hochgerüsteter High-End-PC schluckt drei- bis viermal mehr Strom als ein Durchschnittsgerät. Sparsamer als Stand-PCs sind mobile Rechner, denn sie sind für einen möglichst langen Betrieb ohne externe Stromversorgung ausgelegt. Gegenüber einem vergleichbaren PC verbraucht ein Notebook rund 70 Prozent weniger Strom. Wer nur einen mobilen Rechner für einfache Anwendungen benötigt, sollte sich ein Netbook zulegen. Der kleine Klapprechner kommt im Normalbetrieb mit 40 Prozent weniger Strom aus als ein Notebook.
10. Entsorgung. Ausgediente PCs, Bildschirme oder Drucker müssen fachgerecht entsorgt werden, denn sie enthalten Giftstoffe wie Blei, PVC, Quecksilber und Weichmacher. Kommunale Sammelstellen nehmen sie kostenlos entgegen und sorgen für die Rückgewinnung wertvoller Inhaltsstoffe wie Gold, Silber, Tantal oder Platin.
> Eine Datenbank mit sparsamen Bürogeräten findet sich im Internet unter www.office-topten.de (> man gibt das gewünschte Ausstattungsprofil ein und erhält eine Auswahl passender Geräte)
> Die Stiftung Wartentest bietet aktuelle Tests von Computern und Peripherie-Geräten an unter www.test.de/thema/ personal-computer/ und www.test.de/thema/drucker/
> Eine Übersicht über den Energieverbrauch getesteter Bürogeräte findet sich unter www.no-e.de/html/unglaublich. html
> Ein Leitfaden zum Bildschirmkauf erhalten Sie als PDF unter unter www.ecotopten.de/download/ EcoTopTen_ Monitore_Technikdaten.pdf
> Weitere Informationen zum Label Blauen Engel gibt es unter www.blauer-engel.de, zum Energy Star-Label unter www.eu-energystar.org/de und zum TCO-Label unter http://tcodevelopment.com/
> Die Marktübersicht Ecotopten gibt Empfehlungen für den Kauf sparsamer PCs, Notebooks, Bildschirme und Drucker unter www.ecotopten.de/produktfeld_ informieren.php
Lebensmittelkennzeichnung - Irreführende Vielfalt
Lebensmittelkennzeichnung Irreführende Vielfalt
Bundeverbraucherministerin Ilse Aigner führt ein neues bundesweites Kennzeichen für regionale Produkte ein: das Regionalfenster. Es wird derzeit in sechs Bundesländern getestet. Doch es scheint angesichts der Flut der Lebensmittelsiegel eher mehr Verwirrung zu stiften als mehr Transparenz zu schaffen. von Tim Bartels
Bis April 2013 werden nach Angaben des Aigner-Ministeriums zunächst in zwanzig Geschäften in den Regionen Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen rund 150 Produkte mit dem Regionalfenster getestet, unter anderem Gemüse, Saft, Wurst, Brot und Milchprodukte. Grund für die neue Kennzeichnung ist eine repräsentative Umfrage, nach der es für 67 Prozent aller Verbraucher hierzulande wichtig sei, dass Lebensmittel aus einer bestimmten Region kommen.
„Wer als Kunde bereit ist, mehr zu zahlen, muss sich darauf verlassen können, auch mehr zu bekommen“, lässt die Bundesministerin verlauten. Das soll das Regionalfenster nun leisten. Doch handelt es sich dabei um eine freiwillige Kennzeichnung. Und genau diese Unverbindlichkeit ist es, die von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und den Grünen kritisiert wird. „Was nützt es“, sagt die grüne Sprecherin für ländliche Entwicklung, Cornelia Behm, „wenn der Kunde auf einen Blick Regionalität erkennen kann, während im selben Regal Produkte mit anderen Siegeln ebenfalls versprechen, regionaler Herkunft zu sein?“ Was nützt es, wenn der seit langem beklagte Etikettenschwindel nach wie vor erlaubt ist? So wie beispielsweise der „Schwarzwälder Schinken“ seine regionale Spezialität nur vorgaukelt, weil, wie die Verbraucherschützer von Foodwatch wissen, „wichtige Produktionsschritte in Niedersachsen stattfinden und die Schweine überall, nur nicht im Schwarzwald gemästet werden“. Dieser Schinken erfüllt demnach die Kriterien des Regionalfensters nicht und würde also Aigners Regionalsiegel auch nicht erhalten. Und dennoch darf Schinkenkönig Jürgen Abraham weiterhin behaupten: „Die Herstellung dieses Traditionsschinkens erfolgt ausschließlich im Schwarzwald und unterliegt strengen regionalen Bestimmungen.“ Gegen diese offensichtliche Irreführung unternehme die Verbraucherschutzministerin nichts, moniert Foodwatch. Frau Aigner müsse diese Herkunftsschummelei durch klare Vorgaben stoppen.
Transparenz für Verbraucher geht anders. Regionalmarken seien nur dann vertrauenswürdig, sagt die Grüne Cornelia Behm, wenn sie einem überprüfbaren Standard entsprächen. Foodwatch fordert eine Pflicht für Hersteller, die Herkunftsländer der Hauptzutaten ihrer Produkte anzugeben. Mit regionaler Herkunft dürfe nur dann geworben werden, „wenn dies durch die tatsächliche Herkunft der Zutaten gedeckt ist und die Ursprungsregion (für Deutschland mindestens bundeslandgenau) für alle Zutaten angegeben wird“.
> Weitere Infos zum Regionalfenster finden Sie unter www.bmelv.de/regionalfenster; zu den Produkten und Teilnehmern unter www.regionalfenster.de > http://foodwatch.de/kampagnen__themen/herkunftskennzeichnung/ aktuelle_nachrichten/testlauf_fuer_reg ionalfenster/index_ger.html
Gegen Etikettenschwindel helfen:
1. Informationen vor Werbung. Die wichtigsten Informationen über ein Lebensmittel müssen groß, verständlich und für alle Hersteller einheitlich auf der Schauseite der Verpackung stehen. Sie dürfen nicht durch werbliche Verpackungsgestaltung in den Hintergrund gedrängt werden. Werbung darf den Produkteigenschaften nicht widersprechen.
2. Größere Schriften. Alle Produktinformationen müssen sichtbar und auch für ältere Menschen gut lesbar sein. Anstelle der EU-weit festgelegten 0,9 und 1,2 mm müssen – wie bei Büchern oder Zeitschriften üblich – wenigstens 2 mm als Mindestschriftgröße vorgegeben werden.
3. Ehrliche Abbildungen. Die Abbildung eines Lebensmittels auf der Verpackung muss natürlich dem tatsächlichen Produkt entsprechen. Geschönte Abbildungen müssen untersagt werden.
4. Verständliche Mengenangaben. Werden Zutaten eines Produktes in Bild oder Text hervorgehoben, muss der Hersteller in Prozent angeben, welchen Anteil diese Zutat im Produkt ausmacht. Die Angabe muss gut sichtbar bei der werblichen Hervorhebung erfolgen.
5. Herkunftskennzeichnungen. Hersteller müssen sich verpflichten, die Herkunftsländer der Hauptzutaten ihrer Produkte anzugeben. Mit „regional“ darf nur geworben werden, wenn dies durch die tatsächliche Herkunft der Zutaten gedeckt ist und die Ursprungsregion (für Deutschland mindestens bundeslandgenau) für alle Zutaten angegeben wird.
6. Angaben zur Tierhaltung. Die tiergerechte Haltung von Nutztieren ist gesetzlich sicherzustellen. Solange dies nicht gewährleistet ist, müssen die Hersteller von Tierprodukten auf der Verpackung über die Form der Tierhaltung informieren – Vorbild ist die Angabe der Haltungsform bei frischen Eiern.
7. Nährwertinfos. Schluss mit verwirrenden Größen: Kilokalorien und die Werte für Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz müssen auf der Schauseite von Verpackungen aufgeführt werden – einheitlich pro 100 Gramm oder 100 Milliliter. Anstelle des Natriumgehalts muss immer der Salzgehalt genannt werden.
> Weitere Punkte für ehrliche Etiketten unter www.foodwatch.de/15punkte
Das Regionalfenster … … soll nach Angaben des BMELV ein reines „Deklarationsfeld“ sein – und eben kein zusätzliches Markenzeichen oder Siegel.
• Es beinhaltet ausschließlich Aussagen zur Herkunft der eingesetzten landwirtschaftlichen Zutaten und zum Ort der Verarbeitung. • Wer die Kennzeichnung verwenden will, muss garantieren, dass vor allem die Hauptzutat zu 100 Prozent aus der klar definierten Region kommt. • Die Region kann nach Landkreisen oder Bundesländern abgegrenzt werden. Neben den Pflichtangaben haben die Hersteller die Möglichkeit, die Herkunft weiterer Zutaten oder auch der Futtermittel anzugeben.
Energiesparen im Haushalt, Heiß, heißer, Wasserkocher
Energiesparen im Haushalt, Teil 36 Heiß, heißer, Wasserkocher
Kaum ein Haushaltsgerät ist so unscheinbar und leistet doch so wertvolle Dienste wie der elektrische Wasserkocher. Deckel auf, füllen, in den Sockel einklinken: Das Wasser kocht in Minutenschnelle. Wer häufig Tee trinkt oder heißes Wasser zum Überbrühen von Tomaten oder zum Einweichen getrockneter Pilze benötigt, wird ihn nicht missen wollen. Denn der elektrische Wasserkocher ist ein unschätzbarer Küchenhelfer – noch dazu mit einer guten Energiebilanz, die kaum zu toppen ist. Das schont den Geldbeutel. von Hartmut Netz
1. Prinzip. Moderne Wasserkocher bestehen aus einem Sockel mit Stromkabel und einem Behälter mit Heizwendel, den ein Steckkontakt im Sockel mit Energie versorgt. Dadurch lässt sich der Wasserbehälter abnehmen und ohne Kabel frei bewegen. Der Heizwendel im Boden des Behälters arbeitet ähnlich wie ein Tauchsieder. Handelsübliche Wasserkocher fassen ein bis zwei Liter und kosten zwischen 20 und 100 Euro.
2. Abschaltautomatik. Sobald das Wasser den Siedepunkt erreicht hat, schaltet ein Wasserkocher automatisch ab. Dazu muss allerdings der Deckel geschlossen sein, sonst entweicht der Wasserdampf und der Temperaturfühler im Behälter reagiert zu spät oder gar nicht. Vorteil der automatischen Abschaltung: Der Wasserkocher zieht nur soviel Strom, wie zur Erhitzung des Wassers tatsächlich gebraucht wird. Manche Geräte brodeln allerdings noch einige Zeit vor sich hin, bevor sie abschalten, bemängelt die Stiftung Warentest. Das kostet Strom und bares Geld.
3. Temperaturregler. Wer oft grünen Tee trinkt, sollte sich einen Wasserkocher mit Temperaturregelung zulegen. Man wählt zum Beispiel 70 Grad Celsius vor und bei Erreichen dieser Temperatur schaltet sich das Gerät automatisch ab. Das Erhitzen bis zum Siedepunkt mit anschließendem Abkühlen auf die richtige Brühtemperatur entfällt. Das spart Zeit und Energie.
4. Energiebilanz. Nichts erhitzt Wasser schneller und effizienter als der elektrische Wasserkocher. Maximal drei Minuten braucht ein Kocher, um einen Liter Wasser zum Sieden zu bringen. Weder Kochplatte noch Ceranfeld, weder Gasflamme noch Mikrowelle können da mithalten. Je höher die Leistung des Gerätes, desto schneller geht es. Für einen Liter ziehen Wasserkocher, die mit 600 bis 3 000 Watt Leistung angeboten werden, im Schnitt 115 Wattstunden Strom – halb so viel wie eine Mikrowelle und etwa ein Drittel weniger als ein Herd mit Ceranfeld. Oft liegt der Energieverbrauch eines Herdes noch deutlich höher, weil mehr Wasser als benötigt in den Topf gefüllt oder ohne Deckel gekocht wird. Während auf dem Herd zunächst Kochplatte und Topfboden erhitzt werden, geht die Hitze im Wasserkocher direkt ans Wasser – das macht ihn so effizient. Deshalb lohnt es sich auch, Nudel- oder Knödelwasser im Wasserkocher zu erhitzen und dann in den Topf auf der Herdplatte umzufüllen.
5. Energiekosten. Nur der Gasherd erhitzt Wasser billiger. Im Vergleich zum Elektrokocher spare die offene Flamme mit Kosten von 1,9 Ct/l etwa einen Cent, hat die Stiftung Warentest errechnet. Am teuersten kommt die Mikrowelle mit 6,2 Ct/l – pro Jahr macht das 57 Euro. Der Gasherd liegt bei 17 Euro pro Jahr; der Wasserkocher bei etwa 28 Euro (bei 27 Ct/kWh für Strom und 7 Ct/kWh für Gas).
6. Standby. Manche Geräte ziehen im abgeschalteten Zustand Strom für LED-Beleuchtung oder Zeitprogramme. Bei neuen Geräten liegt der Standby-Verbrauch bei einem Watt. Das scheint wenig, doch mit der verschwendeten Energie ließe sich vier Monate lang jeden Morgen eine Tasse Tee brühen. Ältere Kocher können durchaus das Vier- bis Fünffache an Strom ziehen. Eine schaltbare Steckdose, die direkt auf die Wanddose aufgesetzt wird, verhindert den Stromklau. Schaltbare Steckerleisten sind wegen Kurzschlussgefahr durch überkochendes Wasser ungeeignet.
7. Schadstoffe. Manche Kocher geben Nickel oder Bisphenol A ans Wasser ab. Mit Nickel haben insbesondere Modelle mit offenliegendem Heizwendel zu kämpfen. Je nach Materialmix des Wendels kann sich das Schwermetall beim Erhitzen im Wasser lösen. Nickel ist ein häufiges Kontaktallergen. In entsprechender Konzentration könne auch das Trinken von nickelbelastetem Wasser allergische Reaktionen auslösen, warnt die Stiftung Warentest. In einigen Geräten mit Kunststoffbehältern fand sich zudem Bisphenol A, das sich im Tierversuch als hormonell wirksam erwiesen hat. Allerdings lagen die gefundenen Konzentrationen unter dem erlaubten Höchstwert.
8. Handhabung. Die Behälter von Wasserkochern werden überwiegend aus Glas, Kunststoff und Edelstahl gefertigt. Edelstahlbehälter werden beim Erhitzen fast 90 Grad Celsius heiß; eine unachtsame Berührung kann schmerzhaft sein. Glas- und Kunststoffbehälter sind hier im Vorteil. Geräte, deren Sockel mit Mittelkontakt ausgerüstet ist, lassen sich leichter handhaben als solche, deren Steckkontakt seitlich angeordnet ist. Denn auf einen Mittelkontakt lässt sich der Wasserbehälter problemlos aus jedem erdenklichen Winkel aufsetzen.
9. Pflege. Wasserkocher müssen regelmäßig entkalkt werden. Denn Kalkablagerungen am Behälterboden behindern die Wärmeübertragung; sie wirken wie eine Dämmschicht und treiben den Energieverbrauch in die Höhe. Und wer will schon Kalkplättchen im Tee haben? Als Gegenmittel hat sich Haushaltsessig bewährt: einige Stunden einwirken lassen, mit Wasser ausspülen, fertig. Wasserkocher mit verdecktem Heizwendel lassen sich leichter entkalken als solche mit offener Heizspirale. Bei hartem Wasser sollte man das Gerät bereits nach 100 Litern erhitztem Wassers entkalken
10. Tee. Teepflücker in Indien, Sri-Lanka und Ostafrika arbeiten oft unter unwürdigen Bedingungen. Ihr Leben ist geprägt von einem Teufelskreis aus Armut und der Abhängigkeit von Großgrundbesitzern. Plantagen dagegen, auf denen der Tee nach Fairtrade-Standards angebaut und geerntet wird, zahlen ihren Angestellten bessere Löhne. Zwar kostet fair gehandelter Tee etwas mehr als konventioneller, doch die Mehrinvestition erbringt Rendite in Form menschenwürdiger Arbeitsbedingungen.
> Ende 2012 hat die Stiftung Warentest 18 Wasserkocher getestet. Die Ergebnisse erhalten Sie gegen 2,50 Euro unter www.test.de/Wasserkocher-Gute-ab-30- Euro-4482061-0/ > Informationen zu fair gehandeltem Tee unter www.oeko-fair.de und www.transfair.org
Einweg-Plastik - Kommt nicht in die Tüte!
Einweg-Plastik Kommt nicht in die Tüte
In jeder Minute gehen in Deutschland 10 000 Plastiktüten über die Ladentheken: von der dünnen Hemdchen-Tragehilfe, über Abreiß- und Grifflochbeutel bis zu dickwandigeren Schlaufentaschen. Eines haben alle gemeinsam: Sie werden in der Regel nur einmal und für kurze Zeit verwendet und dann weggeworfen. Folge: Weltweit werden Unmengen an Plastiktüten produziert, welche die Umwelt belasten und wertvolle Ressourcen verschwenden. von Tim Bartels
Gegenwärtig bestehen die meisten Kunststofftüten aus fossilem Rohöl, was die Vorräte endlicher Rohstoffe weiter erschöpft. Die Kohlendioxid-(CO2-)Emissionen des globalen Jahresverbrauches von einer Billion Plastiktüten werden auf 60 Millionen Tonnen geschätzt. Plastiktüten aus dem Supermarkt tragen also auch zum Klimawandel bei. Hierzulande können Plastiktüten zwar für ein Recycling im „Gelben Sack“ oder in der „Gelben Tonne“ gesammelt werden. Allerdings landen nur wenige Tüten in der Wertstoffsammlung. Oft werden sie achtlos weggeworfen oder landen als Abfallsack im Hausmüll und werden verbrannt. In Europa wird nicht einmal jede zehnte Plastiktüte recycelt, wodurch die Rohstoffe bei neun von zehn Plastiktüten verloren gehen. In Ländern und Städten außerhalb Europas wird restriktiv gegen diese Wegwerfware vorgegangen. Beispielsweise sind Plastiktüten in China, Mexiko, Australien, Bangladesch, Ruanda, San Francisco und Los Angeles komplett oder teilweise verboten. Innerhalb der EU ist ein striktes Plastiktütenverbot nicht möglich, weil das gegen die hiesige Verpackungsrichtlinie verstoßen würde.
Deshalb fordern Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und mittlerweile auch die Grünen eine Abgabe in Höhe von 22 Cent auf jede Einwegtragetasche. Das soll die Verbraucher motivieren, statt der Einwegplastiktüten umweltfreundliche Mehrwegtragetaschen zu nutzen. „Die Einführung einer Abgabe wird das Aufkommen umweltschädlicher Einwegtragetaschen radikal reduzieren und den Handel schnell dazu bewegen, dem Kunden attraktive Mehrwegtragetaschen anzubieten“, sagt DUH-Chef Jürgen Resch.
Vorbild dafür, wie wunderbar ein vom Verbraucher zu zahlender Aufpreis für eine Tragetasche wirken kann, ist Irland. Dort verschwendete bis 2002 jeder Bürger pro Jahr sage und schreibe 328 Wegwerftüten. Erst die Einführung einer Abgabe je Plastiktüte von 15 Cent, dann 22 Cent im Jahr 2007 und schließlich gar 44 Cent von 2009 an führte schließlich zur Reduktion des Plastiktütenkonsums um 90 Prozent: Heute werden in Irland pro Kopf und Jahr nur noch acht Stück verbraucht. > Ein 16-seitiges Hintergundpapier der Deutschen Umwelthilfe erhalten Sie als PDF unter www.duh.de/uploads/media/120924_Einwegplastiktueten_Hintergrundpapier_ LANG_240912_02.pdf > Der NABU informiert über Plastik im Meer unter www.nabu.de/themen/meere/plastik/
Gegen die Plastiktütenflut helfen: 1. Mehrweg-Tragetaschen. Denn eine Tüte, die nicht hergestellt werden muss, spart Material und Energie ein. Dieser Grundsatz entspricht dem Vermeidungsansatz der Abfallhierarchie der europäischen Abfallrahmenrichtlinie und des deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetzes: Abfälle sind in erster Linie zu vermeiden. Nicht vermeidbare Abfälle sollen in abnehmender Prioritätenfolge wiederverwendet, recycelt, verwertet oder beseitigt werden.
2. Wiederverwendbare Tragehilfen. Wer umweltbewusst einkaufen will, sollte eine Einkaufstasche, einen Rucksack oder einen Korb benutzen – gleichgültig, ob aus Baumwolle, Jute, Kunstfaser oder anderem Material. Denn: Mehrweg ist besser als Einweg. Aus ökologischer Sicht am besten schneidet die Mehrweg-Tragetasche aus recyceltem Kunststoff ab.
3. Keine biologisch abbaubaren Einweg-Plastiktüten. Denn diese hauptsächlich aus brasilianischem Zuckerrohr hergestellten Bio-Polyethylen-Tüten belasten das Klima: Durch die rohstoff- und energieintensive industrielle Agrarwirtschaft und Verpackungsherstellung entstehen entlang des Lebenszyklus der Tüte Klimagasemissionen in erheblichem Ausmaß. Überdies werden diese Tüten in der Regel weder recycelt noch kompostiert.
4. Keine Einweg-Papiertüten. Denn Tragetaschen aus Papier sind aus ökologischer Sicht nicht generell besser als solche aus Kunststoff, da für sie besonders lange und damit reißfeste Zellstofffasern notwendig sind, welche zuvor mit Chemikalien behandelt werden müssen. Papiertüten sind in der Regel schwerer als Plastiktüten, weil deren Wandstärke dicker sein muss, um dieselbe Reißfestigkeit zu erlangen. Dadurch muss zum einen mehr Material pro Tüte eingesetzt werden und zum anderen entstehen erhöhte Emissionen beim Transport.
5. Nur unter Umständen Recyclingpapier. Durch den Einsatz von Recyclingpapier und das abermalige Recycling nach der Verwendung kann die Umweltbilanz von Papiertüten verbessert werden. Ohne Anteile an Sekundärmaterial und ohne Recycling wird eine Papiertüte im Vergleich zu einer rohölbasierten Plastiktüte erst dann ökologisch interessant, wenn diese drei bis vier Mal wiederbenutzt wird. > www.kommtnichtindietuete.de
Zahlen und Fakten • Laut dem Umweltbundesamt werden in Deutschland pro Kopf und Jahr 65 Plastiktüten benutzt. Das ist zwar viel weniger als der EU-Durchschnitt von 198 Stück. • Doch im Fall des absoluten Verbrauchs von hierzulande 5,3 Milliarden Plastiktüten im Jahr (oder 10 000 Tüten pro Minute) gehört Deutschland zur Spitzengruppe hinter Italien, Großbritannien und Spanien. • Nur ein Bruchteil der weltweit verbrauchten Plastiktüten von geschätzt einer Billion Stück wird verwertet, etwa 90 Prozent landen auf Mülldeponien, wo sie erst nach 100 bis 500 Jahren vollständig zerfallen. • Die Recyclingquote für in Gelben Säcken gesammelte Plastiktüten beträgt nach Schätzungen nicht mehr als 40 Prozent. Das Gros wird mit dem Restmüll verbrannt. • Auch die in der Biotonne entsorgten biologisch abbaubaren Tüten werden in der Regel aussortiert und verbrannt
Weitere Informationen
Kontakt
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