Wappen von Fronreute

Über Fronreute

Geschichtliches

Die Gemeinde Fronreute wurde im Jahre 1972 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Blitzenreute und Fronhofen gebildet. Diese waren 1826 aus den ehemaligen Ämtern des Reichsstifts und Gotteshauses (= Kloster) Weingarten hervorgegangen, das bei der Säkularisation 1803 aufgehoben und dessen Gebiet 1806 württembergisch geworden war. Das Gemeindegebiet von Fronreute, schon vor dem Jahre 918 welfischer Besitz, gehörte beim Antritt seines Amtes als Bischof von Konstanz im Jahre 934 zum väterlichen Erbe des hl. Konrad. Schon früh kam es in die Hände von Vasallen der Welfen und später der Staufer, deren bedeutendste Familien im Gemeindegebiet von Fronreute – etwa zwischen 1170 und 1270 – die Ministerialen von Fronhofen/Königsegg und die Kämmerer von Ravensburg/Biegenburg waren.

Die Burgen dieser Familien sind nicht mehr erhalten, nur die Turmruine von Fronhofen, Rest einer in eine größere spätere Burganlage einbezogenen welfischen Turmburg, die Glied einer vermutlich um 1130 errichteten Kette ähnlicher Turmburgen von Aulendorf über Hatzenturm bis Zußdorf war. Auch die einzige erhalten gebliebende Burganlage der Gemeinde Fronreute, das Schloss Bettenreute, enthält im Innern einen solchen Turm. Die Reichsministerialen von Fronhofen/Königsegg waren in besonderer Weise dem Gotteshaus (=Kloster) Weingarten verbunden. Sie hatten einige Zeit Vogteirechte über das Kloster und wurden von 1246 an bis 1545 in der so genannten Königsegger Kapelle des dortigen Münsters beigesetzt.

Turm Fronhofen

Von dem Reichskämmerer Heinrich von Biegenburg gibt es eine größere Anzahl urkundlicher Nachrichten aus den Jahren 1240 bis 1264. In der Stiftungsurkunde des Klosters Baindt vom Jahre 1240 wird er als Zeuge genannt. Im Jahre 1264 übergab er gemeinsam mit seinen Söhnen Heinrich, Konrad und Dieto Altshausen an den Deutschen Orden. Die Biegenburg selber war etwa 4 Jahre Deutschordenshaus und kam nach Heinrichs Ableben mit der ganzen Biegenburgherrschaft etwa 1270 an die Familie seiner Gemahlin Engelburg, also an die Schenken von Schmalegg.

Der letzte Biegenburgbesitzer und Erbe der Schenken, der Ritter Ulrich von Hörningen, verkaufte die ganze Herrschaft Biegenburg 1404 an das Kloster Weingarten. Dieses, am Ende des 13. Jahrhunderts im Gemeindegebiet von Fronreute schon reich begütert, hatte im Laufe des 14. Jahrhunderts von den Herren von Tobel (bei Berg), von Bibersee und von Fronhofen/Königsegg zahlreiche Güter und Herrschaftsrechte erworben und besaß schließlich nach dem Biegenburgkauf den weitaus größten Teil der heutigen Gemeinde Fronreute mit den dazu gehörenden Herrschaftsrechten.

Um das Jahr 1090 vermachte der Herzog Welf IV. mit seiner Gemahlin Judith und seinen Söhnen dem Kloster Weingarten u.a. die Heiligblutreliquie und eine Reihe Güter, darunter die Kirche Berg mit allem, was zu ihr gehörte. Sie war damals und in den nächsten Jahrhunderten die Pfarrkirche des ganzen Gemeindegebietes von Fronreute.

Im Jahre 1292 wurde in Fronhofen eine Kapelle gebaut, die 1487 erweitert und erneuert und den Heiligen Konrad und Vinzenz geweiht wurde. 1508 war Fronhofen Sitz einer von der Mutterkirche Berg gelösten eigenen Pfarrei, die dem Kloster Weingarten inkorporiert war und von Mönchen versorgt wurde. Von 1663 an wurde die Pfarrei noch selbständiger und erhielt nun Pfarrer, die nicht Mönche waren. Im 17. und 18. Jahrhundert sowie 1910 wurde die Kirche baulich verändert. Der Turm stammt aus dem 13./14. Jahrhundert.

Auch in Blitzenreute stand eine gotische Kapelle, die anlässlich der Loslösung von der Mutterkirche Berg und der Errichtung der Pfarrei Blitzenreute im Jahre 1696 vergrößert wurde. Die Patrone sind die Heiligen Laurentius und Jakobus.

Staig besitzt mit seiner Wallfahrtskapelle ein besonderes Kleinod. Der gotische Chor wurde 1498 von Weihbischof Zehender konsekriert. Um 1710 vergrößerte man die Kapelle durch den Anbau eines Schiffes und passte sie dem Barockstil an.

Kapelle Staig

Der denkmalgeschützte Zehntstadel in Staig erinnert uns an Unfreiheit und Abhängigkeit, an Frondienst und Leibeigenschaft der ländlichen Bevölkerung durch die Jahrhunderte von der Welfenzeit bis zur Aufhebung der Klöster und an die allmähliche Entlastung und Befreiung des Bauernstandes im Königreich Württemberg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Zehntstadel

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