Unsere Geschichte
Die Eingemeindung und das neue Wappen
Die Gemeinde Fronreute wurde im Jahr 1972 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Blitzenreute und Fronhofen gebildet. Dies geschah während der Gebietsreform Baden-Württembergs und die Gemeinde erhielt ein neues Wappen: In geteiltem Schild, oben in Gold (Gelb) ein schreitender, hersehender blauer Löwe, unten rot und Gold (Gelb) mit Teilungen schräg gerautet.
Wappenbedeutung
Der hersehende Löwe war das Wappentier der Herren von Biegenburg, deren gleichnamiger Burgsitz auf der Gemarkung von Blitzenreute stand. Die ehemalige Gemeinde Blitzenreute hatte den Löwen blau im goldenen Schild geführt, während das erwähnte Adelswappen einen goldenen Löwen in Blau zeigt.
Ebenso sind die roten und goldenen Rauten aus dem Schild der vom Fronhofer Ortsadel abstammenden Grafen von Königsegg über das Wappen der früheren Gemeinde Fronhofen in das neue Gemeindewappen gelangt.
Von den Welfen über die Staufer an das Kloster Weingarten
Das Gemeindegebiet gehörte schon vor dem Jahr 918 zum welfischen Besitz. Es kam in die Hände von welfischen Vasallen und ging später in die Besitztümer der Staufer über, deren bedeutendste Familien im Gemeindegebiet Fronreutes die Ministerialen von Fronhofen/Königsegg und die Kämmerer von Ravensburg/Biegenburg waren.
Die Burgen dieser Familien sind nicht mehr erhalten, lediglich die Turmruine von Fronhofen. Diese ist der Rest einer welfischen Turmburg, die in einer größeren Burganlage einbezogenen war. Die einzige erhalten gebliebene Burganlage der Gemeinde Fronreute, das Schloss Bettenreute, enthält im Innern auch einen solchen Turm. Die Reichsministerialen von Fronhofen/Königsegg waren in besonderer Weise dem Kloster Weingarten verbunden.
Reichskämmerer Heinrich von Biegenburg übergab 1264 gemeinsam mit seinen Söhnen Heinrich, Konrad und Dieto Altshausen an den Deutschen Orden. Die Biegenburg selber war etwa 4 Jahre Deutschordenshaus und kam nach Heinrichs Ableben mit der ganzen Biegenburgherrschaft etwa 1270 an die Familie seiner Gemahlin Engelburg, also an die Schenken von Schmalegg.
Der letzte Biegenburgbesitzer und Erbe der Schenken, der Ritter Ulrich von Hörningen, verkaufte die ganze Herrschaft Biegenburg 1404 an das Kloster Weingarten. Dieses, hatte im Laufe des 14. Jahrhunderts von den Herren von Tobel (bei Berg), von Bibersee und von Fronhofen/Königsegg zahlreiche Güter und Herrschaftsrechte erworben und besaß schließlich nach dem Biegenburgkauf den weitaus größten Teil der heutigen Gemeinde Fronreute mit den dazu gehörenden Herrschaftsrechten. Dieses ging im Zuge der Säkularisation 1803 an das Königreich Württemberg, wo es dem Oberamt Ravensburg zugeordnet wurde.
1938 wurden die Gemarkungen Blitzenreute und Fronhofen dem Landkreis Ravensburg zugeordnet. Als Teil der französischen Besatzungszone nach dem zweiten Weltkrieg kam das Gebiet dann 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches dann 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.
Die Kirchen in Fronreute
Um das Jahr 1090 vermachte Herzog Welf IV. mit seiner Gemahlin Judith und seinen Söhnen dem Kloster Weingarten neben der Heilig-Blutreliquie eine Reihe Güter. Darunter auch die Kirche Berg mit allem, was zu ihr gehörte. Sie war damals und in den nächsten Jahrhunderten die Pfarrkirche des ganzen Gemeindegebietes von Fronreute.
Im Jahre 1292 wurde in Fronhofen eine Kapelle gebaut, die 1487 erweitert und erneuert und den Heiligen Konrad und Vinzenz geweiht wurde. 1508 war Fronhofen Sitz einer von der Mutterkirche Berg gelösten eigenen Pfarrei, die dem Kloster Weingarten inkorporiert war und von Mönchen versorgt wurde. Von 1663 an wurde die Pfarrei noch selbständiger und erhielt nun Pfarrer, die nicht Mönche waren. Im 17. und 18. Jahrhundert sowie 1910 wurde die Kirche baulich verändert. Der Turm stammt aus dem 13./14. Jahrhundert.
Auch in Blitzenreute stand eine gotische Kapelle, die anlässlich der Loslösung von der Mutterkirche Berg und der Errichtung der Pfarrei Blitzenreute im Jahre 1696 vergrößert wurde. Die Patrone sind die Heiligen Laurentius und Jakobus.
Staig besitzt mit seiner Wallfahrtskapelle ein besonderes Kleinod. Der gotische Chor wurde 1498 von Weihbischof Zehender konsekriert. Um 1710 vergrößerte man die Kapelle durch den Anbau eines Schiffes und passte sie dem Barockstil an.
Der denkmalgeschützte Zehntstadel in Staig erinnert uns an Unfreiheit und Abhängigkeit, an Frondienst und Leibeigenschaft der ländlichen Bevölkerung durch die Jahrhunderte von der Welfenzeit bis zur Aufhebung der Klöster und an die allmähliche Entlastung und Befreiung des Bauernstandes im Königreich Württemberg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Geschichte und Geschichten:
Überblick über die ältere Geschichte des Gemeindegebietes von Fronreute unter besonderer Berücksichtigung der Teilorte Blitzenreute, Staig und Fronhofen von Ernst Frey, Schulleiter a. D. (PDF)
Ortsgeschichtliches, verfasst von Dr. Andreas Neuburger in Jahr 2008
Die Infos stehen Ihnen als pdf-Dateien zum Herunterladen zur Verfügung.
Die Herren von Biegenburg und ihre lachenden Erben (PDF-Dokument, 926,11 KB, 09.03.2015)
1075 Jahre Fronhofen? (PDF-Dokument, 894,54 KB, 09.03.2015)
Ohne Christina von Fronhofen kein Pfarrer Kneipp! (PDF-Dokument, 866,33 KB, 09.03.2015)
Die Fronhofener Ministerialen und Bad Wörishofen (PDF-Dokument, 866,33 KB, 09.03.2015)
In Händen vieler Herren: Das Wasserschloss Bettenreute (PDF-Dokument, 852,80 KB, 09.03.2015)
Die letzten Ritter in Fronreute: Die Herrschaft Bettenreute (PDF-Dokument, 793,60 KB, 09.03.2015)
Das Netz tut's nicht allein: Fischwirtschaft am Häcklerweiher (PDF-Dokument, 825,55 KB, 09.03.2015)